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Konfliktmanagement bei der Stadt Krefeld

Im Berufsleben wie im Alltag treffen immer wieder verschiedene Interessen, Meinungen, Bedürfnisse und Arbeitsweisen aufeinander, die zu Konflikten führen können. Solche Konflikte stören uns und die Zusammenarbeit untereinander. Sie binden unsere Kräfte und wirken sich dadurch auf uns und Andere aus. Sie können aber auch der Beginn eines Wandels und Anhaltspunkt für ein besseres Verständnis von unseren und anderen Interessen sein.

Grundsätzlich liegt es in unserem Verständnis, dass aufkommende Konflikte im direkten Kontakt angesprochen werden sollten. Dabei können vertraute Kolleginnen oder Kollegen, aber auch Führungskräfte die Beteiligten unterstützen.

Oftmals kann jedoch auch der Kontakt zu unbeteiligten Dritten eine gute Lösung sein. Bei der Stadt Krefeld gibt es für diese Fälle Konfliktlotsinnen und -lotsen, die solche Situationen kollegial und kompetent begleiten. Dabei sind sie keine Instanz, die eine Lösung vorgibt, sondern fühlen sich im Interesse einer konstruktiven Problemlösung allen am Konflikt Beteiligten verbunden und wollen dabei helfen, wieder ein gutes Miteinander zu ermöglichen.

Logo der Konfliktlotsen

Das Team

Derzeit sind 9 Kolleginnen und Kollegen ehrenamtlich als Konfliktlotsinnen und -lotsen tätig.
Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit üben sie neben ihren eigentlichen Aufgaben aus.
Bei Bedarf werden sie von ehemaligen Lotsinnen und Lotsen unterstützt.

Aufgaben

Die Aufgaben der Konfliktlotsinnen und -lotsen ergeben sich aus der Dienstvereinbarung über das Konfliktmanagement in der Stadtverwaltung Krefeld.

Die Konfliktlotsinnen und -lotsen sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Mitarbeiterschaft der Stadtverwaltung Krefeld einschließlich der Auszubildenden. Sie helfen, Stillstand zu überwinden und unterstützen den „Friedenswillen" der Beteiligten. Sie begleiten Gespräche auf Augenhöhe und motivieren die Betroffenen zu einer konstruktiven Problemlösung.

Hierbei sind die Konfliktlotsinnen und -lotsen zunächst als „aktiv Zuhörende" gefragt, im Gespräch mit den Ratsuchenden das Konfliktpotential zu analysieren und danach zu klären:

- Ist die Angelegenheit beim Konfliktmanagement richtig angesiedelt?
(oder wäre vielleicht die Einschaltung anderer Stellen wie z.B. Personalrat, Gleichstellungsstelle o.ä. erfolgversprechender?)

- Sollten noch andere Personen oder Stellen (Vorgesetzte, Betriebsarzt, Betriebliches Eingliederungsmanagement o.a.) eingebunden werden?

Sofern einvernehmlich der Einsatz der Konfliktlotsinnen und -lotsen als geeignet für die Konfliktlösung erkannt wird, legt die oder der Konfliktlotse in Absprache mit den Beteiligten den weiteren Verlauf der Konfliktlösung fest: Kontaktaufnahme mit der anderen Konfliktpartei (sofern diese nicht schon mit erschienen ist), Beteiligung weiterer gewünschter Personen, Terminierung eines gemeinsamen Gespräches.

In diesem Gespräch kommt der Konfliktlotsin bzw. dem Konfliktlotsen die Rolle einer Moderatorin bzw. eines Moderators zu. Er oder sie organisiert einen geeigneten Ort, sorgt für die richtige Ausstattung des Raumes und für einen konstruktiven und fairen Verlauf des Gesprächs.

Er oder sie motiviert und unterstützt die Beteiligten dabei, eine Lösung für ihren Konflikt zu finden, verhält sich dabei neutral und ist bei der Lösungssuche beiden Parteien verbunden.

Sofern der Konfliktfall es erfordert, kann - nach Beschluss des Konfliktlotsenpools - zu einer notwendigen Konfliktlösung auch die Einbeziehung der Personaldezernentin oder des „Runden Tisches" erforderlich sein. Hier finde Unterstützung in schwierigen Konfliktlagen, die unter Umständen auch andere Lösungswege als das moderierte Gespräch erforderlich machen.

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Qualifizierung

Die Arbeit als Konfliktlotsin oder -lotse erfordert Verschwiegenheit, Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit ebenso wie den Mut, manchmal auch unangenehme Dinge anzusprechen. Unerlässlich ist auch die Fähigkeit, sich in andere Personen hinein versetzen zu können, ihre Denk- und Handlungsweisen emotional nachvollziehen zu können, ihnen Offenheit und Vertrauen entgegen zu bringen - sich dabei aber nicht von anderen und eigenen Gefühlen überwältigen zu lassen und einen „klaren Kopf" zu bewahren.

Vorraussetzung für die Aufnahme der Tätigkeit ist deshalb eine fundierte Ausbildung als betrieblicher Konfliktlotsin oder -lotse, in denen Kenntnisse über Konflikttheorie, Methoden der Konfliktintervention und Mediationsmodelle vermittelt werden. Daneben werden Methoden und das Handwerkszeug sowie der Aufbau und die Praxis des betrieblichen Konfliktmanagementsystems vermittelt. Die Plätze für diese Ausbildung werden nach Bedarf verwaltungsintern ausgeschrieben.

Zur Vertiefung des Fachwissens finden regelmäßig Supervisionen und Coachings für den Lotsenpool statt. Fallbezogen sind ebenfalls Hilfestellungen und Supervision möglich.