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Niedergermanischer Limes

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Die römische Provinz Niedergermanien (Germania inferior) umfasste das Rheinland und weite Teile der heutigen Niederlande. Hauptstadt der Provinz war die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, Köln. Entlang des Rheins verlief der Limes auf 385 Kilometern Länge als Grenzeinrichtung gegenüber dem feindlichen freien Germanien von Remagen bis zur Rheinmündung bei Katwijk an Zee. Der Niedergermanische Limes bestand zwischen 15 vor und circa 450 nach Christus und gehört damit zu den frühesten Grenzsystemen des Römischen Reiches und gleichzeitig zu den am längsten gehaltenen Grenzabschnitten.

Charakteristisch für den Niedergermanischen Limes ist der komplette Verlauf entlang des Rheins und seine lange Existenz, länger als alle anderen Limesabschnitte. Das unterscheidet ihn von den bisher als Welterbe anerkannten Landgrenzen. Der Fluss war für feindliche Verbände bereits ein erhebliches Hinderniss. Die Römer mussten am „nassen Limes" keine Wallanlage errichten und legten daher die Legionslager und Kastelle in direkter Nähe zum Fluss an. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, bildeten die Militäreinrichtungen ein in sich geschlossenes System. Im Unterschied zu den Landgrenzen gehören daher zum Niedergermanischen Limes alle Arten militärischer Einrichtungen, vom Wachturm bis zum riesigen Zweilegionenlager. Verkehrsader für den Limes war auf deutscher Seite die überwiegend schnurgerade angelegte römische Reichsstraße entlang des Rheins, auf der heute in großen Teilen die Bundesstraße 9 verläuft.

Auf deutscher Seite können 19 Kommunen in Nordrhein-Westfalen und eine Kommune in Rheinland-Pfalz insgesamt 27 hochrangige Fundplätze des römischen Militärs vorweisen (siehe Downloads). Die wichtigsten archäologischen Plätze des Niedergermanischen Limes sind: das Praetorium in Köln als Sitz des militärischen Oberbefehlshabers und Statthalters, das Doppellegionslager Vetera I in Xanten, dem bis zu seiner Zerstörung 70 nach Christus mit 10.000 Mann größten Standlager im Römischen Imperium, die Legionslager in Bonn, Neuss und Nijmegen, die Hilfstruppenlager in Remagen, Köln-Deutz, Dormagen, Monheim, Krefeld, Moers-Asberg und Kalkar sowie Arnheim, Vechten, Utrecht, Zwammerdam, Alphen und Valkenburg.

Die Funde aus dem Kastell Gelduba und dem römisch-fränkischen Gräberfeld werden im Archäologischen Museum Krefeld, Rheinbabenstraße 85, ausgestellt. Ein Film über das spätrömische Kastell steht unter Links.

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