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Unterstützung für Quartiere rund um Drogenhilfezentrum geplant

Veröffentlicht am: 01.06.2022

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Symbolbild Drogenhilfezentrum
Grafik: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

 

Stadtdirektor Schön und Gesundheitsdezernentin Lauxen berichten

Die Planung für die Einrichtung eines Drogenhilfezentrums (DHZ) an der Schwertstraße machen Fortschritte. Gleichzeitig konkretisiert die Krefelder Stadtverwaltung auch die zugesagten Hilfen für die Quartiere Hardenbergviertel und Kronprinzenviertel rund um das Drogenhilfezentrum. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Stadtdirektor Markus Schön und Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen den aktuellen Stand der Vorbereitung dargestellt. Im Ausschuss für Soziales, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Inklusion, Senioren und Integration (SAGIS) hat die Verwaltung der Politik außerdem einen Zwischenbericht vorgelegt und darin dokumentiert, welche der Entwicklungsschritte bereits vollzogen sind.

Das ist das Konzept

Das Drogenhilfezentrum an der Schwertstraße wird aus einem Drogenkonsumraum, dem Café Pause als Aufenthaltsbereich sowie einem niedrigschwelligen medizinischen Angebot bestehen. Die Konzeption für das DHZ ist inzwischen bei der Bezirksregierung eingereicht, einzelne Bausteine der Antragstellung werden nachgereicht. Acht Stunden täglich wird der Drogenkonsumraum geöffnet haben, fünf Konsumplätze jeweils mit Abluftanlage stehen zur Verfügung. Hinter dem Drogenhilfezentrum gibt es einen Außenbereich, in dem sich die Nutzenden aufhalten können.

"Handeln und Helfen"

Markus Schön machte in der Pressekonferenz deutlich, dass in Krefeld der Ansatz des Konzeptes „Handeln und Helfen" verfolgt werde. Als Hilfsangebot steht das DHZ zur Verfügung, gleichzeitig soll aber verhindert werden, dass sich die Szene weiterhin wie bisher auf dem Theaterplatz aufhält, wenn das Drogenhilfezentrum gestartet ist. „Der Theaterplatz wird dann nicht mehr der öffentliche Aufenthaltsplatz für diese Menschen sein." Über die Streetworker gebe es schon jetzt Gespräche, in denen die Suchtkranken auf das kommende Angebot hingewiesen werden, erklärt Sabine Lauxen. „Das wird ein steter Prozess von Vertrauensgewinn. Das Drogenhilfezentrum wird nicht vom ersten Tag an voll sein, das wird sich aber entwickeln. Und wo Bedarf ist, steuern wir flexibel nach."

Die Caritas ist Betreiber des DHZs

Betrieben wird das DHZ von der Caritas. Die wird auch eine Leitung für die gesamte Einrichtung benennen. „Die Ausschreibung für diese Stelle läuft", sagte Sabine Lauxen. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft eine Ordnungspartnerschaft geschlossen hat. Die notwendige Änderung des Bebauungsplans wird vollzogen, am 21. Juni soll die Offenlage im Rat beschlossen werden. Der Satzungsbeschluss ist für den 14. September geplant. Danach sollen die Umbauarbeiten schnell erfolgen. „Wir kommen unserem Ziel, noch in diesem Jahr zu eröffnen, immer näher", sagte Sabine Lauxen. Fortschritte macht auch die Entwicklung eines dauerhaften medizinischen Angebots. Die Stadt steht dazu mit erfahrenen Ärzten in Kontakt. An sieben Tagen in der Woche soll es jeweils für zwei Stunden ein medizinisches Angebot für die Szene vor Ort geben. „Viele trauen sich aufgrund ihres Zustandes nicht mehr, eine normale Hausarztpraxis zu besuchen", erläutert Sabine Lauxen. Eines der Ziele sei es aber gerade, über solche Verbindungen Kontakt zu den Suchtkranken aufzunehmen, ihnen bei den einzelnen Schritten Hilfestellung zu geben, um nach Möglichkeit aus der Sucht herauszufinden.

Konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Quartiers

„Wir haben einen Großteil der Aufträge aus der Politik inzwischen abgearbeitet", betonte Stadtdirektor Markus Schön. Mehrere unterstützende Maßnahmen für das Quartier sind festgelegt worden. So werden unter anderem die Reinigungsintervalle auf bestimmten umliegenden Straßen mit besonderem Bedarf in Absprache mit dem Bürgerverein Ost erhöht. Die Kosten für ein bis zwei zusätzliche Reinigungsintervalle pro Woche werden durch den städtischen Haushalt getragen. Auch rund um die Containerstandorte im Quartier wird intensiver gereinigt. Die Bürger wünschen sich außerdem mehr Präsenz von Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) und Polizei im Quartier. Sabine Lauxen kündigte an, dass nach dem bewährten Vorbild in der Innenstadt auch in den Quartieren rund um das DHZ Streetworker und KOD gemeinsame Streifen unternehmen werden. Die „gefühlte Sicherheit" der Anwohnerschaft werde damit erhöht.

Intensiver Bürgerdialog im Quartier

„Wir führen im Quartier einen sehr intensiven Bürgerdialog, sind dazu intensiv mit den Anliegern im Austausch", betont Stadtdirektor Markus Schön. Es gehe darum, schon im Vorfeld die Bedürfnisse der Anwohnerschaft aufzunehmen, denn es handele es sich auch jetzt schon um „Quartiere mit sozialen Herausforderungen". Sabine Lauxen weist darauf hin, dass viele der Bedenken aus der Anwohnerschaft schon aufgenommen wurden. Es werde für die Bewohnerschaft ebenso wie am Obdach Krefeld eine regelmäßige Bürgersprechstunde geben. Dazu wird auch ein Quartiersrat installiert.

Cointainer auf dem Albrechtplatz

Markus Schön führte in der Pressekonferenz die verschiedenen Maßnahmen der Quartiersarbeit aus. Als erste Maßnahme wird auf dem Spielplatz Albrechtplatz ein Container aufgestellt, der als Begegnungs- und Besprechungsraum dienen kann. Bereits seit einigen Jahren suchen unterschiedliche Einrichtungen am Standort des Spielplatzes nach geeigneten Räume für sozialpädagogische, präventive oder integrative Arbeit mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Streetworker können dort kontaktiert werden, auch können Spielgeräte dort eingelagert werden. Mit der regelmäßigen Präsenz wird sichergestellt, dass sich der Platz nicht zum Rückzugsraum für die Szene entwickelt.

Quartiersbüro am Schinkenplatz

Auf dem Schinkenplatz wird als zweite Maßnahme ein Quartiersbüro eingerichtet. Der Schinkenplatz sei wichtig für die gesamte Entwicklung des Viertels, machte Markus Schön deutlich. „Wir stellen uns einen Quartierstreff wie am Bleichpfad vor und bieten dort zu einzelnen Themen Sprechstunden an. Die Sicherheitsbehörden werden dort für Sprechstunden zur Verfügung stehen, auch die Geschäftsführung von Haus und Grund hat angekündigt, dort als Ansprechpartner regelmäßig bei Sprechstunden zur Verfügung zu stehen." Mit der Eröffnung des Quartiersbüros verfolgt die Verwaltung auch das Ziel, für eine Aufwertung auf dem Platz und angrenzenden Straßen zu sorgen und die Nachbarschaft im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft zu aktivieren.

Integration und außerschulische Bildung

An der Dießemer Straße wird ein weiteres Quartierszentrum für Integration und außerschulische Bildung des Trägers Werkhaus im Quartier entstehen, dort auch mit Fokus auf die Gruppe der Südosteuropäer. Die Finanzierung der Anmietung erfolgt über Fördermittel aus dem Teilhabe- und Integrationsgesetz. Auf der Basis bestehender Bildungsarbeit des Erwachsenenbildungswerkes und der Jugendkunstschule des Werkhauses, wird am Standort Dießemer Straße 21 in Zusammenarbeit mit dem sozialen Quartiersmanagement und dem Fachbereich Migration und Integration - Schwerpunkt Südosteuropa - und derzeit fünf im Haus angesiedelten Migrantenselbstorganisationen ein Netzwerkkonzept zugunsten des Quartiers entwickelt. Synergien ergeben sich durch das Spielhaus Dießem, dem Kulturzentrum Südbahnhof und Gewerbetreibende vor Ort. Als vierte Maßnahme wird ein Quartiersentwickler eingestellt, der die Institutionen vor Ort mit der Kernverwaltung vernetzt, für den Austausch sorgt. Er soll dabei eine wesentliche Schnittstelle zwischen Stabsstelle Quartiersmanagement und den an das DHZ angrenzenden Quartieren geschaffen werden.

Kampf gegen Schrottimmobilien

Eine ergänzende Maßnahme wird sein, den Kampf gegen Schrottimmobilien im Quartier zu intensivieren. „Wir haben erste Erfolge in anderen Stadtteilen bereits erzielt. Auch in diesen Quartieren Kronprinzenviertel und Hardenbergviertel wird die Stadt auf Eigentümer von Schrottimmobilen zugehen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen. Sabine Lauxen wies außerdem darauf hin, dass die Caritas derzeit auch ein Konzept für Präventionsmaßnahmen in Schulen und Familienzentren erarbeite. Dies sei ein weiterer von der Politik geforderter wichtiger Baustein. Sabine Lauxen und Markus Schön kündigten außerdem eine Bewerbung der Stadt für das Förderprogramm „Soziale Stadt" an. Dieses Programm von Bund und Land wird für 2023 aufgelegt. Die Krefelder Stadtverwaltung hofft darauf, Fördergelder für geplante städtebauliche Entwicklungen rund um das Drogenhilfezentrum zu erhalten.

 

 

 

 

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