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Kooperation

Im März 2012 schlossen das Ricarda-Huch-Gymnasium und das Stadtarchiv Krefeld eine Kooperationsvereinbarung über eine Bildungspartnerschaft ab, deren Ziel die stärkere Einbindung des außerschulischen Lernorts „Archiv" in den Schulalltag ist. Die Bildungspartnerschaft ist in Modulen organisiert, die in den Stufen 6, 9 und 11 zu bestimmten Zeiten des Schuljahres im Stadtarchiv durchgeführt werden. Nach einer zweijährigen Praxiserprobung wurde die Bildungspartnerschaft verbindlich in das schulinterne Curriculum des Ricarda-Huch-Gymnasiums aufgenommen.

„Einführungsmodul" Klasse 6

Das Einführungsmodul für die 6. Klassen dient vor allem dem Kennenlernen des Archivs und seiner Aufgaben. Dies beinhaltet neben einer Archiv- und Magazinführung auch die Arbeit in Gruppen mit verschiedenen Archivalientypen unter bestimmten Fragestellungen. Die Durchführung dieses Moduls erfolgt im Herbst und umfasst pro Klasse etwa 2 bis 3 Unterrichtsstunden.

Modul „Quellenarbeit" Klasse 9

Im Mittelpunkt des Archivbesuchs der 9. Klassen stehen das intensive Lesen und Auswerten historischer Quellen. Dazu entwickelten das Ricarda-Huch-Gymnasium und das Stadtarchiv gemeinsam Unterrichtsstunden, die sich inhaltlich in den Lehrplan einfügen.
Schülerinnen und Schüler können sich beispielsweise mit dem Thema Mauerbau im Spiegel der Lokalzeitungen auseinandersetzen. Die Lebenswelt der Krefelderinnen und Krefelder zur Zeit des Ersten Weltkrieges kann im Stadtarchiv Krefeld anhand von Feldpost, städtischen Akten und Schulchroniken erarbeitet werden.

Modul „Facharbeit" Jahrgangsstufe 11

Das Modul setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Einerseits sollen sich alle Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 11 mit den im Stadtarchiv aufbewahrten Quellen vertraut machen, um unter Einbeziehung des Stadtarchivs ihre Facharbeiten über geschichtliche Themen schreiben zu können. Dies wird im Rahmen eines oder mehrerer Archivbesuche vermittelt. Andererseits werden alle Schülerinnen und Schüler beim Verfassen ihrer obligatorischen Facharbeit seitens des Stadtarchivs unterstützt. Dies beinhaltet über die Vorlage entsprechender Archivalien hinaus die thematische bzw. inhaltliche Beratung und Begleitung der Lernenden. Die Durchführung der Einführungsveranstaltung soll in den Monaten Januar oder Februar erfolgen.

Dionysiusplatz

St. Dionysius

Wappen der Stadt Krefeld
Abb. 18 - Stadtwappen
Krefeld seit 1950

Der heilige Dionysius wird in der orthodoxen, katholischen und anglikanischen Kirche verehrt. Er ist seit 1450 einer der 14 Nothelfer und wird bei Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensunruhe und Seelenleiden angerufen.
Dionysius wurde im 3. Jahrhundert als Missionar nach Gallien geschickt, dort war er um 250 Bischof von Paris, bevor der römische Statthalter die Verhaftung und Enthauptung des Dionysius und seiner Begleiter anordnete. Der Legende nach habe Dionysius sein abgeschlagenes Haupt vom Richtplatz am Montmartre, 6 Kilometer nach Norden getragen, bis zu dem Ort an dem er begraben werden wollte. Dort steht heute die Kathedrale von Saint-Denis die Dionysius geweiht ist. Er gilt als Nationalheiliger Frankreichs und Schutzpatron der französischen Könige und mehrerer Orte und Städte zu denen auch Krefeld zählt. Er wird im Krefelder Stadtwappen, wie häufig als Kopfträger, dargestellt.

 

Das Krefelder Stadtwappen

Wappen der Stadt Krefeld zur NS-Zeit
Abb. 19 - Stadtwappen
der Stadt Krefeld zur
NS Zeit

Als Teil der Grafschaft Moers besaß Krefeld viele Jahrhunderte lang kein eigenes Stadtwappen. Ein Schöffensiegel von 1463 zeigte allerdings bereits den heiligen Dionysius zusammen mit dem Wappen des Landesherrn von Krefeld zu seinen Füßen. Erst ab 1854 wird vom eigenen Stadtwappen gesprochen. Während der NS Zeit wurde die Abbildung des St. Dionysius aus dem Wappen entfernt und erst 1950 wieder hinzufügt.

 

 

 

St. Dionysius in Krefeld

Dionysiuskirche
Abb. 20 - Turm der Dionysiuskirche seit 1894

Die ersten Spuren Dionysius in Krefeld finden sich in einer Stiftungsurkunde des ehemaligen Prämonstratenserinnen Klosters Meer aus dem Jahre 1166. Dort wurde die Kirche in Creinvelt erstmals als St. Dionysius-Kapelle erwähnt. Bei dieser Kirche handelte es sich allerdings nicht um die Dionysius Kirche am Dionysiusplatz, sondern um die nahe des Evangelischer-Kirch-Platz, welche heute als Alte Kirche bekannt ist.
Nach der Reformation im Jahre 1564 nahm die Dionysiuskirche, jetzt Alte Kirche, das lutherische Bekenntnis an und wurde 1607 endgültig evangelisch-reformiert. Innerhalb der nächsten 150 Jahre hatten die Katholiken keine eigene Kirche in Krefeld. Bis zu Beginn des 18. Jahrhundert der Grundsatz „Jeder soll nach seiner Façon selig werden." durch Friedrich den Großen geprägt wurde. Ihm und den Preußenkönigen war es zu verdanken, dass über den Bau einer katholischen Kirche nachgedacht wurde und dieser im Jahre 1752 begann. Über die folgenden Jahre wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erweitert. Eine Besonderheit der Kirche ist, dass sie im Gegensatz zu den meisten christlichen Kirchen aus städtebaulichen Gründen nicht nach Osten, sondern nach Westen ausgerichtet ist. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der barocke Kirchturm durch einen 78 Meter hohen Turm mit 5 Glocken ersetzt, welcher bis heute ein Wahrzeichen der Stadt Krefeld ist. Auch ist dieser Turm ein Zeichen der Hoffnung für die Krefelder, als nach einem verheerenden Bombenangriff die Dionysiuskirche in Brand geriet, der Turm diesem Feuer allerdings standhielt. Die Kirche wurde beim Wiederaufbau in ihren Vorkriegszustand zurückversetzt und ist seit 1985 ein Denkmal der Stadt Krefeld.
Neben der Kirche liegt der Dionysiusplatz. Den Platz, welchen die Kirche Mitte des 18 Jahrhunderts als Friedhof für Gemeindemitglieder genutzt hatte, ziert heute der Marienbrunnen. Die Bronze-Statue auf der Säule des Brunnens bildet die Heilige Mutter Maria, die Mutter Jesu ab und die Brunnenaufschrift stellt zugleich ein Mahnmal dar. Nördlich des stadteinwärts liegenden Haupteingangs der Kirche findet sich zudem ein Gedenkstein, welcher an die 13 Krefelder Familien erinnern soll, welche geschlossen nach Amerika auswanderten und dort Germantown gründeten.
Auch innerhalb der Kirche wird sich erinnert. So erinnert die Kriegergedächtniskapelle an die gefallen Pfarrmitglieder des ersten Weltkrieges. 360 Namen in Stein gehauen auf drei Seitenwänden. Diese Kapelle sollte den Gefallen das Grab ersetzen. Und es wird sich an Dr. Gregor Schwammborn erinnert, welchem eine Portraitbüste innerhalb der Kirche gewidmet ist. Schwammborn wurde 1950 Ehrenbürger der Stadt Krefeld, nachdem er viele Jahre die Rechte der Bürger, während der belgischen Besatzung, vertrat.
Die Dionysiuskirche hat eine lange Geschichte in Krefeld und sowohl die Kirche, wie auch der Platz an der Kirche bieten viele interessante Orte, welche die Geschichte der Stadt widerspiegeln.

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47803 Krefeld