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Keramik und Porzellandesign auf dem Krefelder Pottbäckermarkt

Keramikpreis geht an Atelier aus den Niederlanden

Sein „silbernes Jubiläum" feierte der Krefelder Pottbäckermarkt am vergangenen Wochenende in der Krefelder Innenstadt. Zum 25. Mal präsentierte sich die bewährte Veranstaltung mit Keramikdesign, Kunsthandwerk, weißem Porzellan und traditioneller Ware rund um die Dionysiuskirche und an der Rheinstraße und war durchgehend sehr gut besucht. Das Stadtmarketing hatte insgesamt rund 90 nationale und internationale Aussteller gewinnen können, die ihr Spektrum an kreativer Vielfalt präsentierten. Zum 17. Mal hat eine fachkundige Jury einen Teilnehmer des Marktes auserkoren, der wegen seiner besonderen Arbeiten mit dem Niederrheinischen Keramikpreis ausgezeichnet wurde. Jurymitglieder waren Diplom-Designer Knut Michalk von der Hochschule Niederrhein, die Krefelder Keramikerin Anke Schwittmann-Schops und Eva Roux, Krefelder Künstlerin und Vorstandsmitglied im Berufsverband Bildender Künstler Niederrhein.

Bei strahlendem Sonnenschein überreichte Bürgermeisterin Gisela Klaer den Niederrheinischen Keramikpreis in diesem Jahr an Carla de Vrijer aus Doetinchem in den Niederlanden. Mit ihrem Keramikatelier „De Kleinood" war sie zum ersten Mal auf dem Krefelder Pottbäckermarkt vertreten. Sichtlich berührt und hocherfreut nahm die Künstlerin den mit 1000 Euro dotierten Preis entgegen. Inspiriert von Natur, Strand und der Unterwasserwelt benutzt sie für ihre monumentalen abstrakten Skulpturen natürliche Farben und verziert sie manchmal mit roten Elementen. Die Wahl der Jury begründete Michalk mit einem verkürzten Zitat von Hermann Hesse: „Zum Wesen der Kunst gehört es, die Realität verstärkt zum Ausdruck zu bringen. Die Preisträgerin verarbeitet Naturformen, wie zum Beispiel hier Korallen, in unterschiedlichen Abstraktionen und erzeugt dadurch eine Eigenständigkeit in ihren Arbeiten", so der Juror.

Preisträgerin Niederrheinischer Keramikpreis 2016: Carla de Vryer aus den Niederlanden, Foto: Lothar Strücken
Preisträgerin Niederrheinischer Keramikpreis 2016: Carla de Vrijer aus den Niederlanden, Foto: Lothar Strücken

Die Kirchengemeinde St. Dionysius begleitete wie gewohnt mit einem Rahmenprogramm in der Kirche das Marktgeschehen. Die wiederholte Zusammenlegung des Pottbäckermarktes mit der Veranstaltung „Märkte für Genießer" ermöglichte am Samstag ein vielfältiges und hochwertiges Marktgeschehen in der Innenstadt. „Nach 25 Jahren haben wir in diesem Jahr einen Silberjubiläumsmarkt", freute sich Uli Cloos, Leiter des Fachbereichs Stadtmarketing und Stadtentwicklung. „Es hat sich bewährt, dass wir hier auf große Qualität achten. Diesen Weg wollen wir auch in den nächsten Jahren weitergehen", sagte Cloos.

Fotoimpressionen des Pottbäckermarktes im Jahr 2016, Fotos: Lothar Strücken
Fotoimpressionen des Pottbäckermarktes im Jahr 2016, Fotos: Lothar Strücken

Weitere interessante Fakten zum Pottbäckermarkt

Keramik aus Japan

Erstmalig gab es in diesem Jahr auf dem Pottbäckermarkt handgefertigte japanische Keramik geben. Die Herstellungsmethode „Tobe-Yaki" aus der Präfektur Ehime ist seit der Edo- Zeit (zirka 17. Jahrhundert) eine bekannte Brennmethode Japans. Das Grundmaterial von Tobe-Porzellan besteht aus Restbeständen, die bei der Herstellung von Messer-Schleifsteinen anfallen. Neben den traditionellen Mustern aus indigofarbenen Schnörkeln auf milchig-weißem Untergrund gibt es auch unterschiedliche moderne Muster.

Kreatives Potenzial und Erfolg bringende Kooperationen

Seit vielen Jahren ist der Krefelder Pottbäckermarkt ein beliebtes Ereignis nicht nur für Designer aus Deutschland, sondern auch aus Belgien, den Niederlanden, England, Ungarn, Italien und anderen europäischen Nachbarländern. In Krefeld wird an der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Design, Schwerpunkt Produkt-Design, dem Bedarf an kreativer und künstlerischer Gestaltung sowie theoretischem Wissen Rechnung getragen. Dank der hohen Qualität der potenziellen Nachwuchsdesigner ergeben sich regelmäßig kreative Kooperation zwischen der Hochschule Niederrhein und dem Krefelder Stadtmarketing gerade auch im Zuge des Pottbäckermarktes.

Kulturelle Erfolgsgeschichte

Krefelds kulturelle Erfolgsgeschichte hat neben weltweit bekannten Architekturhighlights wie den Mies-van-der-Rohe-Bauten auch im künstlerischen Bereich durch die frühere „Handwerker und Kunstgewerbeschule zu Crefeld" und dem heutigen Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein über Jahrzehnte namhafte Kunstschaffende und Designer hervor gebracht. Jan Thorn-Prikker und Peter Bertlings kamen beispielsweise als Lehrer für die „Handwerker und Kunstgewerbeschule zu Crefeld" in die Stadt. Unter ihnen entwickelten sich Künstler wie Heinrich Campendonk, Helmut Macke, Josef Strater und andere.

Zeugnisse keramischer Geschichte, sowohl Bruchscherben als auch vollständige Gebrauchsgegenstände aus Ton, sind im Museum Burg Linn ausgestellt. Die hier ansässige größte Sammlung niederrheinischer Keramik, rückdatierbar bis ins 18. Jahrhundert, belegt die lange Tradition der Pott- und Pannenbäcker, Schotteldreher, Töpfer und Häfner in Krefeld.

Niederrheinischer Keramikpreis

Alljährlich vergibt die Stadt Krefeld den mit 1000 Euro dotierten 17. „Niederrheinischen Keramikpreis" an einen der ausstellenden Keramikdesigner. Der Gewinner wird von einer fachkundigen Jury aus Keramikdesignern und Fachlehrern ausgewählt. Mit der Verleihung des Preises unterstützt die Design-Stadt Krefeld die Entwicklung im Bereich des keramischen Designs.

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