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4336/17 - 3RX - Neue Alternativen für den eisernen Rhein?

Vorlagennummer4336/17
Datum23.08.2017
Beratungsartöffentlich

Vorgesehener Beratungsweg

Bezirksvertretung West, 09.11.2017

Wortbeitrag


Frau Schock nimmt Bezug auf den Antrag der SPD-Fraktion vom 10.08.2017 und die mit der Einladung für die heutige Sitzung zugesandte Stellungnahme des Fachbereiches Stadtplanung vom 27.10.2017.
Sie erklärt, dass die im Antrag gezielt gestellten Fragen in der Stellungnahme nicht bzw. nicht ausreichend beantwortet wurden.
Insbesondere sei weiterhin offen, in welchen Gremien/Arbeitskreisen die Stadt Krefeld diesbezüglich vertreten sei und in welcher Form und mit welcher Zielsetzung dort die Interessen der Stadt vertreten werden.
Zudem müsse man auch schauen, inwieweit die Krefelder Landtagsabgeordneten hier eingebunden und auch Projekte im Interesse der Stadt Krefeld möglicherweise beeinflusst werden könnten.
Besonders wichtig sei jedoch auch die Einbindung und Information der betroffenen Bürgerschaft.
Sie bittet um weitere, konkretere Informationen im vorgenannten Sinne.

Herr Dr. Porst verweist auf den letzten Absatz der Stellungnahme des Fachbereiches Stadtplanung, wonach es für Krefeld zu höheren Belastungen auf bestehenden Strecken kommen könnte und merkt an, dass der Stadtbezirk West an der Bahnstrecke Krefeld-Mönchengladbach über sechs Bahnübergänge verfüge und es regelmäßig zu langen Standzeiten komme, die sukzessive zunehmen.

Herr Dr. Ruhland bestätigt dies und spricht sich für eine Weiterverfolgung des Themas aus.

Herr Menzer hält abschließend fest, dass die Verwaltung gebeten werde, eine neue, konkretere Stellungnahme zum Antrag der SPD-Fraktion vorzulegen. Hilfsweise könne auch ein Vertreter aus dem Planungsbereich in der kommenden Sitzung mündlich berichten und für Rückfragen zur Verfügung stehen.

Bezirksvertretung West, 08.03.2018

Wortbeitrag


Herr Dr. Böttges erklärt, dass der Ausbau des Schienennetzes auf Zweigleisigkeit in den Bereichen der Strecken Rheydt / Odenkirchen und Dülken / Kaldenkirchen im Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf ausgewiesen wurde. Die aktuell laufende 3RX-Studie umfasse ein Schienennetz von Antwerpen über Roermond nach Venlo und weiter nach Viersen. Dort ende die Studie. Klar sei jedoch, dass eine weitere Anbindung an das Ruhrgebiet derzeit nur über die bestehende Trasse durch Krefeld in Betracht komme. Der Rat der Stadt Krefeld habe daher im Jahr 2016 einen Beschluss gefasst, der eine Variante entlang der A 52 von Mönchengladbach nach Düsseldorf mit einer Anbindung an den Rheinhafen favorisiert.
Im Rahmen der 3RX-Studie gehe man derzeit davon aus, dass sich der Güterzugverkehr bis zum Jahre 2040 fast verdoppeln werde.

Frau Schock erklärt, dass man verwundert sei, dass die Stadt Krefeld bei der 3RX-Studie nicht beteiligt sei. Man gehe offenbar davon aus, dass der "Eiserne Rhein" in Mönchengladbach-Rheydt / Viersen enden werde. Dies sei jedoch nicht der Fall. Die Studie sei nicht nur für Bürgerschaft und Politik von Interesse, sondern sicher auch bei Unternehmen für Investitionen und EU-Fördermittel.
Wie schon häufig erwähnt, erfolge für Bestandsstrecken wie bei der, die durch Krefeld führt, wenig Lärmschutz und häufig würden zudem alte Waggons eingesetzt, die nicht lärmmindernd seien.
Die Politik und die Verwaltung müssten sich weiterhin dafür einsetzen, dass keine Zunahme des Güterzugverkehrs durch Krefeld erfolge, sondern eine Entlastungsvariante eingerichtet werde.

Herr Horster ergänzt, dass Venlo die angedachte Route ebenfalls nicht unterstütze und kein Interesse an einer schnellen Umsetzung habe.

Herr Heimendahl merkt an, dass grundsätzlich das Ziel verfolgt werden müsse, Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Diese sollten aber dann nicht durch die Stadt "rollen". Dabei sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, dass auch der Personenzugverkehr zunehmen werde und eher gestärkt werden müsste.

Herr Dr. Böttges erklärt, dass eine Stärkung des Personenzugverkehrs generell befürwortet werde und eine Verlagerung des Güterzugverkehrs dann in die Nachtstunden erfolgen müsse.

Herr Dr. Ruhland betont, dass eine Variante des "Eisernen Rheins" entlang der A 52 konsensfähig sei. Bereits derzeit sei eine Stärkung des Personenzugverkehrs, hin zu einer 20-Minuten-Taktung wegen des Güterzugverkehrs nicht möglich.

Herr Dr. Porst findet, dass Krefeld bei diesem Thema nicht ernst und eher "stiefmütterlich" behandelt werde.

Herr Schmitz merkt an, dass die Deutsche Bahn AG mehr in die Pflicht genommen werden müsse, um grundsätzlich für mehr Lärmschutz zu sorgen. Er verweist zudem darauf, dass im Rahmen des Güterverkehrs auch Gefahrgüter über die Strecke transportiert würden. Diese sollten grundsätzlich aus Städte herausgehalten werden. Zudem verweist er darauf, dass bereits an den Bahnübergängen lange Wartezeiten bestehen, wodurch häufig auch ein langer Rückstau entstehe. Bei den derzeitigen Planungen werde auch hier eine weitere Be-/Überlastung erfolgen.

Herr Menzer hält abschließend fest, dass der Bericht der Verwaltung zur Kenntnis genommen, das Thema "Eiserner Rhein" die Bezirksvertretung auch in Zukunft weiter beschäftigen werde und insbesondere die Weiterentwicklung beobachtet werde.