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„Du bist Du. Du hast Rechte“ – Kinderrechtetag am Fabritianum

„Geht es mir gut?", „War mein Leben jemals bedroht?", „Habe ich Meinungsfreiheit?", „Habe ich schon einmal körperliche und/oder psychische Gewalt erlebt?", „Muss ich zur Schule gehen?" - so oder ähnlich lauteten die Fragen zu der Situation von Kindern und deren Rechten auf den Plakaten, die die Mitglieder der Schülervertretung (SV) des Gymnasiums Fabritianum vor ein paar Tagen gut sichtbar im Schulgebäude aufgehängt hatten. Bis zum eigentlichen Kinderrechtetag am 20. November wurden die Plakate um Fakten ergänzt. Vor der ersten Stunde begrüßten SV-Mitglieder an diesem Tag ihre Mitschüler an den Schuleingängen mit weiteren Plakaten und schufen so in der Schüler- und Lehrerschaft ein Bewusstsein für das Thema Kinderrechte. Zur Erinnerung erhielten alle 950 „Fabritianer" einen Spiegel mit dem von den ihnen selbst formulierten Motto des ersten Kinderrechtstags an ihrer Schule: „Du bist du. Du hast Rechte".

In der ersten großen Pause wurde das SV-Team noch deutlicher: Über Mikrofone ertönten auf dem Schulhof aufrüttelnde Fragen wie „Wusstet Ihr, dass jedes Jahr 8,8 Millionen Kinder auf der Welt die ersten Lebensjahre nicht überleben, zum Beispiel, weil sie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben?", oder „Wusstet Ihr, dass rund 150 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten müssen?" Schülersprecher Dominik Fuhlbrügge erinnerte: „Heute vor genau 30 Jahren wurden die Kinderrechte ins Leben gerufen, und deswegen wollen wir an diesem Tag den Kinderrechten auch am Fabritianum besondere Aufmerksamkeit schenken. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden."

Die Schüler des Gymnasiums erhielten Spiegel mit dem selbst erwählten Motto zum Tag der Kinderrechte.  Foto: Gymnasium Fabritianum
Die Schüler des Gymnasiums erhielten Spiegel mit dem selbst erwählten Motto zum Tag der Kinderrechte.
Foto: Gymnasium Fabritianum

In der dritten und vierten Stunde arbeiteten alle Klassen der Sekundarstufe I am Thema Kinderrechte. Schüler und Lehrer dachten gemeinsam darüber nach, was verändert werden muss, was jeder und jede tun kann, um die Situation von Kindern und Jugendlichen in der eigenen Schule, in Krefeld, in Deutschland, aber auch in anderen Ländern zu verbessern. Die „Lösungsvorschläge" wurden auf Karteikarten an Pinnwände an den Gebäudeausgängen gehängt. Sie werden in den kommenden Tagen nach Schwerpunkten sortiert und im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums ausgestellt.

Im Jahr 1948 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, auch Kinderrechtskonvention genannt, wurde am 20. November 1989 von der UN-Generalversammlung angenommen. Abgesehen von den USA und Somalia haben bis heute alle UN-Mitgliedstaaten die Konvention ratifiziert - mit 194 Vertragsstaaten ist sie damit die meist ratifizierte Menschenrechtskonvention überhaupt.