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Kleinkläranlagen

Einleitung von geklärtem Abwasser in den Untergrund

Gemäß § 53 Landeswassergesetz (LWG) sind Städte und Gemeinden verpflichtet, das auf ihrem Gebiet anfallende Abwasser zu beseitigen. Die Abwasserbeseitigungspflicht gilt auch für Bereiche, in denen das Abwasser nicht der städtischen Kanalisation (öffentliche Abwasseranlage) zugeführt werden kann. In diesen Außenbereichen werden die Abwässer unmittelbar auf den Grundstücken in

  • wasserdichten Gruben aufgefangen und abgefahren oder
  • in vollbiologischen Kleinkläranlagen behandelt und in den Untergrund eingeleitet.

Für die Entleerung von wasserdichten Gruben ist die SWK AQUA GmbH im Auftrag der Stadtentwässerung Krefeld zuständig.

Die Genehmigung für den Bau und Betrieb von Kleinkläranlagen und Pflanzenanlagen sowie die Erteilung der Erlaubnis für die Einleitung des geklärten Abwassers in den Untergrund oder in einen Vorfluter obliegt der Unteren Wasserbehörde beim Fachbereich Umwelt.

Für den Bau und Betrieb von Abwasseranlagen gelten die allgemein anerkannten Regeln der Technik (§§ 60, 61 Wasserhaushaltsgesetz (WHG)). Außerdem sind die Abwasseranlagen so zu errichten und zu betreiben, dass die Anforderungen an das Einleiten von Abwasser eingehalten werden (§§ 57, 58, 59 Wasserhaushaltsgesetz (WHG)).

Zu den wichtigsten allgemein anerkannten Regeln der Technik aus dem Kleinkläranlagenbereich zählen

  • die DIN EN 12566 (Kleinkläranlagen für bis zu 50 EW (Einwohnerwerte)),
  • die DIN 4261 (Kleinkläranlagen) sowie
  • DWA-A 262 Pflanzenanlagen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall.

Die DIN EN 12566 gliedert sich in sechs Teile:

  • Teil 1: Werkmäßig hergestellte Faulgruben (Festlegung von Anforderungen und Prüfverfahren),
  • Teil 2: Bodeninfiltrationssysteme und ihre Konstruktion
  • Teil 3: Vorgefertigte und/oder vor Ort montierte Behandlungsanlagen für häusliches Schmutzwasser
  • Teil 4: Faulgruben aus vorgefertigten Teilen in situ errichtet; das bedeutet hier: "zur Behandlung (des Abwassers) vor Ort".
  • Teil 5: Filtersysteme (inklusive Sandfilter)
  • Teil 6: Test-Methoden für die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Behandlung am Einsatzort

Für Betrieb und Wartung von Kleinkläranlagen ist weiterhin die deutsche DIN 4261 bindend.

Die DIN 4261 gliedert sich in die Teile:

  • Teil 1: Anlagen zur Abwasservorbehandlung
  • Teil 2: Anlagen mit Abwasserbelüftung - Anwendung, Bemessung, Ausführung und Prüfung
  • Teil 4: Anlagen mit Abwasserbelüftung - Betrieb und Wartung

Die Teile 2 und 4 befinden sich derzeit in der Überarbeitung

Auf Grundstücken, die innerhalb der Wasserschutzzonen I oder II liegen, ist die Errichtung von Kleinkläranlagen grundsätzlich verboten. Innerhalb der Wasserschutzzonen IIIA und IIIB werden erhöhte Anforderungen an die Art der Versickerung gestellt.

Bei Grundstücken innerhalb der Wassergewinnungsanlage „Horkesgath/Bückerfeld" ist zusätzlich eine Befreiung zu beantragen.

Bei der Planung der für Ihr Grundstück geeigneten Anlage beraten Sie die unten in der Rubrik Kontakte stehenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Unteren Wasserbehörde im Fachbereich Umwelt gerne.

Die Bearbeitungsgebühren für die Genehmigung bzw. Erlaubnis richten sich nach den Baukosten und der Einleitungsmenge, betragen aber mindestens 200,00 Euro.

Beim Neubau einer Kleinkläranlage benötigen Sie, wie bereits erwähnt, eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Bei bestehenden Anlagen darf die Schlammabfuhr nur durch die Fa. Roth, erreichbar unter der Telefonnummer 0 21 51 / 73 37 00, durchgeführt werden.

Die Zuleitung des Abwassers vom Haus bis zur Muffe des Ablaufs der Kleinkläranlage ist auf Dichtheit zu prüfen (Prüfung der Zustands- und Funktionsfähigkeit privater Abwasseranlagen).

Entsprechende Antragsformulare sind beim Fachbereich Umwelt erhältlich.