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4560/17 - Integriertes Handlungskonzept Uerdingen – Ergebnisbericht und Maßnahmen für 2018

Vorlagennummer4560/17
Datum11.10.2017
Beratungsartöffentlich

Beschlussvorschlag


Für die Bezirksvertretung Uerdingen:
Das Integrierte Handlungskonzept Uerdingen wird zur Kenntnis genommen.

Für den Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung und den Haupt- und Beschwerdeausschuss:
Dem Rat der Stadt Krefeld wird empfohlen, dass Integrierte Handlungskonzept Uerdingen zu beschließen.

Für den Rat der Stadt Krefeld:
Das Integrierte Handlungskonzept Uerdingen mit den darin enthaltenen Zielen und Maßnahmen und einem Gesamtfördervolumen von etwa 17,8 Mio Euro wird beschlossen. Insbesondere wird der Stellung von Förderanträgen der für das Jahr 2018 vorgesehenen Maßnahmen zugestimmt.

Sachverhalt


Der Rat der Stadt Krefeld beauftragte in seiner Sitzung am 1. Juli 2014 die Verwaltung, für den Bereich des Ortskerns von Uerdingen ein Integriertes Handlungskonzept zu erstellen (Vorlage Nr. 78/14). Der Kernbereich Uerdingens wird aufgrund demographischer Veränderungen (Schrumpfung und Überalterung) auch mit städtebaulichen Herausforderungen konfrontiert. Ein unattraktives Wohnangebot sowie nicht zeitgemäße Angebote in den Bereichen Einzelhandel und Dienstleistungen führen bereits heute zu einem veränderten Stadtbild, das zumindest in Teilen durch Mindernutzungen, Brachflächen, Baulücken etc. geprägt ist. Durch die angestrebte Aufnahme in die Städtebauförderung des Bundes und der Länder soll dieser Entwicklung entgegengewirkt und die Potenziale Uerdingens gestärkt werden.

Die Verwaltung legte im Herbst 2016 den ersten Teil des Integrierten Handlungskonzeptes Uerdingen mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme und Problemanalyse vor. Die Planungsgruppe STADTBÜRO wurde im Dezember 2016 beauftragt, auf dieser Grundlage das Integrierte Handlungskonzept Uerdingen zu erstellen. In Kooperation mit der Stadt Krefeld wurden im Jahr 2017 die prozessbegleitende Beteiligung sowie die Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt, Maßnahmen für den Umbauprozess entwickelt und ein Finanzierungs- und Zeitplan aufgestellt.

Der Beteiligungsprozess ist im Januar 2017 mit Expertengesprächen gestartet worden. Über einen Zeitraum von drei Monaten sind insgesamt 16 Einzelgespräche mit ca. 50 örtlichen Akteuren geführt worden. Als Gesprächspartner wurden Vertreter örtlicher Vereine und Interessensgemeinschaften, Vertreter örtlicher Unternehmen, aktive Bewohner sowie Vertreter relevanter Institutionen aufgesucht. In der ersten Jahreshälfte wurden zwei Bürgerwerkstätten und zwei Infostände auf dem Wochenmarkt durchgeführt, um gemeinsam mit den örtlichen Akteuren und Einrichtungen, Vertretern der Stadtverwaltung sowie interessierten Bürgern die Analyseergebnisse zu reflektieren, Zielsetzungen festzulegen und denkbare Maßnahmen zu diskutieren.

Die Ergebnisse der umfangreichen Analysearbeit und der Beteiligung sind in die Konzepterstellung eingeflossen. So wurden für die fünf Handlungsfelder "Öffentlicher Raum und Verkehr", "Städtebau und Wohnen", "Einzelhandel und Gastronomie", "Soziale Infrastruktur und Naherholung" sowie "Organisation" Stadtumbaumaßnahmen entwickelt. Im Konzeptteil gibt es für die einzelnen Umbaumaßnahmen eine kurze Beschreibung sowie eine Darstellung des Kosten- und Zeitrahmens. Im Rahmen einer Bürgerveranstaltung wurde am 12. September 2017 der vorläufige Maßnahmenkatalog als Ergebnis der bisherigen Erarbeitung vorgestellt und am 20. September 2017 mit der Bezirksvertretung Krefeld-Uerdingen abgestimmt.

Die Beschlussfassung über das Integrierte Handlungskonzept Uerdingen (gemäß § 171b Abs. 2 BauGB) dient als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln im Rahmen der Städtebauförderung des Bundes und der Länder. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen ist für einen Zeitraum von mehreren Jahren geplant. Wenn es um die konkrete Umsetzung der einzelnen Maßnahmen geht, wird in jedem Einzelfall eine erneute Beschlussfassung mit Festsetzung der erforderlichen Mittel erfolgen.

Das Integrierte Handlungskonzept ist der Vorlage als Anlage in drei Teilen beigefügt.

Folgende Maßnahmen sollen für das Programmjahr 2018 angemeldet werden:

1. Quartiersmanagement/-beratung und Ladenflächenmanagement
Beim Stadtumbau West geht es nicht nur darum, dass die öffentliche Hand Projekte, wie z.B. Straßen- und Platzgestaltung fördert und umsetzt. Vielmehr sollen diese öffentlich umgesetzten Projekte Initialwirkung auf die privaten Investoren haben. Ohne das private Engagement ist ein nachhaltiger Stadtumbau nicht möglich. Stadtumbau ist ein Entwicklungsprozess, der über mehrere Jahre von öffentlicher Hand und privaten Investitionen getragen werden muss. Mit Hilfe des Quartiersmanagements sollen die verschiedenen Akteursgruppen aus Verwaltung, Politik, Handel und Gewerbe, Bürgerschaft und Immobilienbesitzer miteinander vernetzt werden, um Ideen und Engagement zu bündeln sowie privates Kapital und Fördermittel zu mobilisieren. Wichtige Aufgabe ist, die privaten Akteure bei ihren Investitionsaktivitäten zu unterstützen und bei der Beantragung von Fördermitteln zu beraten. Da die detaillierte Stärken- und Schwächenanalyse vor allem Missstände im Bereich öffentlicher Raum, Wohnen (Gebäudezustand) und Einzelhandel (Leerstand, Gestaltungsmängel) aufgezeigt hat, wird eine Kopplung von Quartiers- und Ladenflächenmanagement empfohlen.

Das Quartiersbüro sollte an einem zentralen Ort eingerichtet werden. Am besten in der Fußgängerzone, in der Nähe des historischen Marktplatzes. Mit der räumlichen Kopplung von Quartiersberatung und Ladenflächenmanagement können die Präsenzzeiten verlängert und das Inventar besser ausgenutzt werden. Mit der Umsetzung der Aufgaben soll ein externes Büro beauftragt werden.

Maßnahmenbeschreibung Quartiersmanagement (QM)
Der Stadtteil Uerdingen verfügt über ein großes ehrenamtliches Engagement, das sich in der vielfältigen Vereins- und Initiativenlandschaft zeigt. Besonders aktive Gruppen, wie z.B. der Uerdinger Kaufmannsbund, der Bürgerverein Uerdingen am Rhein, die IG Rheinstadt Uerdingen, der Uerdinger Heimatbund oder der Arbeitskreis „Erhalt der Bücherei Uerdingen“ engagieren sich bei unterschiedlichen Themen und sorgen für eine breite Aktivierung der Bürgerschaft. Dieses große bürgerschaftliche Engagement soll auch für den Stadterneuerungsprozess weiter aktiviert und durch ein Quartiersmanagement vernetzt werden. Das QM begleitet die gesamte Netzarbeit vor Ort und ist dabei beratend tätig. Ziel ist es, Kommunikationsstrukturen zu etablieren, die den Umbauprozess begleiten und unterstützen.

Aufgabe des QM ist es, die Verwaltung fachlich bei der Umsetzung der Gesamtmaßnahme zu unterstützen, ein Monitoring- und Evaluationssystem zu entwickeln und den Programmfortschritt zu dokumentieren. Das QM ist zudem auch Ansprechpartner für die Politik.

Das QM organisiert die prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit, damit auch möglichst viele Akteure vor Ort erreicht und zum Mitmachen motiviert werden.

Aufgaben Quartiersmanagement
Aktivierung des vorhandenen bürgerschaftlichen Engagements durch Informationsveranstaltungen und Quartiersfeste
Unterstützung und Erweiterung bestehender Netzwerke der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit im Quartier (Koordinierung/Vernetzung der örtlichen Akteure, Etablierung von Kommunikationsstrukturen)
Einbindung der lokalen Akteure in die Umsetzung (vor Ort Beratung)
Unterstützung der Verwaltung bei der Umsetzung der Gesamtmaßnahme
Ansprechpartner für die örtliche Politik
Initiierung, Begleitung und Steuerung von Projekten im Programmgebiet
Geschäftsführung der Verfügungsfonds
Aktivierung lokaler Akteure, Eigentümer und Vereine zur Entwicklung von Verfügungsfondsprojekten
Öffentlichkeitsarbeit (Pressearbeit, Aufbau und Pflege der Internetpräsenz, Informationsbroschüren, Veranstaltungen)
Anpassung und Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes
Entwicklung eines Monitoring- und Evaluationssystems, Dokumentation des Programmfortschrittes

Maßnahmenbeschreibung Quartiersberatung
Der historische Stadtkern von Krefeld-Uerdingen stellt aufgrund der gut erhaltenen historischen Bausubstanz eine hohe Qualität dar. In den letzten Jahren ist eine eher negative Entwicklung zu beobachten, die sich im Stadtteilzentrum insbesondere in der Zunahme leerstehender Ladenlokale zeigt. Sinkende Mieteinnahmen mindern hier die Investitionsbereitschaft der Eigentümer. So entsprechen einige Immobilien nicht den heutigen Standards und schränken somit die kurzfristige Nutzbarkeit ein. Um das große Potenzial der historischen Altstadt sichtbar und nutzbar zu machen, sollen Immobilieneigentümer durch eine umfassende immobilien- und wohnungswirtschaftliche Beratung zu eigenen Investitionen in den Bestand aktiviert werden. Durch eine gezielte (Erst-)Beratung kann beispielsweise auf energetische Maßnahmen, einen barrierefreien Umbau, Anpassung der Grundrisse, Zuschnitt der Ladenlokale oder die Nutzung von öffentlichen Förderprogrammen hingewiesen werden. Für eine weitergehende Beratung möglicher Sanierungs- oder Umbauarbeiten ist die Beauftragung eines eigenen Architekten durch den Eigentümer notwendig.

Aufgaben Quartiersberatung
Vor-Ort-Präsenz und zentrale Anlaufstelle für alle Informationssuchenden ohne bürokratischen Aufwand
Kontaktaufnahme und (Erst-)Beratung der Eigentümer zu allen Themen rund um die Immobilie
Sensibilisierung und Beratung der Eigentümer von Wohn- und Geschäftsimmobilien bei ihren Investitionsabsichten (Fassadenerneuerung, energetische Nachbesserung, Gebäudemodernisierung, Grundrissveränderung, Barrierefreiheit, denkmalgerechter Umbau, altersgerechtes Wohnen)
Beratung und Unterstützung bei privater Wohnumfeldverbesserung (Entkernung der Innenhöfe, Schaffung von Spielmöglichkeiten, Anlage von Mietergärten oder gemeinschaftlichen Grünflächen, Dachbegrünung, Anbau von Balkonen usw.)
Hof- und Fassadenprogramm
Unterstützung bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel zur Durchführung einzelner Maßnahmen
Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln aus der Städtebauförderung
Initiierung des Austausches und der Vernetzung privater Eigentümer
Durchführung von Veranstaltungen zu unterschiedlichen immobilienbezogenen Themen

Maßnahmenbeschreibung Ladenflächenmanagement
Die Fußgängerzone in der Nieder- und Oberstraße bildet das traditionelle Geschäftszentrum des Stadtteils Krefeld-Uerdingen. Während sich die Niederstraße zwischen Marktplatz und der Straße „Am Zollhof“ zum Kern des Geschäftszentrums entwickelt hat, weisen Oberstraße als auch der nördliche Bereich der Niederstraße einen lückenhaften Geschäftsbesatz, eine geringe Kundenfrequenz und zahlreiche leerstehende Ladenlokale auf. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld mbH und der Uerdinger Kaufmannsbund e. V. engagieren sich seit Längerem gemeinsam für die Belebung der leerstehenden Ladenlokale. Neben einer optischen Gestaltung der Leerstände durch Zwischennutzungen und Schaufenstergestaltungen werden leerstehende Ladenlokale auf der Homepage der Wirtschaftsförderung veröffentlicht und potenzielle Neumieter bei der Standortsuche beraten und unterstützt. Ansiedlungserfolge bestätigen den bisher verfolgten Ansatz. Mit der Umsetzung eines Vor-Ort-Managements in Uerdingen ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, das bisherige Engagement zu vertiefen und breiter aufzustellen. Das einzurichtende Quartiersmanagement in Kombination mit der geplanten Funktion Quartiersarchitekt können die vorhandenen Aktivitäten zielgerichtet unterstützen und somit die Arbeit noch erfolgreicher gestalten. Als Grundlage der Arbeit soll in Abstimmung mit dem Kaufmannsbund und der Wirtschaftsförderung ein Standortprofil entwickelt werden, welches Lücken im Angebot des Standortes aufzeigt, die dann durch die Ansprache neuer Gewerbetreibender geschlossen werden sollen. Zudem ist die Betreuung der bestehenden Gewerbebetriebe wichtig, um frühzeitig auf Veränderungen im Geschäftsbesatz reagieren und Veränderungswünsche der Betriebe unterstützen zu können. So soll ein enger Kontakt zu den Immobilieneigentümern aufgebaut und diese durch die geplante Beratung privater Eigentümer zu wünschenswerten Umbauten in ihren Ladenlokalen aktiviert werden. Das Ladenflächenmanagement soll als Aufgabe von dem zu installierenden Quartiersmanagement in Kombination mit der Beratung privater Eigentümer und in enger Abstimmung und Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld mbH und dem Uerdinger Kaufmannsbund e.V. umgesetzt werden. Hierdurch werden im Rahmen der Vor-Ort-Arbeit sich einstellende Synergien für Belebung von Ladenleerständen genutzt werden können.

Aufgaben Ladenflächenmanagement
Entwicklung eines Standortprofils
Betreuung und Beratung ansässiger Gewerbetreibender sowie Anwerbung neuer Gewerbetreibender
Initierung und Betreuung von Zwischennutzungen, wie z.B. Künstlerateliers o.ä.
Förderung der Gastronomieszene, z.B. durch die Entwicklung eines Gastronomieschwerpunktes auf dem historischen Marktplatz und am Beginn der Oberstraße
Aktivierung und Beratung der Immobilieneigentümer zur notwendigen Anpassung der Ladenlokale an die aktuellen Anforderungen

Maßnahmenbeschreibung Image und Öffentlichkeitsarbeit
Das Stadteilzentrum besitzt aufgrund seiner großflächigen Gewerbebrachen am Rheinufer, einem schwer zugänglichen Rheinufer sowie einer negativen Entwicklung der zentralen Einkaufslage für Außenstehende ein negatives Image. Durch eine regelmäßige Berichterstattung über Aktivitäten und Erfolge kann dazu beigetragen werden, dieses Image zu verbessern. Hierzu ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich, die vom Quartiersmanagement in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Presse und Kommunikation sowie dem Fachbereich Stadtplanung der Stadt Krefeld koordiniert wird. Dies sollte auch die vielen örtlichen aktiven Vereine und Initiativen sowie alle anderen engagierten Akteure mit einbeziehen, um das vorhandene ehrenamtliche Engagement für den Stadtteil entsprechend zu würdigen und weitere Aktive für diesen Prozess zu gewinnen. Die Verbesserung des Images ist eine längerfristige Aufgabe, die von Vielen getragen werden muss und v.a. auch durch die Veröffentlichung von Umsetzungserfolgen sowie die Berichterstattung über das im Stadtteil Uerdingen bestehende Engagement angegangen werden kann. Auch eine gezielte Imagekampagne ist denkbar, wäre aber mit den örtlichen Akteuren abzustimmen und gemeinsam anzugehen.

Aufgaben
Regelmäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über die Stadtteilentwicklung
Etablierung von eigenen Stadtteilmedien (z.B. Newsletter)
Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und Aktionen
Etablierung einer Internetseite zur Dokumentation der Aktivitäten im Stadtteilzentrum Uerdingen
Initiierung einer Imagekampagne

2. Verfügungsfonds nach Ziff. 17 der Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008
Maßnahmenbeschreibung
Der Stadtteil Uerdingen verfügt über ein großes ehrenamtliches Engagement, das sich in der vielfältigen Vereins- und Initiativenlandschaft zeigt. Zur Unterstützung dieses Engagements soll ein Fonds eingerichtet werden, aus dem privates Engagement unterstützt werden soll. Mit privatem Engagement sind kleinere Investitionen, Mitmachaktionen oder Veranstaltungen gemeint, die dem Gemeinwohl dienen. Dies könnte zum Beispiel der Bau einer Boccia-Bahn, die künstlerische Gestaltung einer Bank unter Mitwirkung von Bewohnern, die Durchführung eines bewohnergetragenen Straßenfestes oder die Durchführung eines Kinder-/Straßentheaters sein.
Der Sinn dieses Fonds ist es, Bürger für die Mitgestaltung ihres Stadtteils und dessen Entwicklung zu begeistern. Eine Einbeziehung privater Sponsorengelder ist dabei ausdrücklich erwünscht, die Organisation übernimmt das Quartiersmanagement.

Aufgaben
Aktive Einbindung der Bewohnerschaft in den Erneuerungsprozess, insbesondere von bislang nicht oder wenig beteiligten Gruppen z.B. Jugendliche
Aktivierung und Unterstützung ehrenamtlichen Engagements (Mitmachaktionen, Veranstaltungen)

Schritte zur Einrichtung eines Verfügungsfonds
Erarbeitung einer Förderrichtlinie als Grundlage zur Einrichtung eines Verfügungsfonds, Festlegung der Fördergegenstände durch die Stadt
Gründung eines Entscheidungsgremiums zur Vergabe der Mittel (aktive Bewohner)
Geschäftsführung übernimmt das Quartiersmanagement


3. Verfügungsfond nach Ziff. 14 der Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008
Maßnahmenbeschreibung
Der Uerdinger Kaufmannsbund e.V. setzt sich mit großem Engagement für eine positive Entwicklung des Stadtteilzentrums ein. Neben traditionellen Veranstaltungen (Oeding Open, Nikolausmarkt, Herbstfest) engagiert sich der Kaufmannsbund auch bei den Themen Stadtgestaltung und Leerstandsmanagement. Trotz des großen Engagements fehlt es dem Kaufmannsbund teilweise an Unterstützung und finanziellen Mitteln, um sich stärker für eine positive Entwicklung für die Innenstadt einzusetzen. Mit dem Verfügungsfonds nach Ziff. 14 können Aktivitäten mit 50 Prozent aus öffentlichen Mitteln inkl. des kommunalen Eigenanteils unterstützt werden. Ein lokales Gremium würde auch hier über die Vergabe der Mittel entscheiden. Bei der Vergabe sollten insbesondere Maßnahmen von Einzelhandelsgemeinschaften oder anderen Standortgemeinschaften unterstützt werden, die einen nachhaltigen Nutzen für die Entwicklung des Stadtteilzentrums haben. Beispielsweise könnten Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtbildes, zur Imagebildung, zur Öffentlichkeitsarbeit, Mitmachaktionen oder Stadtfeste vorgeschlagen werden.

Voraussetzung für die Förderung
Erarbeitung einer Förderrichtlinie als Grundlage zur Einrichtung eines Verfügungsfonds zur Finanzierung von Projekten zur Stärkung des Stadtteilzentrums, Festlegung der Fördergegenstände durch die Stadt
Gründung eines Entscheidungsgremiums zur Vergabe der Mittel (aktive Bewohner)
Geschäftsführung übernimmt das Quartiersmanagement


4. Maßnahmen zur Fassadenverbesserung sowie Gestaltung von Haus-, Hof- und Gartenflächen
Der historische Stadtkern von Uerdingen besitzt aufgrund seiner fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtstruktur und der gut erhaltenen historischen Bausubstanz eine große Bedeutung für die Aufenthaltsqualität. Leider hat der Kernbereich in den letzten Jahren eine eher negative Entwicklung genommen. Dies spiegelt sich u.a. in der Zunahme an leerstehenden Ladenlokalen wider. Dies hat bei Immobilieneigentümern zu sinkenden Mieteinnahmen und einer rückläufigen Investitionsbereitschaft geführt. Dieser Trend ist an einigen Immobilien erkennbar. So sind einige Fassaden erneuerungsbedürftig, Ladengestaltungen und -grundrisse nicht mehr zeitgemäß. Durch eine finanzielle Unterstützung der Immobilieneigentümer sollen Eigentümer zu Investitionen aktiviert werden, um diese unter Wahrung der denkmalfachlichen Aspekte zukunftsfähig zu machen und das Image des Stadtteilzentrums wieder aufzuwerten. Das Hof- und Fassadenprogramm ist mit der oben beschriebenen Quartiersberatung gekoppelt.

Schritte zur Umsetzung
Erstellung einer Förderrichtlinie durch die Stadt
Beratung und Unterstützung der Eigentümer zum Antragsverfahren
Finanzierung von Maßnahmen aus dem Hof- und Fassadenförderprogramm
Öffentlichkeitsarbeit durch das Quartiersmanagement in Form von Informationsbereitstellung


5. Umgestaltung Kronenstraße
Die Kronenstraße verläuft von Süden nach Norden parallel zum neugestalteten Rheindeich von „Am Zollhof“ bis „Am Rheintor“ in Verlängerung Casinogasse. Die Kronenstraße bildet mit direktem Rheinblick eine sehr attraktive Wohnlage, die in den letzten Jahren durch private Wohnungsbauprojekte und Sanierungen an Qualität gewonnen hat. Zurzeit ist die Straße durch einen Zaun von der Grünanlage getrennt und wird von Ortskundigen als innerörtliche Straßenverbindung genutzt. Mit einer Umgestaltung der Kronenstraße soll der Verkehr beruhigt, die Parkplätze reduziert, der öffentliche Raum aufgewertet und der Zugang zum Rheinufer erleichtert werden.

Maßnahmen
Gestalterische Erneuerung und Aufwertung der Kronenstraße als Verbindungsweg zum Rheinufer
Schaffung eines gestalterischen Pendants zum aufgewerteten Rheindeich
Stärkung des Wohnstandortes Kronenstraße durch eine Verkehrsberuhigung


6. Aufwertung Spielplatz Rheinpromenade einschließlich Wallanlage
Der Uerdinger Rheindeich wurde zwischen der Straße „Am Zollhof“ und der Dammstraße in den Jahren 2013 bis 2015 in Zusammenhang mit notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen unter Erhalt der meisten Bäume hochwertig umgebaut. Ziel der Maßnahme war es, trotz Hochwasserschutz, die historische Altstadt zum Rhein hin zu öffnen. Zur weiteren Aufwertung des Rheindeiches, insbesondere für Kinder, soll der Spielplatz "Am Zollhof" neugestaltet werden. Alle Spielgeräte sind in die Jahre gekommen und werden kaum noch benutzt. Im Rahmen einer kompletten Neugestaltung des Spielplatzes soll dieser zu einem attraktiven und modernen Spiel- und Freizeitbereich für Kinder unterschiedlicher Altersklassen entwickelt werden. Hierbei sollen neue Qualitäten geschaffen werden, die das Wohnumfeld und das Rheinufer aufwerten. Es ist, mit Blick auf die Folgekosten, keine Ausweitung der Spiel- und Bewegungsfläche vorgesehen. Die Planung zur Neugestaltung des Spielplatzes soll mit intensiver Kinder- und Jugendbeteiligung vorbereitet werden.

Im Einzelnen sollen folgende Maßnahmen realisiert werden
Aufwertung des Spielplatzes auf dem Rheindeich durch die Sanierung ggf. den Ersatz der bestehenden Spielgeräte
Schaffung von neuen attraktiven Spiel- und Bewegungsangeboten für unterschiedliche Altersgruppen
Entwicklung der Fläche gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort
Initiierung von Spielplatz-Patenschaften
Umgestaltung und Aufwertung der Wallanlage7. Entwicklung eines Quartierzentrums (Herbertzhäuser)
Die Herbertzhäuser Am Marktplatz 1-5, zwischen 1830 und 1834 als Wohnhäuser der Gebrüder Herbertz im klassizistischen Stil erbaut, begrenzen den historischen Marktplatz als städtebauliche Dominante im Westen. Diese attraktive Platzkante mit der Öffnung der im Hufeisen angeordneten Platanen verleiht dem Platz einen besonderen Charme.

Der inzwischen schlechte bauliche und technische Zustand der Gebäude zwingt zum Handeln. In diesem Jahr ist mit Spendenmitteln des Vereins „Erhalt der Bücherei“ die Tür in der Bücherei saniert worden. Mit städtischen Mitteln wird derzeit die Eingangstür des Rathauses erneuert. Um das städtebaulich wertvolle Ensemble wieder einer Nutzung zuzuführen, soll ein Planungs- und Nutzungskonzept in Auftrag gegeben werden und die Erneuerung der Außenfassade beauftragt werden.

Nutzungskonzept zur Entwicklung eines Quartierszentrums
Das Planungs- und Nutzungskonzept sollte vor allem die Abstimmung der verschieden Interessenlagen der unterschiedlichen Nutzungen der Einzelgebäude und eine Kostenkalkulation beinhalten. Für das Gebäude der ehemaligen Bücherei ist eine künftige Nutzung als Bürgerzentrum mit städtischer Medienausleihe angedacht. Der Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen" hat ein Nutzungskonzept erarbeitet, das neben einer städtischen Medienausleihe die Durchführung von Angeboten z.B. der Familienbildungsstätte, der Musikschule oder der VHS vorschlägt. Ein einzurichtender Lesesaal könnte für verschiedene kulturelle Veranstaltungen (z.B. Lesungen, Konzert, Theater, Vorträge) genutzt werden. Die überwiegend öffentlich getragenen Angebote könnten durch die Vermietung der Räumlichkeiten für private Initiativen oder Vereine ergänzt werden, wodurch ein Teil der Betriebskosten refinanziert werden könnte.

Projektmanagement
Einbindung der Bevölkerung, die sich stark mit der ehemaligen Bücherei identifiziert
Berücksichtigung der Investitionsabsichten des privaten Eigentümers des mittleren Gebäudes
Prüfung der Nutzungsideen des Arbeitskreises "Erhalt Bücherei Uerdingen" auf eine Umsetzbarkeit
Entwicklung einer Gesamtkonzeption unter Berücksichtigung von Denkmalschutzaspekten und in Abstimmung mit dem privaten Eigentümer.

Erster Bauabschnitt, Fassadengestaltung
Die Herbertzhäuser bilden die nördliche Platzkante am historischen Marktplatz, zu der sich auch die u-förmige Platanenreihe hin öffnet, so dass man von der Mitte des Platzes einen unverstellten Blick auf das historische Ensemble hat. Zurzeit bröckelt der Putz und das Gebäude macht eher einen verwahrlosten Eindruck. Die äußerliche Instandsetzung dieses städtebaulich markanten zentralen Ensembles könnte den Startschuss für den Stadtumbauprozess signalisieren. Dieser Impuls im Zentrum des historischen Stadtteilkerns ist für alle Bürger erkennbar und sichtbar und hat Strahlkraft über den Platz hinaus ins Zentrum des Denkmalbereiches und bis an den Rhein.

Vorgesehener Beratungsweg

Bezirksvertretung Uerdingen, 16.11.2017

Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung, 23.11.2017
Beschluss


Dem Rat der Stadt Krefeld wird empfohlen, dass Integrierte Handlungskonzept Uerdingen zu beschließen.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Haupt- und Beschwerdeausschuss, 05.12.2017

Rat, 05.12.2017