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Psychologischer Dienst ermöglicht Aufholen von Lernrückständen

Zuletzt geändert: 12.07.2022 12:27:04 CEDT

Ferienaktionen in Krefeld Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

13 Krefelder Grundschulen profitieren von Hilfen vor Ort

Einige Schüler der Klasse 3a der Jahnschule sind Teilnehmende eines Projektes, das die Lernwerkstatt des Psychologischen Dienstes der Stadt Krefeld seit einem halben Jahr an 13 verschiedenen Schulen im Krefelder Stadtgebiet etabliert. Mit Mitteln des Bundes und des Landes NRW im Rahmen des Programmes „Aufholen und Ankommen nach Corona" und in enger Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt der Stadt Krefeld soll Kindern die Möglichkeit gegeben werden, die Lernlücken und Rückstände, die durch die Einschränkungen der Pandemie entstanden sind, aufzuholen. „Viele Kinder und ihre Familien sind in dieser Zeit an ihre Belastungsgrenze gekommen. Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind betroffen. Lücken im Lernstoff und psychische Belastungen bis hin zur Schulmüdigkeit sind die Folge" berichtet Thomas Brück vom Psychologischen Dienst.

Kinder sollen den Spaß am Lernen zurückgewinnen

Seine Kollegin Birgit Ogger ergänzt: „Uns war es wichtig, den Kindern der Stadt ein Angebot zu machen, mit dem sie einerseits ihre Lerndefizite aufholen können und andererseits den Spaß am Lernen zurückgewinnen und sich ernst genommen fühlen. Außerdem ist es uns ein Anliegen, die Schulen bei dieser großen Aufgabe konkret zu unterstützen." Seit fast 20 Jahren erhalten Kinder mit Dyskalkulie und Lese-Rechtschreibschwäche über die Lernwerkstatt des Psychologischen Dienstes mit Unterstützung des Fördervereins der Lernwerkstatt ein spezielles Förder- und Therapieangebot im Nachmittagsbereich. Dies bedeutet für Familien jedoch auch, dass die Teilnahme an diesem Angebot extra organisiert werden muss. „Nicht alle Eltern können das leisten", stellt Thomas Brück fest. Daher entstand die Idee, die zusätzliche Förderung direkt in den Schulen zu etablieren. In jeweils kleinen Gruppen von bis zu vier Kindern können die Schüler parallel zum Unterricht mit einer Förderkraft individuell an ihren Aufgaben arbeiten und erhalten eine intensive Förderung. Dadurch entsteht rasch ein vertrautes Verhältnis.

Jahnschule zieht positives Zwischenresümee

Die Jahnschule - eine der beteiligten Grundschulen - zieht jetzt ein Zwischenresümee: „Das Förderangebot ist bei den Kindern sehr gut angekommen. Sie genießen das Arbeiten in sehr kleinen Gruppen oder in einer Eins-zu-Eins-Betreuung. Die Kinder bekommen ein Gespür für Ihre Fähigkeit, nehmen gerne Teil und denken auch schon meist selbst an die verabredeten Termine". „Wir sind begeistert von dem zusätzlichen niedrigschwelligen Angebot und freuen uns über die problemlose Kooperation mit dem Psychologischen Dienst der Stadt" ergänzt eine Kollegin der Buchenschule. Und in der Mariannenschule ist man sich einig: „Sowohl die Eltern als auch das Kollegium profitieren vom Einsatz und der Beratung durch die Lerntherapeutinnen".

170 Stunden in der Woche

Insgesamt 16 Förderkräfte, davon fünf als Teilzeitkräfte der Stadtverwaltung und elf Honorarkräfte fördern pro Woche circa 220 Kinder im Vormittags- und Nachmittagsbereich. Mehr als 170 Stunden kommen so pro Woche zusätzlich für die beteiligten Kinder zusammen. Für die Schulen und die Familien ist dieses Angebot kostenlos. „Durch die Mittel von ‚Aufholen und Ankommen nach Corona' können wir in diesem Jahr auch unserer Angebote im Bereich der LRS- und Dyskalkulie Förderung für alle Familien kostenlos anbieten. Dies ist für die Familien eine gute Entlastung", freut sich Birgit Ogger. Im Hinblick auf die Zukunft sind sich alle Schulen einig: „Gerade die persönliche Betreuung der Kinder ist besonders effektiv, und wir würden uns sehr wünschen, diese Art der Förderung fortführen zu dürfen." Ob dies machbar ist, hängt auch davon ab, ob die Fördermittel von Bund und Land NRW über 2022 hinaus verlängert werden.