Inhalt

Badezentrum wegen Legionellen mindestens zwei Wochen geschlossen

Das Bockumer Badezentrum musste am gestrigen Montag, 2. Juli, bis auf weiteres für den Schwimm- und Badebetrieb geschlossen werden. Die Schließung gilt für den Hallen- und Freibadbereich. Der Grund: Die Anforderungen der Trinkwasserverordnung sind aktuell nicht eingehalten. Bei einer Routine-Kontrolle sind, wenn auch geringe, Vorkommen von Legionellen festgestellt worden. Der Gesundheitsschutz der Nutzer des Badezentrums Bockum haben für die Verwaltung höchste Priorität, weswegen das Bad zunächst komplett geschlossen bleiben muss. Dafür bittet die Stadtverwaltung für Verständnis. Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen können, von grippeartigen Beschwerden bis hin sogar zu Lungenentzündungen. Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem sowie Kinder und Ältere sind gefährdet.

Ab ins kühle Nass. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Blick in das Mehrschwimmerbecken im Badezentrum Bockum.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Die Legionellen wurden im Trinkwassersystem (Duschen, Waschbecken) gefunden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass auch die Becken des Badezentrums betroffen sind. Deshalb sind nun in mehreren Bereichen des Bades weitere Wasserproben genommen worden, mit Ergebnissen wird in zwei Wochen (ab dem 15. Juli) gerechnet. Mindestens bis dahin muss das komplette Bad geschlossen bleiben. Unmittelbar nach Vorliegen der Ergebnisse wird über das weitere Vorgehen entschieden. Die Ursache der erhöhten Legionellen-Werte ist noch unklar, nach ihr wird nun geforscht. Zeitgleich wird es wasserhygienische und bautechnische Maßnahmen geben, um der Wasserstagnation- und erwärmung vorzubeugen.

Der Kaltwasser-Verteiler im Bockumer Badezentrum, wie er nun isoliert, ausschaut.
Der Kaltwasser-Verteiler im Bockumer Badezentrum, wie er nun isoliert, ausschaut.

Rückblick: Am 7. Dezember 2018 musste das beliebte Bad aufgrund erhöhter Legionellenwerte, die im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt wurden, schon einmal geschlossen werden. Nach akribischer Suche und zahlreichen Maßnahmen konnte das Bad am 11. März dann wieder öffnen. Mitarbeiter der städtischen Fachbereiche Zentrales Gebäudemanagement, Gesundheit sowie Sport und Sportförderung hatten durch intensive wasserhygienische und bautechnische Maßnahmen eine Verbesserung der Situation erreicht. Unter anderem wurden hierbei Leitungsstrecken erneuert und isoliert sowie überflüssige Leitungswege abgebaut. Parallel wurden das gesamte Trinkwassernetz und die Beckenbereiche kontinuierlich durch das Helios Klinikum Krefeld bakteriologisch beprobt. Hierbei konnten dann im März keinerlei Legionellen mehr nachgewiesen werden, sodass einer Wiederinbetriebnahme nichts mehr entgegen stand.

Der Kaltwasser-Verteiler im Bockumer Badezentrum vor der Sanierung: Er ist erheblich überdimensioniert.
Der Kaltwasser-Verteiler im Bockumer Badezentrum vor der Sanierung: Er ist erheblich
überdimensioniert.

Das engmaschige Monitoring des Trinkwassernetzes wurde beibehalten, um eventuelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen und direkt geeignete Gegenmaßnahmen treffen zu können. Zudem bedarf es weiterhin regelmäßiger Hygienewartungen. Aus diesem Grund wurde mit Öffnung des Bades montags ein sogenannter Hygienetag eingeführt, um die notwendigen Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten fortlaufend vornehmen zu können. Der nun festgestellte Befund zeigt die Richtigkeit regelmäßiger Kontrollen und das gut funktionierende System zum Schutz der Besucher der städtischen Bäder.

Das Badezentrum mit seiner tollen Fassade. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Badezentrum samt denkmalgeschützter Fassade.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Die Sportverwaltung hat bereits alle betroffenen Vereine und Nutzergruppen informieren. Für heute, Dienstag, 2. Juli, ist ein Gespräch mit der AG Belegung geplant. Die Sportverwaltung wird dabei klären, ob und wie die Nutzer (Vereine und Öffentlichkeit) für die Übergangszeit auf andere Bäder verteilt werden können. Die Schulen werden bis zu den Sommerferien keinen Schwimmunterricht mehr haben können.