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Corona: Offene Kinder- und Jugendarbeit in Krefeld-Mitte

Von den aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die sich unter anderem in Schließungen von Schulen, Sportvereinen, Spiel- und Bolzplätzen, Kulturorten und Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zeigten und auch immer noch zeigen, sind auch zahlreiche Kinder und Jugendliche aus Krefeld betroffen. Die Krefelder Jugendeinrichtungen sind zurzeit noch geschlossen und bereiten sich auf ihre baldige Wiederöffnung mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen vor. In den vergangenen Wochen entwickelten die Fachkräfte der Krefelder Jugendarbeit spannende und kreative Angebote, um auf verschiedenen Wegen für ihre Stammbesucher, Familien und Eltern, Kooperationspartner und Bürger im Sozialraum erreichbar zu sein.

Aktionen der Jugendeinrichtungen in Krefeld Mitte

Auch die Jugendeinrichtungen im Bezirk Krefeld-Mitte leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen Beitrag in Zeiten der Corona-Pandemie. Um in regelmäßigem Kontakt mit den Besuchern zu bleiben, haben die Mitarbeitenden der Villa K an der Steinstraße verschiedene Online-Tools und Apps etabliert, die rege genutzt werden. Über die Sozialen Netzwerke bieten sie Pantomime- und Malvideos an, die die Jugendlichen in Form von Kommentaren unter den Videos digital erraten können. Per App werden verschiedene Quiz-Formen erstellt oder „Wer ist es?" gespielt. Auf die Gewinner warten kleine Preise bei Wiederöffnung der Einrichtung. Die regelmäßige Kontaktpflege zu den Besuchern geschieht durch Live-Videos auf sozialen Netzwerken. So können sogar aktuelle Probleme und Sorgen -auch nicht öffentlich - unmittelbar besprochen werden. Für ein baldiges Wiedersehen in schöner Atmosphäre entwickeln die Mitarbeitenden der Villa K die Räumlichkeiten sowie das Außengelände der Einrichtung weiter.

Kontakt per Videotelefonie

Auch das Team der Jugendeinrichtung in der Friedenskirche, „K3-City", ist aktiv: Zu Ostern haben die Mitarbeitenden „Überraschungstüten" mit Süßigkeiten und Beschäftigungsmaterial für zuhause an ihre jungen Stammbesucher verteilt. In kurzen „Hausbesuchen" wurden diese auf Abstand und mit ermutigenden Worten überreicht. Zu den enthaltenen Rätseln gibt es zusätzlich einen Wettbewerb. Neben einem kleinen „Sonnenblumenanzuchtset" inklusive leicht verständlicher Pflanzanleitung erhielt jedes Kind zudem ein persönliches Anschreiben mit den Telefonnummern und Social-Media-Kanälen der Jugendeinrichtung. Der persönliche Kontakt wurde zudem genutzt, um Eltern und Kinder auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Mitarbeiter via Videotelefonie zu kontaktieren, falls ein Bedarf nach Unterstützung bei schulischen Aufgaben besteht.

Spiele-Leihe per Lieferdienst

Die Jugendeinrichtung der Bürgerinitiative Rund um St. Josef (BI) hat während der Schließung in der Corona-Krise ebenfalls ein vielfältiges Angebot entwickelt. Das Fachkräfte-Team lieferte seinen Stammbesuchern „Überraschungstüten" mit Bastelmaterialien, Rätseln, Spielen und Geschichten persönlich nach Hause. Durch eine größere private Spende von noch verpackten Spielen konnte jeder Tüte ein hochwertiges Spiel beigelegt werden. Auf Nachfrage liefern die Mitarbeitenden den Kindern und Jugendlichen Spiele als Ausleihe. Unter dem Motto „Bleibt gesund! Obst und Gemüse für Familien" gibt es zudem eine Kooperation mit der Krefelder Kindertafel. Für einzelne bedürftige Familien können so Wocheneinkäufe mit viel Obst und Gemüse für eine gesunde und ausgewogene Ernährung finanziert werden. Die Mitarbeitenden der Einrichtung nähten außerdem zahlreiche Mund-Nase-Bedeckungen, die kostenfrei an Familien aus dem Josefsviertel ausgegeben wurden. Weitere Projekte wie Kochangebote oder eine Abwandlung des bei vielen Kindern und Jugendlichen bekannten „Chaosspiels" befinden sich in der Planung.

Frankierte Umschläge fürs Briefeschreiben

Das Café Oje an der Felbelstraße steht in der Schließungszeit über Instagram und per Telefon mit seinen Stammbesuchern in regem Kontakt. Um Familien zu unterstützen, entwickelte das Team die Idee einer „Wundertüte". Über diese Oster-Aktion wurden Beschäftigungs- und Spielideen vermittelt, die Spiel- und Bücherausleihe beworben und zum Beispiel frankierte Umschläge mit Anleitung verteilt, damit ein Zugang zum Briefeschreiben ermöglicht wird. Damit waren Kontakte zu den Großeltern, Freunden oder Verwandten mal anders möglich. Mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand ergaben sich vor den Haustüren auch neue Kontakte zu Nachbarn, die gerne für ihre Familien eine Überraschungs-Tüte mitgenommen haben. Das Team bereitet laufend weitere Aktionen gegen Langeweile und Einsamkeit vor.

Umgestaltungsarbeiten im SpieDie

Das Spielhaus an der Dießemer Straße, SpieDie, hat die Zeit des „Lockdowns" unter anderem dazu genutzt, verschiedene Umgestaltungsarbeiten inner- und außerhalb der Einrichtung durchzuführen und das pädagogische Konzept für die Besucher zu überarbeiten. Um die jungen Leute dabei mitzunehmen und ihre Ideen und Wünsche zu berücksichtigen, wurde ein „Discord-Server" eingerichtet. Hierüber besteht die Möglichkeit, mit dem Team in Kontakt zu bleiben und auf die Entwicklungen im Jugendtreff Einfluss zu nehmen sowie auch miteinander zu schreiben, reden oder gemeinsam zu spielen.

Online-Party mit dem DJ Prince Emrah aus Berlin

Die Jugendeinrichtung Together an der Neue Linner Straße nutzt die Online-Plattform „collocall", um mit ihren Besuchern in Kontakt zu bleiben. Links für verschiedene Video-Chaträume, zum Beispiel zur geschlechterspezifischen oder -gemischten Arbeit und Beratung oder etwa zur am 17. Mai geplanten Online-Party mit dem DJ Prince Emrah aus Berlin, veröffentlicht die Einrichtung regelmäßig auf der eigenen Webseite und Facebook-Seite. Stammbesucher veröffentlichen selbst initiierte Koch-Videos auf YouTube, sodass an jedem zweiten Sonntag im Monat ein Video zum Nachkochen bereitsteht. Es werden Videochats mit ehrenamtlich engagierten Jugendlichen durchgeführt, um Angebote oder die Ausgestaltung des Jugendtreffs neu zu planen. Zudem ist ein „Stomping-Musik-Projekt" im Gange, welches die Jugendlichen animiert, Musik selbst (mit) zu machen.