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Stadt und Freischwimmer entwickeln Stadtbad weiter

Veröffentlicht am: 05.06.2023

Stellen die Planungen fürs Stadtbad vor:  (von links nach rechts) Projektmanagerin Ruth Esser-Rehbein, Architektin Lotte Irmler, ZGM-Leiter Rachid Jaghou, Architektin Kai Mettelsiefen, Marcel Beging vom Freischwimmer-Verein, Planungsdezernent Marcus Beyer und Katrin Mevißen vom Freischwimmer-Verein. Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Stellen die Planungen fürs Stadtbad vor: (von links nach rechts) Projektmanagerin Ruth Esser-Rehbein, Architektin Lotte Irmler, ZGM-Leiter Rachid Jaghou, Architektin Kai Mettelsiefen, Marcel Beging vom Freischwimmer-Verein, Planungsdezernent Marcus Beyer und Katrin Mevißen vom Freischwimmer-Verein.
Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Erste Architektenentwürfe für das Freischwimmer-Gelände präsentiert

Das historische Stadtbad an der Neusser Straße gehört mit seinem Areal und seiner besonderen Lage in der Innenstadt zu den wichtigsten Initialprojekten im Integrierten Handlungskonzept. Als Entwicklungsimpuls und neuer Frequenzbringer für die südliche Innenstadt soll es eine Aufwertung des gesamten Quartiers in Gang bringen. Jetzt haben Stadt und Freischwimmer gemeinsam Fortschritte und Entwicklungen vorgestellt. Für das Freischwimmer-Gelände liegen erste Architektenentwürfe vor. „In der Entwicklung des Stadtbads als große, denkmalgeschützte und sehr komplexe Immobilie sind wir auf Förderprogramme angewiesen", betonte Planungsdezernent Marcus Beyer gleich zu Beginn. „Im Moment geht es darum, diese Förderungen zu sichern. Dafür bedarf es einer akribischen Vorbereitung."

 

 

Diese Nutzungen sind nach aktuellem Planungsstand von Juni 2023 für das Stadtbad vorgesehen. Prüfungen finden nun statt. Grafik: Stadt Krefeld, GBV

Diese Nutzungen sind nach aktuellem Planungsstand von Juni 2023 für das Stadtbad vorgesehen. Prüfungen finden nun statt.
Grafik: Stadt Krefeld, GBV

Vier Teilbereiche strukturieren die Planungen

Die Stadtverwaltung teilt das Gesamtprojekt Stadtbad dazu in vier Teilbereiche, die allesamt als eigener Prozess - gerade in Bezug auf die Förderfähigkeit - angesehen, gleichzeitig aber auch im Gesamtkonstrukt betrachtet werden müssen. „Die Abgrenzung einzelner Gebäudeteile ist aufgrund der Komplexität des Gebäudes notwendig, denn wir möchten hier schrittweise entwickeln", so Beyer weiter.

Eingangsbereich, zentraler Wandelgang und Bädertrakt

Einen Teilbereich bilden der Eingangsbereich, der zentrale Wandelgang und der Bädertrakt. In diesen Teil des Bades sollen vor allem kommunale Nutzungen einziehen. Ein Qualifizierungskonzept, das durch die Städtebauförderung gefördert wird, untersucht zum einen, wie sich das Gesamtgebäude erschließen lässt und wie Brandschutz sowie Barrierefreiheit umgesetzt werden können. Zum anderen wird ermittelt, wie sich neue Nutzungen im Wandelgang und den Wannenbädern des Bädertrakts unterbringen lassen. „Wir rechnen damit, dass das Konzept im Sommer abgeschlossen werden wird. Es liefert uns Grundlagen, um das Gebäude im Gesamten weiter zu entwickeln, aber schafft auch Bausteine für einen zukünftigen städtischen Förderantrag", beschreibt Ruth Esser-Rehbein als städtische Projektmanagerin.

Herrenhalle

Einen zweiten Teilbereich bildet die Herrenhalle, die möglicherweise zu einer multifunktionalen „Halle für alle" werden soll. Ein externes Büro wurde beauftragt, um hier unter anderem ein Betriebs- und Trägermodel zu entwickeln, denn die Idee ist es, hier gemeinbedarfliche oder privatwirtschaftliche Nutzungen unterzubringen. „Im Fachjargon sprechen wir vom ‚Placemaking-Prozess'", beschreibt die Projektmanagerin. „Das ist die Kunst, gute Orte auszubilden."

Medizinische Bäder, Damenhalle sowie Obergeschoss des Wohnhauses

Eine Machbarkeitsstudie wird für den dritten Bereich, die medizinischen Bäder, die Damenhalle sowie für das Obergeschoss des Wohnhauses vorbereitet. Die Machbarkeitsstudie prüft, ob sich die Flächen für einen „Forschungs-, Bildungs- und Erlebnisort Biodiversität" eignen - der Krefelder Entomologische Verein könnte hier mit seiner Sammlung, seiner wissenschaftlichen Forschung und Lehrtätigkeit einziehen. Außerdem wird geprüft, ob in der ehemaligen Damenhalle ein Ausstellungs- und Erlebnisort für Insekten-Biodiversität eingerichtet werden kann. Der Förderantrag liegt bereits der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung (BKM) vor und es wurde ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn beantragt.

Werkstatt, Freibadanbau, Freibadgelände und Arkadenhaus

Den vierten Konzeptbereich bildet das Gelände, das durch den Krefelder Freischwimmer-Verein gestaltet wird: die Werkstatt, der Freibadanbau, das Freibadgelände und das Arkadenhaus. Hand in Hand bereiten die Freischwimmer und das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt im Moment einen Förderantrag für die Städtebauförderung vor, der im Oktober eingereicht werden soll. Für die Akteure ist das ein wichtiger Schritt, denn die Städtebauförderung ebnet den Weg, um Gebäude und das Gelände baulich zu entwickeln. „Über fünf Jahre harte Arbeit liegen hinter uns. Mit den Entwürfen und unserer antragsreifen Planung für die Städtebauförderung kommen wir endlich an den Punkt, unserer Stadt all das geben zu können, was sie sich 2018 vom Stadtbad und uns gewünscht hat", erklärt Katrin Mevißen, Projektentwicklung vom Verein.

Das Kölner Architektenbüro Schaller hat für den Bereich des Freischwimmer-Vereins Planungen entwickelt. Die Pläne werden nun als Förderantrag im Rahmen der Städtebauförderung eingereicht.   Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer
Das Kölner Architektenbüro Schaller hat für den Bereich des Freischwimmer-Vereins Planungen entwickelt. Die Pläne werden nun als Förderantrag im Rahmen der Städtebauförderung eingereicht.
Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer

"Stadt der Anfänge" wird als Trägergesellschaft gegründet

Teil der Vorbereitungen auf den Förderantrag sind auch die Aufbringung von Eigenmitteln sowie die Entwicklung einer Trägergesellschaft. Insgesamt sollen 3,5 Millionen Euro beim Fördergeber beantragt werden, Stadt und Verein müssen sich jeweils mit zehn Prozent Eigenanteil einbringen. Für den Verein, der ausschließlich gemeinwesenorientiert arbeitet, ist das eine beachtliche Summe. Die Konkretisierungen der Planungen helfen beim Fundraising. „Wir gründen die Stadt der Anfänge, die immer wieder von Neuem unter Beweis stellen wird, dass die konstruktive Verbindung von bürgerschaftlichem Engagement, Eigenverantwortung und Zukunftsfragen eine Stadt spürbar und auf Dauer zum Positiven verändern kann", schildert Marcel Beging, ebenfalls Projektentwicklung. „Im Stadtbad findet man, wenn der Umbau gemacht ist, diesen Ort."

Erste Architektenentwürfe zeigen, wie sich das Gelände der Freischwimmer entwickeln könnte

Und dieser Ort nimmt immer mehr Gestalt an. Zuletzt hat der Verein im Ehrenamt nicht nur ein „Café am See" entstehen lassen, das sich im Bau auf der Zielgeraden befindet, sondern das Kölner Architektenbüro Schaller hat den Ideen der Freischwimmer auch planerische Gestalt verliehen. Die Architektenentwürfe wurden nun von Lotte Irmler und Kai Mettelsiefen erstmals vorgestellt. „Das Stadtbad ist auch für uns ein spannendes Objekt, denn wir haben uns immer wieder im Prozess die Frage gestellt, wie wir in einem denkmalgeschützten Gebäude alle gewünschten Nutzungen unterbringen können, ohne zu weit in die Struktur einzugreifen", beschreibt Mettelsiefen.

Die Architektenentwürfe zeigen, wie sich die Räume im historischen Stadtbad im Bereich des Freischwimmer-Vereins entwickeln könnte. Hier ist die Ansicht des Erdgeschosses.  Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer
Die Architektenentwürfe zeigen, wie sich die Räume im historischen Stadtbad im Bereich des Freischwimmer-Vereins entwickeln könnte. Hier ist die Ansicht des Erdgeschosses.
Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer

Pläne für das Erdgeschoss

Im Erdgeschoss, angrenzend an das Freibadareal, soll eine Nachbarschaftswerkstatt entstehen. Mit einem offenen Charakter sind alle Interessierten eingeladen, hier gemeinsam an Projekten zu arbeiten oder eigenständig Ideen zu entwickeln. Angrenzend an die Nachbarschaftswerkstatt befindet sich ein großer „Open Space"-Bereich, der an einen Lichthof grenzt, der bis unter das Dach reicht. „Der Lichthof ist ein wichtiges Element, denn er öffnet das Gebäude nicht nur optisch nach außen, sondern er sorgt auch für Helligkeit im Gebäude", erklärt Irmler.

Die Architektenentwürfe zeigen, wie sich die Räume im historischen Stadtbad im Bereich des Freischwimmer-Vereins entwickeln könnte. Hier ist die Ansicht des Obergeschosses.  Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer
Hier ist die Ansicht des Obergeschosses.
Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer

Pläne für die erste Etage

Auf die erste Etage sollen unter anderem zwei Gruppenräume einziehen, die sowohl einzeln als auch gemeinsam durch das Öffnen einer Schiebetür genutzt werden können. Erweitert wird der Innenraum auf beiden Etagen durch eine vorgesetzte, begehbare Kräuterwand. Das Areal ist ähnlich wie eine Terrasse aufgebaut und vergrößert die Flächen für das gemeinsame Zusammenkommen. Die Kräuterwand soll für alle zugänglich sein: Kräuter für das eigene Kocherlebnis können hier mitgenommen werden. Ein weiteres, wichtiges Element ist die Entwicklung der Fassaden. Sowohl an der westlichen als auch an der südlichen und östlichen Fassade sollen große Öffnungen entstehen, die die Ansprache nach außen ermöglichen.

Die Architektenentwürfe zeigen, wie sich die Räume im historischen Stadtbad im Bereich des Freischwimmer-Vereins entwickeln könnte. Hier ist die Ansicht des Arkadien-Bereichs.  Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer
Hier ist die Ansicht des Arkadien-Bereichs.
Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer

Pläne für das Arkadenhaus und die Außenfläche

Entwürfe haben die Architekten auch für das Arkadenhaus vorbereitet. Schon jetzt verwandelt sich jeden Freitag das Außengelände in einen Biergarten. Zukünftig könnte im Arkadenhaus ein Ausschank mit Küche beheimatet werden.

Der Antrag wird im Oktober gemeinsam mit den Architektenplänen beim Fördergeber eingereicht werden. Voraussichtlich muss dann 2024 ein Leistungsverzeichnis zusätzlich vorliegen. Im Laufe des nächsten Jahres könnte die Bewilligung erfolgen. „Die Gespräche mit der Bezirksregierung und dem Ministerium ergaben bislang positive Rückmeldungen. Im Moment werden aber die Förderrichtlinien verändert, wir müssen hier noch einmal gut hinschauen, wie sich das auch auf unseren Förderantrag auswirkt", betont Marcus Beyer.

Das Kölner Architektenbüro Schaller hat für den Bereich des Freischwimmer-Vereins Planungen entwickelt. Die Pläne werden nun als Förderantrag im Rahmen der Städtebauförderung eingereicht.   Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer
Das Kölner Architektenbüro Schaller hat für den Bereich des Freischwimmer-Vereins Planungen entwickelt. Die Pläne werden nun als Förderantrag im Rahmen der Städtebauförderung eingereicht.
Animation: Schaller Architekten Stadtplaner BDA / Freischwimmer

Der Freischwimmer-Verein nutzt derweil die Außenflächen für Entwicklungstätigkeiten und Veranstaltungen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Vereins auf https://freischwimmer-krefeld.de/. Zum städtebaulichen Prozess stellt die Stadt Krefeld Informationen auf www.krefeld.de/stadtbad zur Verfügung.

 

Weitere Informationen rund um das Stadtbad:

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Welche Historie hat das alte Stadtbad an der Neusser Straße? Warum wurde es geschlossen? Ist geplant, dass hier wieder geschwommen werden kann? Wie sind die Entwicklungspläne? Wer ist an der Entwicklung beteiligt? Wie kann ich als Bürgerin oder Bürger mitwirken? Hier werden die meistgestellten Fragen zum Krefelder Stadtbad beantwortet.
Grafik: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
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Das Stadtbad liegt in Mitten der Innenstadt. Es ist eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte in Krefeld.Grafiken: raumwerk.architekten
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Grafik: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
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Die Stadt stellt ein Qualifizierungskonzept für den Bädertrakt und den Wandelgang sowie zur Erschließung des Gesamtgebäudes vor. Teil davon sind unter anderem eine Quartiersküche, Werkstätten und ein Jugendkulturhaus. Am 2. November entscheidet der Rat.
Das Qualifizierungskonzept für einen Teil des historischen Stadtbades in Krefeld wurde nun vorgestellt. Es sollen unter anderem ein Jugendkulturhaus, eine Quartiersküche und Werkstätten in das Gebäude entwickelt werden.Grafiken: raumwerk.architekten

 

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