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Neuer Vorsitzender für die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft

Zuletzt geändert: 07.06.2021 14:16:49 CEDT

Olaf Stiefelhagen (59) ist neuer Vorsitzender der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) in Krefeld. Seit dem Tod des früheren Vorsitzenden Dr. Andreas Horn im Dezember 2020 war Stiefelhagen bereits kommissarisch als Vorsitzender tätig. Er wurde jetzt auch formal in einer Wahl bestätigt, die coronabedingt per Brief und elektronisch erfolgte. Eine Jahreshauptversammlung der PSAG konnte in den vergangenen Monaten wegen der pandemischen Lage nicht stattfinden. Für August ist die nächste Fachtagung für alle Mitglieder geplant.

Die Arbeiten an der Rathausfassade und dem Vorplatz sind abgeschlossen. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Die Geschäftsführung der PSAG ist angesiedelt bei der Geschäftsführung der kommunalen Gesundheitskonferenz im Fachbereich Gesundheit, bei Birgit Paas und Jeanette Drees. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft fördert die Kooperation und Koordination und den Erfahrungsaustausch zwischen allen an der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung beteiligten Diensten in Krefeld. Sie stellt auch die Entwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sicher und wirkt an der kommunalen Sozial- und Gesundheitsplanung mit. Die Geschäftsführung der PSAG ist angesiedelt bei der Geschäftsführung der kommunalen Gesundheitskonferenz im Fachbereich Gesundheit, bei Birgit Paas und Jeanette Drees.

Die Aufgaben der PSAG

Zu den Mitgliedern gehören Mitarbeitende von öffentlichen und nicht-öffentlichen Einrichtungen, die mit der psychiatrischen und psychosozialen Betreuung und Versorgung von psychisch belasteten, psychisch kranken Personen sowie Menschen mit Behinderung betraut sind. Ebenfalls mitwirken können niedergelassene Fachärzte, Psychotherapeuten, freiberufliche Fachkräfte sowie ehrenamtlich tätigte gewählte Mitglieder von Selbsthilfe- und Angehörigengruppen. In der PSAG gibt es mehrere Untergruppen, deren Sprecher mit dem Vorsitzenden und der Geschäftsführung den PSAG-Sprecherrat bilden und sich regelmäßig abstimmen.

Seit 2005 in der PSAG aktiv

Olaf Stiefelhagen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist als Oberarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie am Maria-Hilf-Krankenhaus Krefeld tätig. Nach dem Studium der Humanmedizin parallel zu einer Tätigkeit in der psychiatrischen Krankenpflege im Alexius-Krankenhaus Neuss war der gebürtige Lindlarer zunächst als Assistenzarzt im Marienhospital Wanne-Eickel tätig, wechselte dann 2001 zur Alexianer Krefeld GmbH, wo er bis 2005 als Assistenzarzt in den Bereichen geschützte allgemeinpsychiatrische Akutstation und integrativ-psychiatrische Behandlung wirkte. Von 2005 bis 2009 hatte er die Leitung des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt Krefeld inne. Seit 2005 arbeitet er in der PSAG mit und ist seitdem auch in der ärztlichen neurologisch-psychiatrischen Gesellschaft Krefeld Mitglied. Aktuell fungiert er dort als Vorsitzender. Seit 2010 ist er Arzt der Wohnverbundambulanz der Alexianer Krefeld GmbH, seit 2014 Leitender Arzt dort und Oberarzt in der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit gehört die Arbeit mit Menschen mit schwer verlaufenden und häufig bereits lange bestehenden psychiatrischen Erkrankungen und/oder Doppel- und Mehrfachdiagnosen.

"Hilfe am besten über persönlichen Kontakt"

„Ich bin überzeugt davon, dass die Hilfen am besten über den persönlichen Kontakt zu Menschen mit psychischen Krankheiten und in einem multiprofessionellen Team funktionieren. Ich glaube, dass eine Veränderung oder Therapie - unabhängig von der Form - nur auf der Basis von Vertrauen gelingen kann", sagt Stiefelhagen. Die Gegebenheiten und Hilfen seien für Menschen insbesondere mit chronischen und komplexen psychischen Störungen bei Weitem nicht ausreichend. „Diese Menschen sind mit ihrem Alltag und vielen Dingen des Lebens erkrankungsbedingt fast regelhaft überfordert, sodass auch auf den unterschiedlichen politischen Ebenen weiterhin viele Veränderungen notwendig sind", appelliert Stiefelhagen. Die PSAG Krefeld als Zusammenschluss vieler im psychosozialen und psychiatrischen System tätigen Fachleute sei deshalb ein wichtiges Gremium und Sprachrohr für die verschiedenen Zielgruppen. Er wünsche sich für die Betroffenen einfache und verständliche Strategien, damit sie die Möglichkeit der Teilhabe erlangen, sich entwickeln können und sich nicht vollends in ihre eigenen Realitäten zurückziehen. „Aktuell erlebe ich bedauerlicherweise eine kontinuierliche Zunahme von Regeln, Kontrollen und Bürokratie, was selbst für die professionellen Helfer oft schwer nachvollziehbar und umsetzbar ist", sagt der Arzt. Mut würden ihm aber viele engagierte Krefelder machen, die er im Laufe seiner Tätigkeit in der PSAG hat kennenlernen dürfen. „Ich wünsche mir weiterhin die gemeinsame Entwicklung vieler kreativer, flexibler und lösungsorientierter Ansätze im Sinne der betroffenen Menschen verschiedenen Alters und in deren unterschiedlichen Lebenslagen."