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Integrationszentrum: Erste „Griffbereit-Gruppe" in einer Moschee

Bunte Bälle purzeln durch den Raum und werden von tapsenden Zweijährigen jauchzend eingesammelt und in Behälter gefüllt, andere krabbeln durch Stofftunnel. Später versammeln sich rund 20 Kinder mit ihren Müttern rund um ein großes, buntes Schwungtuch zum Willkommenslied auf Türkisch und Deutsch: In der Haci-Bayram-Moschee an der Sprödentalstraße wird heute nicht gebetet, sondern gespielt und informiert. „Wir möchten die Mütter dort fördern, wo sie sich wohl fühlen", erklärt Sengül Safarpour vom Kommunalen Integrationszentrum. Die Sozialpädagogin koordiniert die sogenannten „Griffbereit"-Gruppen. Es handelt sich um ein Landesprogramm, das Eltern in Erziehung und vor allem sprachlicher Förderung der Allerkleinsten unter die Arme greifen möchte. In der Moschee leiten Abide Karasu und Aysel Bahci die Gruppe - die schon beim dritten Treffen zwanzig Mütter und ebenso viele ein- bis dreijährige Kinder angelockt hat.

Zu Beginn sitzen alle um das bunte Schwungtuch herum und singen in der Moschee zweisprachig: Die Mütter und Kleinkinder der Griffbereit-Pilotgruppe (Dritte von rechts Sozialpädagogin Sengül Safarpour vom Kommunalen Integrationszentrum).  Foto: Kommunales Integrationszentrum
Zu Beginn sitzen alle um das bunte Schwungtuch herum und singen in der Moschee
zweisprachig: Die Mütter und Kleinkinder der Griffbereit-Pilotgruppe (Dritte von rechts
Sozialpädagogin Sengül Safarpour vom Kommunalen Integrationszentrum).
Foto: Kommunales Integrationszentrum

Spielen ist zum Lernen fundamental - im Mittelpunkt steht bei den Treffen vor allem die sprachliche Förderung und erzieherische Anleitung. Dabei rangiert die Herkunftssprache Türkisch genauso hoch wie das Deutsche, „nur, wenn die Familiensprache schon früh richtig gelernt wird, funktioniert die richtige Umsetzung bei weiteren Sprachen auch", erklärt Sengül Safarpour. Und dieses Lernen „nebenbei" macht sehr viel Spaß, das zeigt der Vormittag. Bisher finden die Griffbereit-Gruppen in Kitas und Begegnungszentren statt - eine Moschee ist ein eher ungewöhnlicher Ort. Ein Konzept, das offenbar aufgeht: Nach drei Treffen schon wird die große Gruppe demnächst geteilt - die Planung für einen weiteren „Griffbereit"-Termin steht bereits.

Bei Interesse an dem „Griffbereit"-Programm gibt Sengül Safarpour vom Kommunalen Integrationszentrum Informationen.