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Hannah-Arendt-Gymnasiasten treffen KZ-Überlebende

Im Rahmen einer Fahrt zur politischen Bildung reisten 99 Schüler der Einführungsphase des Hannah-Arendt-Gymnasiums vom 5. bis 11. März nach Oswiecim/Auschwitz und Krakau, um dort das KZ Auschwitz-Birkenau zu besuchen und anschließend mit der KZ-Überlebenden Lidia Skibicka-Maksymowicz im jüdischen Galicia Museum in Krakau zu sprechen. Die Zeitzeugin berichtete von ihren Erlebnissen im Lager und beantwortete Fragen der Schüler. Sie schloss ihren Bericht mit dem eindrücklichen Appell an die Schüler, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und eine Wiederholung der historischen Ereignisse zu verhindern. Abgerundet wurde die Stufenfahrt mit Stadtführungen in Oswiecim und Krakau sowie dem Besuch des Schindler-Museums in Krakau.

Schüler des Krefelder Hannah-Arendt-Gymnasiums waren in Auschwitz und Krakau, um dort das KZ Auschwitz-Birkenau zu besuchen und mit der KZ-Überlebenden Lidia Skibicka zu sprechen.  Foto: Hannah-Arendt-Gymnasium
Schüler des Krefelder Hannah-Arendt-Gymnasiums waren in Auschwitz und Krakau, um dort
das KZ Auschwitz-Birkenau zu besuchen und mit der KZ-Überlebenden Lidia Skibicka zu
sprechen.
Foto: Hannah-Arendt-Gymnasium

Lidia Skibicka-Maksymowicz, deren Geburtsname Ljudmila Boczarowa lautet, gehört zu den wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die eine Deportation nach Auschwitz-Birkenau persönlich er- und überlebten. Kurz vor ihrem dritten Geburtstag kam sie 1943 mit ihren Eltern nach Birkenau, wurde von den Eltern getrennt und in die Baracke 16a des ehemaligen Frauenlagers eingewiesen. Dort wurden Kinder untergebracht, an denen der SS-Arzt Josef Mengele Versuche unternahm, unter deren Spätfolgen Lidia Skibicka-Maksymowicz noch heute leidet. Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 wurde das Mädchen von polnischen Eltern adoptiert. Erst 17 Jahre später entdeckte Lidia Skibicka-Maksymowicz aufgrund der eintätowierten Nummer auf ihrem Arm, dass ihre leibliche Mutter einen der Todesmärsche überlebt hatte und mittlerweile in der UDSSR lebte. Sie besuchte sie dort im Jahr 1962.

Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte

Die geführten Besuche der Lager Auschwitz und Birkenau wurden von vertiefenden Workshops begleitet, in denen sich die Schüler mit einzelnen Aspekten der Geschichte der Lager auseinandersetzten. Das Hannah-Arendt-Gymnasium sieht sich in besonderem Maße dem Anspruch der politischen Bildung verpflichtet. „Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der Kampf gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung sowie der Einsatz für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Solidarität, stellen wesentliche Pfeiler unseres Schulprogramms dar", so Schulleiter Hans-Jörg Richter. „Diese Schwerpunktsetzung verbindet uns eng mit dem Lebenswerk unserer Namensgeberin." So wurde nach der Zusammenlegung der beiden ehemaligen Gymnasien Fichte und Arndt ein neues Fahrtenkonzept entwickelt, das die jährliche Durchführung einer Stufenfahrt zur politischen Bildung vorsieht.

Finanzielle Unterstützung von der Sanddorf-Stiftung

Finanzielle Unterstützung erhielt das Hannah-Arendt-Gymnasium in diesem Jahr von der Sanddorf-Stiftung, die sich im Bereich der Völkerverständigung besonders der Pflege der Beziehungen zwischen Deutschland und Polen verschrieben hat und diese Fahrt mit Fördergeldern in Höhe von 4.000 Euro unterstützte. Die Völkerverständigung, im Besonderen zwischen Deutschland und Polen, ist neben Gesundheit und Wohlfahrt einer der drei Förderbereiche der Stiftung, die am 8. Dezember 2011 von Erika Vielberth errichtet wurde.