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Digitalisierung im Archiv

Digitalisierung und das Suchen nach archivischen Antworten darauf ist seit vielen Jahren ein wichtiges Arbeitsfeld im Stadtarchiv Krefeld. Innerhalb der Stadtverwaltung ist das Archiv an allen Prozessen und Projekten zur Digitalisierung, wie beispielsweise der Einführung digitaler Aktenführung oder dem ersetzenden Scannen von Massenakten-Beständen beteiligt. Zudem wirkt es im Rahmen eines Arbeitskreises im Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN, Kamp-Lintfort) mit am Aufbau eines Langzeitarchivs für digitale Unterlagen. Schließlich betreibt das Stadtarchiv verschiedene Projekte zur Digitalisierung und Onlinestellung wichtiger Archivbestände. Diese Aufgaben und Projekte werden im Folgenden beschrieben und dargestellt.

  1. Digitalisierung der Ratsprotokolle
  2. Der Fotobestand Axel Gayk
  3. Digitalisierung von Krefelder Zeitungen des 19. Jahrhunderts
  4. Historische Filme
  5. Das Archiv der Mennonitengemeinde Krefeld

 

Digitalisierung der Ratsprotokolle

„Digitalisierung und Onlinestellung der Niederschriften der Vertretungskörperschaften der Stadt Krefeld sowie deren Ausschüsse, Beiräte und Kommissionen (einschließlich der An- und Vorlagen) aus dem Zeitraum 1826 bis 1988" - so lautet der genaue Titel unseres durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Dezember 2018 bewilligten Projektes.

Die inhaltliche Bedeutung des Bestandes sowie der Umfang der zu digitalisierenden Unterlagen machen dieses Projekt zu einem zentralen Element der Digitalisierungsbemühungen im Stadtarchiv Krefeld. Der Bau des Rathauses, Entscheidungen über Flächennutzungen, Städtepartnerschaften, Festlegung der städtischen Ein- und Ausnahmen, Ernennungen von Beigeordneten - diese und zahlreiche andere Themen, Ereignisse, Debatten und Entscheidungen spiegeln sich in den Ratsprotokollen wider und sind somit eine Kernüberlieferung für die lokale Geschichtsforschung. Auch die regionale und landesgeschichtliche Forschung stützt sich, etwa für kulturgeschichtliche Fragestellungen oder die Städteforschung auf diese Quellen.

Aktuell werden die Unterlagen von einem beauftragten Fachunternehmen digitalisiert, um danach in das hier genutzte Archivsystem FAUST integriert und in das Archivportal "Archive.NRW" importiert zu werden. Von dort werden die Daten auf die nationale Ebene, d.h. in das "Archivportal D", und schließlich die europäische Ebene, d.h. "Europeana", transportiert. Gemäß den DFG-Regeln werden die Unterlagen über den DFG-Viewer präsentiert werden. Für alle gedruckten Niederschriften wird zudem ein Volltext hergestellt, der zukünftig eine komfortable und zielgenaue Recherche ermöglichen wird.

Der Umfang der Unterlagen beträgt rund 1.400 Akten in 500 Archivkartons, was etwa 83 lfm entspricht. Durch die Digitalisierung der rund 450.000 Blätter werden nach Abschluss des Projektes wahrscheinlich ca. 10 Terrabyte Daten entstanden sein.

In Verbindung mit dem Ratsportal der Stadt Krefeld (https://ris.krefeld.de/) werden der Öffentlichkeit mit den digitalisierten Niederschriften des Rates einzigartige Quellen zur Geschichte Krefelds in den letzten 200 Jahren zur Verfügung stehen.

 

Der Fotobestand Axel Gayk

Zwischen 1950 und 2001 gehörte der Krefelder Fotograf Axel Gayk (1936-2018) sozusagen zum öffentlichen Leben in Krefeld. Kaum ein Ereignis in der Samt- und Seidenstadt wurde nicht durch ihn und seine Leica-Kamera auf Film festgehalten, sei es der Besuch einer großen Persönlichkeit, Veranstaltungen im Kulturbereich, Eröffnungen, Ehrungen oder einfach scheinbar alltägliche Dinge wie das Straßenbild, Gebäude, die Grünanlagen der Stadt oder das Geschehen auf den Fußballplätzen am Sonntag. Drei Jahrzehnte davon arbeitete er für die Westdeutsche Zeitung und „knipste" bei jedem Pressetermin. So entstand eine einmalige Dokumentation des öffentlichen Lebens und der äußeren Erscheinung Krefelds sowie dessen Geschichte über ein halbes Jahrhundert.

2011 übergab er sein Werk dem Stadtarchiv Krefeld. Es umfasst etwa eine Million Negative, die nach Monaten geordnet in Filmdosen abgelegt sind. Ein Monat kann dabei bis zu 1500 Aufnahmen enthalten. Die Rollen verteilen sich auf etwa drei Dutzend Archivkartons. Mit mittlerweile zwei Negativfilmscannern, von denen einer mit Unterstützung des Vereins für Heimatkunde Krefeld e.V. erworben werden konnte, werden die Filme Stück für Stück digitalisiert. Die weitere Bearbeitung umfasst die Benennung der Dateien (nach Numerus currens) und die chronolgische Ablage in einem Dateiverzeichnis. Anschließend werden die Bilder durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter wiederum monatsweise mit Schlagworten in der Archivdatenbank FAUST erfasst, sodass sie darüber recherchierbar sind. Als Hilfsmittel wird dafür u.a. die jeweilige Ausgabe der Westdeutschen Zeitung genutzt.

Bisher (Stand Mai 2020) sind rund 180.000 Bilder bis in die 1970er Jahre digitalisiert, bis 1962 sind sie auch bereits in FAUST verschlagwortet. Das Datenvolumen umfasst bislang über 150 GB. Alle Digitalisate sind an den Benutzerarbeitsplätzen im Lesesaal des Stadtarchivs einsehbar. Sie werden durch das Stadtarchiv bereits ausgiebig genutzt, insbesondere im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit in den Sozialen Medien oder vergrößert als Dekoration des Archiv-Foyers. Bis die Arbeiten an dem Bestand abgeschlossen sind, werden aber wohl noch einige Jahre vergehen.

 

Digitalisierung von Krefelder Zeitungen des 19. Jahrhunderts

Seit 2019 können fünf Krefelder Zeitungen des 19. Jahrhunderts bereits online durchgesehen werden. Im Portal „zeit.punktNRW" werden die Ergebnisse eines vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützten Programms der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn sowie des Landschaftsverbandes Rheinland zur Digitalisierung historischer Zeitungen präsentiert. Aus Krefeld stammen das „Crefelder Wochenblatt" (1807-1822), das „Intelligenzblatt für Crefeld und uml. Gegend" (1822-1841), das „Crefelder Kreis- und Intelligenzblatt" (1841-1850), die „Neuen Crefelder Volksblätter" (1849) sowie der „Crefelder Anzeiger (1857-1861). Seit Onlinestellung haben mehr als 600 NutzerInnen über zehntausend Mal auf die Zeitungen zugegriffen.

Die Digitalisierung und Onlinestellung weiterer Krefelder Zeitungen, v.a. der „Crefelder Zeitung" sowie der „Niederrheinischen Volkszeitung" ist für den kommenden Projektabschnitt vorgesehen.

Aus historischer Perspektive stellen die Zeitungen besondere Quellen zur Stadtgeschichte dar. Lokale Ereignisse und Begebenheiten werden in ihnen abgebildet. Nicht zuletzt erfuhren die Zeitgenossen und Zeitgenossinnen des 19. Jahrhunderts durch das damals noch recht neue Medium die städtischen Geschehnisse als gemeinsame Gegenwart.

Die Digitalisierung ist zudem ein Beitrag zur Erhaltung der Zeitungsoriginale. Sie können nun im Archivmagazin gelagert werden, während die Benutzer und Benutzerinnen die digitalen Ausgaben im Lesesaal oder online einsehen können.

 

Historische Filme

Krefeld in bewegten Bildern - diesem Thema widmet sich das Stadtarchiv Krefeld in den vergangenen Jahren mit erhöhter Aufmerksamkeit. Durch einen Aufruf gelangten in den vergangenen Jahren zahlreiche private Filmaufnahmen ins Archiv, die die bereits vorhandenen, meist städtischen Produktionen ergänzen. Sie entstanden in Krefelder Unternehmen und zeigen die dortige Warenproduktion oder Privatpersonen nahmen Straßenszenen, Veranstaltungen und Alltagsleben auf. Die Filme decken insgesamt das gesamte 20. Jahrhundert ab und liegen auf Filmrollen in verschiedenen Formaten (von Super8 über VHS-Kassetten bis zum Digitalfilm auf DVD) vor.

Die analogen Filme werden von einem örtlichen Dienstleister Stück für Stück digitalisiert. Für die Nutzung werden Dateien im H264- und im JPEG2000-Standard generiert, zur Sicherung werden die Dateien zudem auf LTO 7-Laufwerken abgelegt. Bisher (Stand Mai 2020) konnten so 46 Filme bearbeitet werden. Der Dateiumfang beträgt insgesamt etwa 173 GB.

Die Filme zeigen Rundfahrten durch das Krefeld der 1920er Jahre und den Besuch von Reichspräsident Paul von Hindenburg 1926, den Krefelder Sternblumentag 1911, Einblicke in Firmen wie die Dreiring-Werke oder Holtz und Willemsen oder Eindrücke vom Stadtjubiläum 1973 und der Eröffnung des Seidenweberhauses 1976. Sie sind im Lesesaal des Stadtarchivs einsehbar und werden regelmäßig bei öffentlichen, themenbezogenen Filmabenden präsentiert. Auch in den Sozialen Medien zeigt das Stadtarchiv zu manchen Anlässen Ausschnitte.

 

Archiv der Mennonitengemeinde Krefeld

Das Archiv der Mennonitengemeinde Krefeld (Bestand 80/4) zählt zu den herausragenden und besonders wertvollen nichtstädtischen Beständen des Stadtarchivs. Es umfasst etwa 14 lfm Verwaltungsunterlagen, theologische Schriften und nicht zuletzt Korrespondenz des Theologen Gerhard Tersteegen (1697-1769) aus dem 16. Jahrhundert bis 2007. Es wird als Depositum im Stadtarchiv Krefeld aufbewahrt.
Im Rahmen des vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projektes „Sozialtopografie Krefelds im 19. Jahrhundert" konnte eine Tiefenerschließung der etwa 900 Verzeichnungseinheiten durchgeführt werden. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde wurde außerdem der gesamte Bestand mit dem Aufsichtsscanner des Stadtarchivs digitalisiert. In die Archivsoftware FAUST wurden die Digitalisate bereits vollständig eingebunden. Sie werden von dort aus in das Archivportal „Archive.NRW" importiert, infolgedessen sie dann auch national im „Archivportal D" und international im Portal „Europeana" präsentiert und recherchiert werden können. Bis dahin sind die Digitalisate an den Benutzerarbeitsplätzen im Lesesaal des Stadtarchivs einsehbar.

Neben dem kleinen Bestand der Lateinschule (13 VE aus dem 18. Jahrhundert) zählt das Archiv der mennonitischen Gemeinde zu den Beständen, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihrer Forschungsrelevanz vorrangig für die Digitalisierung und Onlinestellung vorgesehen sind.

Kontakt

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