Inhalt

- Bauhausjahr 2019 - Aktivitäten Projekt MIK e.V. und Stadtmarketing

Datum03.11.2017
Beratungsartöffentlich

Beschlussvorschlag


Der Kultur- und Denkmalausschuss nimmt den mündlichen Bericht zur Kenntnis.

Vorgesehener Beratungsweg

Kultur- und Denkmalausschuss, 16.11.2017
Beschluss


Der Kultur- und Denkmalausschuss nimmt den mündlichen Bericht zur Kenntnis.

Abstimmungsergebnis

zur Kenntnis genommen

Wortbeitrag


Die Vorsitzende, Ratsfrau Müllers, begrüßt Dr. Christiane Lange, Vorsitzende MIK e.V. und Kuratorin des NRW-Beitrags zu Bauhaus 100, sowie Rolf Schlue, Vorstandsmitglied MIK e.V.
Frau Dr. Lange konstatiert einführend, dass der Informationsfluss zwischen Bund, Land und Kommune verbesserungswürdig und die Projekteinbindung bei drei öffentlichen Trägern kompliziert ist. Es sei viel Kommunikationsarbeit nötig. Sie berichtet über das Krefelder Forschungsprojekt, die Ausstellung und den Ausstellungsbau: Seit 2017 sind sechs Leute damit befasst, die Verbindung zwischen Avantgarde/Bauhaus und Seidenindustrie zu erforschen. Insgesamt seien 30 Bauhaus-Absolventen in Krefeld tätig gewesen, die letzte Absolventin sei 1971 in den Ruhestand getreten. 1938 gab es 17 Bauhausangehörige in Krefeld. Die Forschungsergebnisse fließen in eine Ausstellung ein. Der Ausstellungsbau des international renommierten Bildhauers Thomas Schütte werde ab Ende 2018 am Nordende des Kaiserparks, in Laufnähe zu den Häusern Lange und Esters, auf einer Grundfläche von 200 Quadratmetern temporär errichtet.
Herr Schlue informiert, dass der Verein seit 2015 an der Finanzierung arbeitet. Der Entwurf des Gestattungsvertrags sei an Beigeordneten Visser gesandt mit dem Ziel, eine gesicherte Grundlage für den Bau zu bekommen. In etwa vier Wochen solle das Düsseldorfer Architekturbüro RKW, mit dem Schütte eng zusammenarbeite, mit Planung und Ausführung beauftragt werden. Im Herbst 2018 werde die Fläche hergerichtet und das Fundament gelegt. Mit vorgefertigten Elementen ist der Aufbau der Skulptur für das Frühjahr 2019 geplant, damit im März/April alles fertig ist. Die Finanzierung erfolge mit Vorschussgeldern der Bundes- und der Landeskulturstiftung, der Stadt Krefeld, der Kunststiftung NRW, der Sparkassen-Kulturstiftung sowie bislang einer Firmen-Spende, für die man auf Nachahmer hoffe.
Auf Nachfragen von Ratsfrau Matthias und Ratsherrn Dr. Porst antwortet Frau Dr. Lange: Das Fundament wird aus Beton bestehen und nach Abbau der Skulptur entfernt. Bau und "Bespielung" der Skulptur werden rund eine Million Euro kosten, wovon 800.000 Euro bereits gesammelt sind.

Zur Bundesebene führt Frau Dr. Lange aus, dass das Land NRW erst 2015 die Idee entwickelt hat, sich am Bauhausjubiläum zu beteiligen. Ein Besuch von Kulturstaatsminister Naumann sei initial gewesen. Die Teilnahme sei anschließend durch Gespräche gesichert worden, an denen neben ihr auch die Beigeordneten Micus und Linne sowie Herr Cloos teilgenommen haben. Sie berichtet von einer Programmkonferenz Anfang November in Dessau. Insgesamt seien elf Bundesländer (Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hamburg) beteiligt, vorwiegend mit großen Museen. Der Bund entwickle eine Grand Tour zur Besichtigung von hundert Objekten in ganz Deutschland. Sie sei sicher, dass die Häuser Lange und Esters dabei sein werden, vielleicht auch Pfau- und VERSEIDAG-Gebäude.
Auf Landesebene werde in Kooperation mit den beiden Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) sowie Westfalen-Lippe (LWL) gearbeitet. Das Land stelle die Beiträge zum Bauhaus-Jubiläum unter das Motto „Bauhaus im Westen. Gestaltung und Demokratie. Neubeginn und Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen.“ Die Koordination obliege einem Lenkungskreis, zu dem auch MIK e.V., Kunstmuseen und Stadtarchiv eingeladen worden seien. Auftakt sei im August 2018 mit einer Konferenz auf Zeche Zollverein. Beabsichtigt sei eine NRW-Tour in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW. Sie sei bemüht das "Kick-Off" nach Krefeld zu holen.

Auf Stadtebene seien Kulturdezernat und Stadtmarketing, letzteres im Hinblick auf das Perspektivwechseljahr zur Architektur, involviert. Frau Dr. Lange äußert den dringenden Wunsch nach mehr Information, Kommunikation und Kooperation durch die und mit den städtischen Akteure(n).
Stadtmarketingchef Ulrich Cloos führt aus, es sei Kunstgriff und Gratwanderung zugleich, Land und Stadt zusammen zubringen. Sein Fachbereich sei wegen des Perspektivwechsels beteiligt, dessen Ziellinie das Stadtjubiläum 2023 ist. Nach den Innovationsimpulsen, die mit "Made in Krefeld" das Jahr 2017 prägten, widme sich 2019 Architektur und Baukultur; hier liege die Verzahnung zum Bauhausjubiläum. 2021 folge die Stadtkultur, die die identitätsstiftende Hoch- und Alltagskultur in den Fokus nehme. Nach dem angesprochenen Zusammentreffen mit dem Kulturstaatsminister habe er mit Akteuren gesprochen, bei denen thematischer Bezug bestehe. Bespielhaft nennt er den Investor des Mies van der Rohe Businessparks, den MIK e.V., die Hochschule Niederrhein und die Kulturinstitute. Für den 05.12.17 sei das dritte Netzwerktreffen auf lokaler Ebene geplant. Idealvorstellung sei ein kuratiertes Bauhaus100-Programm gewesen als kommunikatives Dach für alle auf lokaler Ebene Aktiven. Er hoffe, Anfang 2018 weiteres berichten zu können. Tourismus NRW e.V. stelle die Krefelder Aktivitäten auf der Internationalen Tourismusmesse in Berlin vor.

Die Ratsfrauen Neukirchner, Matthias und Drießen-Seeger formulieren ihren Respekt für die Leistung und den Dank an alle Beteiligten. Die Nachfrage von Ratsfrau Neukirchner nach sozialkulturellen Aspekten in der Forschung auf lokaler Ebene beantwortet Frau Dr. Lange: Das Forschungsprojekt umfasse eine große Bandbreite an Biographien und Wirkungsfeldern. Untersucht würden Lebensläufe von Unternehmern, Künstlern, Lehrenden etc. sowie ihre Bezüge untereinander. Es werde die Institutionsgeschichte der Werkkunstschule bis zur Gründung der Hochschule Niederrhein geschrieben. Ratsfrau Matthias verweist auf die intensiven Vorbereitungen der städtischen Institute, die in der vorangegangenen Sitzung vorgestellt wurden. Ratsfrau Drießen-Seeger betont, dass der Forschungsaspekt Nachhaltigkeit verspricht, die über den Abbau der Skulptur hinaus geht. Die Nachfrage von Kulturberater Scheelen, ob die Gesamtschule Kaiserplatz im nördlichen Teil des Parks Sportunterricht abhalte, beantwortet Beigeordneter Micus: Es sei nicht ungewöhnlich, dass Sportlehrer aus Gründen der Abwechslung auch schon einmal Lauftraining in öffentlichen Parks absolvieren lassen. Das dort aber planmäßig Schulsport angeboten würde, sei nicht vorstellbar oder wäre sehr neu.