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Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld

Der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld wurde 1992 vom Stadtrat ins Leben gerufen, um das literarische Schaffen am Niederrhein zu fördern. Der Preis wird an Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben, deren bisheriges Werk eine Förderung verdient. Der Preis kann auch an Verlegerinnen und Verleger sowie buchgestaltende Künstlerinnen und Künstler verliehen werden. Er ist mit 10 000 Euro dotiert. Zwischen der / dem Auszuzeichnenden und der Stadt Krefeld oder dem Niederrhein muss eine Beziehung bestehen, die aus der Tätigkeit, dem Wohnsitz oder der thematischen Bindung resultiert.

Der Jury des Niederrheinischen Literaturpreises gehören aktuell an: Literaturkritiker und Jury-Vorsitzender Jens Dirksen, Schriftsteller Dr. Henning Heske, Verlegerin Dr. Renate Birkenhauer, Literaturwissenschaftlerin Waltraud Fröchte und Kulturdezernent Gregor Micus.

Die Preisträger seit 1992

Erster Preisträger war 1992 Andreas Mand. Dem gebürtigen Duisburger, der Kindheit und Schulzeit in Krefeld erlebte, wurde die Auszeichnung vor allem in Anerkennung seines Romans "Grovers Erfindung" zuteil. Für sein gesamtes bisheriges Werk wurde 1993 Hubert Schirneck ausgezeichnet. Ihm folgte 1994 Herbert Genzmer, den die Jury als den zur Zeit erfolgreichsten Krefelder Schriftsteller ansah.

Wegen des Bezugs zum Niederrhein war sein autobiografisches Werk "Trockene Spätlese" 1995 ausschlaggebend, den gebürtigen Uerdinger Professor Dr. Werner Ross auszuzeichnen. Sowohl für seine Veröffentlichungen als auch für seine Leistungen bei der Literaturvermittlung erhielt 1996 Herbert Sleegers den Preis. Für seinen Gedichtband "Das Ende vom Lied" wurde die Auszeichnung 1997 Robert Steegers zuerkannt.

Gisbert Haefs erhielt den Niederrheinischen Literaturpreis 1998 insbesondere für die spezifische Art seiner historischen Romane. Achter Preisträger wurde 1999 Christoph Peters für seinen Erstlingsroman "Stadt, Land, Fluß". Ebenfalls für ihren ersten Roman "Frau Sartoris" wurde 2000 Elke Schmitter ausgezeichnet. Die in Krefeld geborene Schriftstellerin wurde von der Presse als "eine der überzeugendsten Debütantinnen des Frühjahrs" gelobt.

Um sein bisheriges Werk auszuzeichnen und seine weitere Arbeit zu fördern, wurde der Preis 2001 Ulrich Peltzer zuteil. Ihm folgte 2002 Professor Dieter Wellershoff, dessen Gesamtwerk als Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Essayist gewürdigt wurde. Erstmals in der Geschichte des Niederrheinischen Literaturpreises wurde der Preis 2003 geteilt. Als herausragende Repräsentanten einer zunehmend anerkannten "Erinnerungsliteratur" wurden Anja Lundholm und Reinhard Kaiser ausgezeichnet.

Im Jahr 2004 wurde der Preis an Burkhard Spinnen vergeben. Geehrt wurde sein bisheriges Gesamtwerk, vor allem sein Unternehmer-Portrait "Der schwarze Grat". Dieter Forte war der Preisträger des Niederrheinischen Literaturpreises der Stadt Krefeld 2005. Der aus Düsseldorf stammende Dichter wurde für sein episches Gesamtwerk ausgezeichnet, aus dem nach Ansicht der Jury der 2004 erschienene Roman "Auf der anderen Seite der Welt" besonders herausragt.

Paul Ingendaay erhielt den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld 2006. Der Literaturkritiker und Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Spanien wurde für sein Roman-Debüt „Warum du mich verlassen hast" ausgezeichnet. Insbesondere für seinen Gedichtband „totentanz", dessen Verse vorwiegend am Niederrhein verortet sind, wurde Norbert Hummelt der Preis 2007 zuteil. Der in Neuss geborene Lyriker, Übersetzer und Essayist lebt inzwischen in Berlin.

Martin Heckmanns, einer der prominentesten jungen Theaterautoren, erhielt den Preis 2008 für seine bisher gespielten und veröffentlichten Werke, insbesondere für das 2007 in Düsseldorf uraufgeführte Stück „Kommt ein Mann zur Welt". Damit wurde zum ersten Mal ein Dramatiker ausgezeichnet.

Der in Viersen geborene Autor Markus Orths ist der Preisträger des Jahres 2009, der zu den fleißigen Schriftstellern seiner Generation gehört. Seit 2001 hat er sieben Bücher veröffentlicht, darunter fünf Romane. Vor allem die beeindruckende Vielfalt der Sujets in seinem literarischen Schaffen überzeugte die Jury.

Die Herausgeber der Krefelder Stadtgeschichte, Dr. Reinhard Feinendegen und Dr. Hans Vogt, wurden 2010 mit dem Preis geehrt. Mit ihren Sammlungen wurden erstmals Werke der Sparte „Geschichtsschreibung" ausgezeichnet.

Für sein Romandebüt „Falscher Frühling" wurde 2011 Sascha Reh ausgezeichnet. Die Jury überzeugte das hohe erzählerische Niveau, die Reflexionstiefe und die artifizielle Komposition des Romans. Reh ist in Duisburg geboren und in Berlin hauptberuflich als Psychotherapeut tätig.

Für seinen Lebensroman „Das Bastardbuch - Autobiografische Stationen" erhielt der in Krefeld geborene Regisseur und Autor Hans Neuenfels 2012 den Niederrheinischen Literaturpreis. Neuenfels habe das Genre der Memoiren um eine radikal individuelle Variante erweitert, so die Jury.
Seit 2013 wird der Preis in den geraden Kalenderjahren vergeben.

Hans Pleschinski wurde 2014 für seinen ironiereichen Roman „Königsallee" ausgezeichnet. Der Roman ragt unter allen literarischen Spiegelungen Thomas Manns und seiner Werke deutlich heraus und zeichnet zugleich ein lebenspralles Bild vom Rheinland, vom Düsseldorf der 1950er Jahre.

Der in Kerken gebürtige Hermann-Josef Schüren erhielt den Preis am 6. November 2016 für seinen Episodenroman „Junge Stiere". Die treffsichere und lebendige Zeichnung der Personen sowie die hohe Qualität der sprachlichen Gestaltung überzeugten die Jury von der Geschichte einer Kindheit und Jugend auf einem niederrheinischen Bauernhof in den 1960er Jahren.