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Nutzung von Erdwärme

Energiegewinnung durch Geothermie ist grundsätzlich auch für alle Grundstücke möglich, die hinsichtlich ihrer Lage, des Platzangebotes sowie dem Aufbau und der Beschaffenheit des Untergrundes hierfür geeignet sind. Für den Bau und Betrieb von Anlagen zur Erdwärmenutzung ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Maßgebend bei der Beurteilung von Anträgen sind dabei vor allem folgende Fragen:

  • Liegt das Grundstück innerhalb einer Wasserschutzzone oder in einem sonstigen wasserwirtschaftlich sensiblen Bereich?
  • Existiert im Untergrund eine in weiten Teilen Krefelds verbreitete natürliche hydraulische Trennschicht („Intergazial" oder „Krefelder Schichten")?

In der Regel wird durch die zu einer Wasserschutzzone gehörende Verordnung bestimmt, welche Maßnahmen im Sinne des Trinkwasserschutzes dort untersagt sind. Die jeweils aktuellste Verordnung gibt die Verfahrensrichtlinie für alle anderen Wasserschutzzonen vor.

Zu den vorgenannten Verbotstatbeständen gehört die Verwendung wassergefährdender Stoffe (zum Beispiel Glykol) als Wärmeträger, auf deren Basis viele Geothermie-Anlagen arbeiten. Durch Verwendung einer oberflächennahen Anlage auf reiner Wasserbasis oder alternativ durch den Betrieb einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe kann dennoch die Nutzung von Erdwärme möglich sein.

Außerdem legt die Untere Wasserbehörde (UWB) Wert darauf, dass innerhalb von Wasserschutzzonen die oben genannte Trennschicht nicht durchstoßen wird. Auch dieses Genehmigungshindernis kann ggf. durch oberflächennahe Anlagen umgangen werden.

Außerhalb von Wasserschutzzonen bestehen keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bau und den Betrieb von Geothermieanlagen.

Die Planung einer Anlage zur Nutzung von Erdwärme sollte daher frühzeitig mit den zuständigen Sachbearbeitern im

Fachbereich Umwelt
Untere Wasserbehörde
Elbestraße 7
47800 Krefeld

besprochen werden. Hier erhalten Sie auch das entsprechende Antragsformular mit Angabe aller erforderlichen Unterlagen und Nachweise. Bei Anlagen, die in eine Tiefe ab 100 Meter hinabreichen, unterliegt die Genehmigung auch dem Bergrecht. Ohne die Zustimmung der zuständigen Bergbaubehörde (Bezirksregierung Arnsberg) ist die Erteilung einer wasserrechtlichen Genehmigung durch die UWB in diesen Fällen nicht möglich.

Die Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis ist gebührenpflichtig. Die Gebühr beträgt 250 Euro.