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Minister Reul zum Start von Präventionsprogramm „Wegweiser"

Zuletzt geändert: 28.07.2020 14:19:52 CEDT

„Wegweiser" heißt ein Präventionsprogramm gegen gewaltbereiten Salafismus, das durch das nordrhein-westfälische Innenministerium im Bereich Verfassungsschutz initiiert wurde. Gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul hat Krefelds Dezernent Markus Schön die neue „Wegweiser"-Beratungsstelle für Krefeld und den Kreis Kleve in Krefeld vorgestellt. Minister Reul unterstrich die Bedeutung des Programms für die Gesellschaft: „Es gibt immer Menschen, insbesondere Jugendliche, die Probleme haben und dadurch anfällig für ‚Rattenfänger' sind. Die Wegweiser-Akteure verhindern das mit ihrer Unterstützung schon jetzt sehr erfolgreich. Rund 21.500 Anfragen haben die Mitarbeitenden bisher registriert. Mit nun 25 Standorten gibt es die Beratungsstellen flächendeckend in NRW". Reul sprach für die Krefelder Beratungsstelle, die am Südwall 23-25 angesiedelt und mit drei Mitarbeitenden ausgestattet ist, von einer großen Herausforderung, weil sie für die Stadt und den Kreis Kleve gleichermaßen zuständig sei.

Minister Herbert Reul, Uwe Reichel-Offermann (stellvertretender Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes), Carmen Knüpfer (Geschäftsführerin des Internationalen Bundes) und Beigeordneter Markus Schön im Krefelder Rathaus. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. BischofMinister Herbert Reul, Uwe Reichel-Offermann (stellvertretender Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes), Carmen Knüpfer (Geschäftsführerin des Internationalen Bundes) und Beigeordneter Markus Schön im Krefelder Rathaus.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Krefelds Beigeordneter Markus Schön, der den Minister stellvertretend für Oberbürgermeister Frank Meyer in Krefeld begrüßte, unterstrich, dass dessen Anwesenheit bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung der Anlaufstelle in der Stadt hervorhebe. „Es ist richtig und wichtig, dass Wegweiser dezentral ansetzt. Eben in den Kreisen und Städten als Orten gelebter Demokratie, dort wo die betroffenen Kinder und Jugendlichen am besten im örtlichen Netzwerk bestehend aus Vereinen und Institutionen wie Schule und Jugendhilfe erreicht werden können", stellte Schön fest.

Mit der Durchführung des Präventionsprogrammes gegen gewaltbereiten Salafismus des Landes Nordrhein-Westfalen in Krefeld und im Kreis Kleve wurde der Internationale Bund (IB) beauftragt. „Hierzu hat der IB, der im Kreis Wesel schon im August 2019 eine Beratungsstelle eröffnet hat, ein umfassendes Konzept entwickelt, mit erfahrenen Islamwissenschaftlern als professionellen Wegweiser-Beratern", erklärt IB-Geschäftsführerin Carmen Knüpfer. Im Rahmen der Prävention werden auch kostenlose Sensibilisierungsvorträge, Informationsveranstaltungen und Workshops angeboten. Der stellvertretende Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Uwe Reichel-Offermann, stellte fest, dass der Salafismus in NRW durchaus eine Bedrohung darstelle. Ein Viertel der Anhänger seien dabei unter 25 Jahre alt.

NRW-Innenminister Herbert Reul mit dem Beigeordneten Markus Schön beim Wegweiser-Pressegespräch in Krefeld. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. BischofNRW-Innenminister Herbert Reul mit dem Beigeordneten Markus Schön beim Wegweiser-Pressegespräch in Krefeld.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Breits vor mehr als drei Jahren hat Krefeld auf Initiative der Integrationsbeauftragten Dr. Tagrid Yousef erste Kontakte zu Wegweiser aufgenommen. Der Grund hierfür war der Wunsch, frühzeitig salafistischen Bestrebungen entgegentreten zu können, um eine destabilisierende Wirkung auf junge Menschen, Familien und Gesellschaften zu unterbinden. Die Abteilung Integration wird nun maßgeblich mit dem Wegweiser-Projekt kooperieren. Schön dankte dem Internationalen Bund „mit dem wir in vielen anderen Belangen wie der offenen Kinder- und Jugendarbeit hier in Krefeld schon hervorragend kooperieren. Denn nur ein Träger, der die jungen Menschen vor Ort kennt, kann sich bei schwierigen und heiklen Sachverhalten auch das Vertrauen der Hilfesuchenden und Betroffenen dergestalt erwerben, dass die Beratung von Erfolg gekrönt sein kann", betonte der Beigeordnete, in dessen Ressort neben Integration auch der Bereich Jugendhilfe angesiedelt ist. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Netzwerkpartnern vor Ort wie dem Kommunalen Integrationszentrum, Vereinen, Jugend- und Sozialämtern, Schulen, Polizei oder Jobcenter wird auf Probleme eingegangen und gemeinsame Lösungsperspektiven entwickelt. Insbesondere die Schulen, Jugendzentren und Sportvereine gelten hier als wichtiger Handlungsort der Primärprävention.

Die Beratungsstelle Wegweiser am Südwall 23-25 in Krefeld ist noch im Aufbau. Sie ist per E-Mail an info@wegweiser.nrw.de zu erreichen oder unter der mobilen Rufnummer 01 75 / 1 00 16 20.