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Gesunde Städte-Netzwerk

Gesunde Städte-Netzwerk

 

Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik wurde 1989 ins Leben gerufen; es versteht sich als Teil des seit 1986 existierenden "Gesunde Städte-Netzwerkes" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (bzw. deren Europäischen Regionalbüros) zur kommunalen Gesundheitsförderung. Das Gesunde Städte-Netzwerk Deutschlands ist ein freiwilliger Zusammenschluss der beteiligten Städte, Kreise, Gemeinden und Regionen. Die Stadt Krefeld ist dort seit 1993 Mitglied.

Anlass für die Gründung der weltweiten Gesunde Städte-Initiative der Weltgesundheitsorganisation war die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung von 1986. Diese ist ein gesundheitspolitisches Dokument, das als Ergebnis der ersten weltweiten Konferenz der Weltgesundheitsorganisation zur Gesundheitsförderung erstellt wurde. Die Handlungsfelder dieser Charta sind:

  • Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik
  • Schaffen von gesundheitsfördernden Lebenswelten
  • gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen
  • Entwicklung persönlicher Kompetenzen
  • auf den Bedürfnissen der Menschen basierende Neuorientierung der Gesundheitsdienste.

Gesundheit wird definiert als das körperliche, seeliche, soziale, geistige und umweltbedingte Wohlergehen der Menschen. Die (sich verändernden) Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen etwa haben entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Gesundheitsförderung beinhaltet weit mehr als medizinische und soziale Versorgung. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Als Ziel von Gesundheitsförderung wird die Schaffung sicherer, anregender, befriedigender und angenehmer Arbeits- und Lebensbedingungen gesehen.

Als gesunde Stadt wird eine Stadt verstanden, die danach strebt, die Gesundheit der Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten, zu verbessern. Zu den Zielen des Netzwerkes gehört es, darauf hinzuwirken, dass Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe im öffentlichen Bewusstsein verankert wird und eine gesundheitsfördernde städtische Gesamtpolitik entwickelt wird.

Aspekte der Gesundheit sollten in einer "gesunden Stadt" Berücksichtigung finden bei den Entscheidungen in Politik und Verwaltung. Im Sinne des Gesunde Städte-Netzwerkes ist die Erhaltung und Förderung von Gesundheit und gesundheitsfördernden Lebensweisen und Lebensbedingungen somit als Querschnittsaufgabe zu betrachten, die fachbereichsübergreifend alle Bereiche der Kommunalverwaltung und -politik berühren. Nach dem Motto: Von der Gesundheitspolitik zu einer gesunden Politik! Vorrangige Ziele sind dabei ein ressortübergreifender Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie ein entsprechendes Zusammenwirken, unter Beteiligung der Verantwortlichen insbesondere des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens, der Arbeitsgebiete Umwelt, Wohnen und Stadtentwicklung sowie der Selbsthilfe und Gesundheitsinitiativen. Gesundheit/Gesundheitsförderung wird als kontinuierlich gestaltbarer Entwicklungsprozess gesehen.

Das Gesunde Städte-Netzwerk dient vor allem als Aktions-, Lern- und Diskussionsinstrument, mit dem die Arbeit vor Ort im Sinne der Gesunde Städte-Konzeption unterstützt werden soll. Jedes Mitglied wird vertreten sowohl von einer Vertreterin/einem Vertreter der Kommune als auch von einer Vertreterin/einem Vertreter aus dem Kreis der Selbsthilfegruppen/Bürgerinitiativen. Aufgabe dieser Delegierten eines Mitglieds ist es, innerhalb ihrer Wirkungskreise und gemeinsam im Rahmen ihrer Möglichkeiten über die Ziele des Netzwerkes zu informieren, entsprechend zu sensibilisieren, zu vernetzen und möglichst Projekte dazu anzuregen/zu begleiten.

Für Krefeld sind vom Krefelder Forum Selbsthilfe (dem Zusammenschluss der Selbsthilfegruppen) Barbara Dauben und als ihre Stellvertreterin Edith Gilgenast als Delegierte der Selbsthilfe gewählt worden. Als städtische Delegierte sind Birgit Paas und Jeanette Drees (Koordinatorinnen der ortsnahen gesundheitlichen Versorgung der Stadt Krefeld und Geschäftsführerinnen der Gesundheitskonferenz) benannt worden, die diese Aufgabe gemeinsam übernehmen.

Weitere Informationen über das Gesunde Städte-Netzwerk, das 9-Punkte-Programm, auf das die Mitglieder sich verpflichten, sowie die aktuelle Geschäftsstelle (Sekretariat) findet man auf dessen Homepage unter www.gesunde-staedte-netzwerk.de.