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Zahlreiche Besucher beim Krefelder Pottbäckermarkt

Der 26. Krefelder Pottbäckermarkt am ersten Mai-Wochenende fand bei bestem „Marktwetter" großen Anklang und war durchgehend sehr gut besucht. Das Stadtmarketing hatte über 100 nationale und internationale Aussteller gewinnen können, die rund um die Dionysiuskirche und an der Rheinstraße zeitgemäßes Keramikdesign, Kunsthandwerk, weißes Porzellan und traditionelle Ware präsentierten. Erstmalig begleitete das Kaiser-Wilhelm-Museum zur gleichen Zeit mit Führungen und einem Workshop zum Thema Keramik. Eine Führung am Sonntag zeigte die im Kaiser-Wilhelm-Museum ausgestellte Keramik von Paul Dressler. Auch der Shuttlebus zwischen Pottbäckermarkt und der Ausstellung „Art of Eden" im Botanischen Garten wurde gut angenommen.

Bürgermeisterin Gisela Klaer zeichnte Jean Luc Pirot aus Frankreich mit dem Niederrheinischen Keramikpreis 2017 aus. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Bürgermeisterin Gisela Klaer zeichnte Jean Luc Pirot aus Frankreich mit dem Niederrheinischen Keramikpreis 2017 aus. Foto: Lothar Strücken

„Auf dem Pottbäckermarkt stellen Keramiker aus, die auf den besten Märkten in Deutschland und dem angrenzenden Ausland vertreten sind", stellte Aussteller John Townsend aus Großbritannien fest. Einige neue Händler hatten den Markt auf Empfehlung anderer Keramiker-Kollegen ausgewählt und waren begeistert von der Atmosphäre und den Besuchern des Marktes. Sie möchten auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederkommen. Die Besucher drängten sich bei der Porzellanmalerin Yamiko Odawara aus Japan, die vor Ort Teller mit traditionellen indigofarbenen Mustern bemalt hat und wagten sich selbst auch begeistert an Farben und Pinsel.

Am Sonntag wurde schließlich zum 18. Mal der Gewinner des mit 1000 Euro dotierten „Niederrheinischen Keramikpreises" der Stadt Krefeld ausgewählt. Die Jurymitglieder: Diplom-Designer Knut Michalk von der Hochschule Niederrhein, Keramikmeisterin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks am Niederrhein, Denise Stangier, sowie Keramikdesigner und Preisträger 2015 Frank Schillo. Bürgermeisterin Gisela Klaer konnte in diesem Jahr Jean Luc Pirot aus Frankreich mit dem Keramikpreis auszeichnen. Mit seinen Werken, die an Felsen erinnern, nahm Pirot zum zweiten Mal am Pottbäckermarkt teil. Er überzeugt durch die Schlichtheit seiner Arbeiten. Der Jury ist es in diesem Jahr unter der Vielfalt der Keramikkünstler besonders schwer gefallen, sich auf nur einen Preisträger festzulegen. Mit der Verleihung des Preises unterstützt die Design-Stadt Krefeld die Entwicklung im Bereich des keramischen Designs.

Begründung der Jury zur Wahl Jean-Luc Pirots für den Niederrheinischen Keramikpreis 2017

Auch in diesem Jahr fiel, wie im Vorjahr, die Entscheidung des Niederrheinischen Keramikpreises zugunsten der künstlerischen Keramik - der Objektkeramik aus. Und trotzdem ist das Feld gestalteter Keramik damit keineswegs ausgelotet. Pirots Arbeiten stehen für einen winzigen Ausschnitt dieses Universums, bringen diesen jedoch in einer Konsequenz auf den Punkt, die ihresgleichen sucht.

Man meint wohlgeformte Steinmetzarbeiten, dabei aber unvergewaltigten Fels vor sich zu haben. In nahezu beängstigender Reduktion konzentrieren sich die Stücke Pirots auf die Gestaltungselemente Proportion und Form. Von aufstrebender Statur, ausgewogen und mit sich im Reinen ruhen die auch gesteinsfarbigen geomorphen Gebilde in einer Weise in sich, wie es unaufgeregter und weltvergessener kaum geht. In ihrer Wirkung monumental und doch unaufdringlich anmutend entfalten die Einzel- wie Doppel- oder Vierfachkompositionen einen materialorientierten naturhaften Minimalismus, der unsrer aktuellen effekthascherischen und aktionistischen Welt kontraststärker kaum gegenüberstehen könnte.

Ein solches Statement ist mutig und damit erst recht zu honorieren, so das Gesamturteil der Jury.

Knut Michalk / Denise Stangier / Frank Schillo

Plakat Pottbäckermarkt