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Flachsmarkt

41. Flachsmarkt auf Burg Linn

Zum 41. Mal war der Krefelder Flachsmarkt im Jahr 2016 erste Anlaufstelle für alle, die sich für altes Handwerk und Geschichte interessieren. Aber auch Ritter und Musikanten präsentierten sich am Pfingstwochenende von Samstag, 14., bis Montag, 16. Mai, rund um Burg Linn. Erstmals dabei war auch der Historische Feuerlöschzug Linn. Die „Wehrleute" schlüpften in alte preußische Uniformen und demonstrierten mit ihrem historischen Equipment, wie das Feuerwehrwesen zu Kaisers Zeiten funktionierte.

Metallkünstler, Handschuhmacher, Marionettenbauer und niederrheinische Handformfliesen - auch für die 41. Auflage des Marktes sorgten die Organisatoren wieder für den „Oh-Effekt": Sie hatten einmalmehr zahlreiche Handwerker verpflichtet, die ihre Kunst erstmals auf dem Flachsmarkt präsentierten. Viele davon sind Vertreter fast ausgestorbener Berufe. Ihre zum Teil uralten Techniken führten sie an allen drei Markttagen live vor, dabei präsentierten sich die einzelnen Künstler und Handwerker mal modern, mal traditionell.

Schon jetzt sollten sich alle den Termin für den 42. Flachsmarkt notieren, der im Jahr 2017 vom 3. bis zum 5. Juni stattfinden wird.

Luftbildaufnahme vom Flachsmarkt

Über den Flachsmarkt:

Der Flachsmarkt entstand um 1315, als Linn zur Stadt erhoben wurde. Mittelpunkt des damaligen Linn war der Andreasmarkt. Hierhin brachten die Bauern ihren Flachs und tauschten ihn gegen Dinge des Alltages ein. Pferdegeschirr, Töpfe, Pfannen und andere Haushaltswaren waren die gebräuchlichsten Tauschobjekte jener Zeit. Der Flachsmarkt entwickelte sich schnell zu einem Jahrmarkt, der außer regen Tauschgeschäften zwischen Bauern, Händlern und Handwerkern auch der Volksbelustigung diente. Bald war der Flachsmarkt in Linn so populär geworden, dass er in den vergangenen Jahrhunderten viermal im Jahr stattfand.

Als die Linner Bauern keinen Flachs mehr anbauten, war das Schicksal des Flachsmarktes in seiner ursprünglichen Bedeutung für immer besiegelt: Der letzte Flachsmarkt fand 1903 statt und geriet dann in Vergessenheit bis 1974 einige heimatverbundene Linner Bürger die Initiative zu einem Neuanfang ergriffen. So liegt die Organisation der Veranstaltung bei dem gemeinnützigen Verein „Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt". Das Anliegen der Arbeitsgemeinschaft ist es, handwerkliche Traditionen durch Demonstration lebendig zu erhalten, nicht zuletzt, um das Burg- und Museumsstädtchen weiter bekannt zu machen und Politiker und Institutionen durch diese Veranstaltung auf die einmaligen Gegebenheiten Linns aufmerksam zu machen und den Stadtteil zu fördern.