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Publikationen

Zu den zentralen Aufgaben des Stadtarchivs Krefeld gehören die Förderung von Erforschung und Kenntnis der Stadtgeschichte. Als Haus der Geschichte beteiligt sich das Stadtarchiv daher auch selbst aktiv an der historischen Forschung über die Stadt Krefeld und der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatkunde e. V. Krefeld, der auch Förderverein des Stadtarchivs ist.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie eine Übersicht über alle im Stadtarchiv erhältlichen Publikationen. Sie können diese vor Ort erwerben oder bestellen.


Geschichte der Stadt Krefeld
Krefelder Archiv
Krefelder Studien

 

In Einheit leben - in Vielfalt glauben
„In Einheit leben - in Vielfalt glauben"


Die Städte Krefeld und Venlo zeigten anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 die Ausstellung „In Einheit leben - in Vielfalt glauben" an der Maas und am Rhein. „Der Ansatz ist ein Städtevergleich", so Dr. Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs Krefeld. Ausgehend von der Reformation wurden die Glaubenskonflikte, Entwicklungen und deren Auswirkungen in den heutigen Partnerstädten gegenübergestellt. Auf mehreren großen Schautafeln konnten die Besucher die Entwicklung vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart nachvollziehen. „Es ist aber keine rein historische Ausstellung, weil sich Brücken zur heutigen Stadtgesellschaft bauen lassen", betonte Richter. Die Ausstellung konnte kostenfrei im Foyer des Rathauses Krefeld am Von-der-Leyen-Platz besichtigt werden.

Hier können Sie sich die Ausstellung noch einmal anschauen.

Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und Europa thematisierten die Reformation, meist mit einem Blick auf das Ganze oder konzentriert auf die Person Martin Luther sowie weitere Reformatoren. Das Stadtarchiv Krefeld widmete sich einem gänzlich anderen Ansatz: „Der direkte Städtevergleich ist ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Ausstellung", so Richter. Seit Frühjahr 2017 arbeiteten Kuratorin Christina Schulte aus Krefeld und Dr. Ragdy van der Hoek aus Venlo an der Gegenüberstellung. „Krefeld und Venlo liegen nur 30 Kilometer auseinander, trotzdem ist die Entwicklung unterschiedlich", so Schulte. Die Moerser Grafen als Herren von Krefeld traten Mitte des 16. Jahrhunderts zum Protestantismus über. In Venlo blieb die Herrschaft katholisch und akzeptierte keine abweichende religiöse Auffassung. In der oranischen Zeit von 1600 bis 1702 entwickelte sich Krefeld zu einer Stadt, in der sich Glaubensflüchtlinge niederlassen durften. Das hatte aber auch seine Grenzen: Die Quäker wurden in der ansonsten toleranten Stadt nicht geduldet. Zusammen mit einigen Mennonitenfamilien siedelten sie sich als erste deutsche Auswanderungsgruppe 1683 in Nordamerika an.


Die großen Schautafeln vermitteln einen kompakten und verständlichen Überblick der wechselvollen Geschichte beider Städte. Die gut verständlichen Texte werden durch historische Landkarten, Porträts von wichtigen Persönlichkeiten, bedeutenden Schriftstücken und zeitgenössischen Fotografien ergänzt. Ein Teil dieser Quellen in digitalisierter Form auf den Tafeln stammen aus dem Stadtarchiv, dem Landesarchiv und dem Museum Burg Linn sowie weiteren Archiven. Die zweisprachig konzipierte Ausstellung endet mit einer Bilanz der über 500-jährigen Entwicklung: Die religiöse Toleranz in Krefeld habe ihre Grundlage auch dem freiheitlichen Umgang der verschiedenen Landesherren zu verdanken. Das zeige sich an der heutigen Vielfalt der Religionen in der Stadt am Rhein. In Venlo prägte die fast kontinuierliche Präsenz von katholischen Landesherren die religiöse Entwicklung bis in die Gegenwart. Obwohl die Stadt an der Maas einige Male in den Herrschaftsbereich von Protestanten gelangte, setzte sich der Katholizismus letztlich durch, heute leben etwa 90 Prozent Katholiken in Venlo, die Protestanten bilden eine sehr kleine Minderheit.

Das Projekt wurde vom Stadtarchivs Krefeld initiiert und mit 25.000 Euro von der Euregio Rhein-Maas-Nord gefördert. Weitere Sponsoren, unter anderem die beiden Partnerstädte und das Krefelder Stadtmarketing mit dem Projekt „Krefelder Perspektivwechsel", finanzierten weitere 25.000 Euro.

(Text den Mitteilungen des Presseamtes Krefeld entnommen)