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Digitale Bodenbelastungskarte Krefeld Außenbereich

Blick über Krefeld

Der Fachbereich Umwelt der Stadt Krefeld hat das Institut für Umwelt-Analyse Projekt GmbH mit der Erstellung einer Bodenbelastungskarte für den Außenbereich der Stadt beauftragt. Zum Außenbereich der Stadt gehören Wald-, Acker- und Grünflächen, aber keine Parks, Friedhöfe und dergleichen.

Was sich so einfach liest, ist ein recht komplizierter und vielschichtiger Vorgang, der einiger einleitender Erläuterungen bedarf!

Die folgenden Seiten zur Digitalen Bodenbelastungskarte Außenbereich Krefeld stellen eine komprimierte Zusammenfassung der Gesamtuntersuchung dar.

Das Gesamtgutachten können Sie auf dieser Seite über den nachstehenden Link "Gesamtgutachten" erreichen!

Der nachstehende Link "Detailkarten Bodenbelastungskarte Krefeld Aussenbereich"  führt Sie durch die Kurzfassung des Gutachtens!

Was ist eigentlich Boden?

Fenchel und Mangold im Gemüsebeet

Boden ist eine begrenzte Ressource. Er ist über viele Jahrtausende durch Umsetzungsprozesse der Natur aus dem (Ausgangs-)Gestein entstanden. Ohne Boden ist kein Leben außerhalb der Gewässer möglich.
Boden bildet die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und Tieren und damit letztendlich auch für den Menschen.

Böden übernehmen wichtige Funktionen:

sie bilden die Grundlage für unsere Ernährung
sie sind Lebensraum für Bodenbewohner
sie filtern Schadstoffe und können dadurch bis zu einem gewissen Grad das Grundwasser schützen
sie speichern Regenwasser und helfen so, Überschwemmungen zu verhindern

Böden werden als Flächen zum Beispiel für Siedlungen, Industrieanlagen, für Erholungsgebiete sowie für die Land- und Forstwirtschaft gebraucht und genutzt.
Die Nutzung des Bodens durch den Menschen hinterlässt Spuren. Als Zeuge dieser Nutzung können Böden Schadstoffbelastungen enthalten.
Im schlimmsten Falle stellen diese Verunreinigungen eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen dar, belasten Gewässer und Grundwasser und bedrohen die Tier- und Pflanzenwelt dieser Böden!

Daher ist es wichtig, den Boden vor Verunreinigungen zu schützen!

Wozu dient die Bodenbelastungskarte?

Blick auf Krefeld über die noch offene Kuppe des Kapuzinerberges.jpg

Bodenbelastungskarten geben flächenhaft die Verteilung von Schadstoffen in Böden wieder. Dargestellt werden die Gehalte von Stoffen in den (Ober-)Böden, die dauerhaft sind und von denen Beeinträchtigungen der Nutzung ausgehen können. Beispiele hierfür sind Schwermetalle, wie Kupfer, Blei, Arsen und Zink, aber auch organische Verbindungen, wie zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.
Erstmals erhält die Stadt damit eine flächendeckende Übersicht über den Zustand der Böden. Damit wird die weitere Planung zur Nutzung von (Flächen) Böden (zum Beispiel Ausweisung von neuen Wohngebieten) deutlich vereinfacht. So kann durch Einsichtnahme in die Bodenbelastungskarten bereits im Vorfeld von Planungsvorhaben schnell festgestellt werden, ob das geplante Vorhaben ohne Weiteres auf der angedachten Fläche verwirklicht werden kann oder, ob zuvor weitere Prüfungen erforderlich sind.

Wie entsteht eine Bodenbelastungskarte?

Aufgerissener Boden

Die tatsächliche Bodenbelastung ist von vielen Einflussgrößen abhängig wie zum Beispiel davon, um was für eine Bodenart oder welches Ausgangsgestein es sich handelt, welche Bodennutzung vorliegt oder vorgelegen hat, ob es sich um ein Überschwemmungsgebiet des Rheins oder eines anderen Flusses handelt.
Dementsprechend vielfältig ist die Anzahl der zu ermittelnden Werte, die in der Regel als Flächen in Karten dargestellt werden. Einfach ausgedrückt, bedeutet dies, dass für jede Einflussgröße und auch für jeden Parameter (hier: Schadstoff) eine eigene Karte erstellt werden muss. Die Gehalte an Schadstoffen werden anhand von entnommenen Proben ermittelt, bereits bekannte Untersuchungsergebnisse werden mit verwendet.
Für jeden Schadstoff gibt es Werte, bei deren Einhaltung keine Gefährdungen zu erwarten sind, diese heißen Vorsorgewerte.

Ergebnisse der Bodenbelastungskarte

Eine Junge Pflanze wächst aus dem Boden heraus

Nach Erstellung der Bodenbelastungskarte für den Außenbereich der Stadt Krefeld wurde vielfach aufgeatmet. Denn es gibt im Krefelder Außenbereich keine Flächen mit Handlungsbedarf. Es konnten sogar großflächige Gebiete festgestellt werden, die als ursprünglich und unbelastet eingestuft wurden. Daneben finden sich aber auch größere Areale, in denen über den natürlichen Gehalt hinaus, messbar erhöhte Schadstoffmengen gefunden wurden, so dass die Planungsmöglichkeiten zur Nutzung der Böden eingeengt sein können. Bei weiteren und / oder neuen Nutzungen sollte in diesen Bereichen darauf geachtet werden, dass die Schadstoffbelastung durch entsprechende Einträge nicht weiter erhöht wird.

Was die Bodenbelastungskarte nicht zeigt!

Was die Bodenbelastungskarte nicht zeigt

Punktbelastungen sind in der Bodenbelastungskarte nicht aufgeführt. Punktbelastungen sind kleine bis größere Flächen, die hoch belastet sein können. Diese Belastungen sind nicht flächenhaft verteilt, sondern scharf begrenzt und vor allem untypisch für ihr Umfeld. Eine solche Punktbelastung wären zum Beispiel eine Mülldeponie, eine mit gefährlichem Material verfüllte Kiesgrube oder auch der Ort, an dem aus einem Tank dessen gefährlicher Inhalt ausgelaufen und versickert ist. Solche Punktbelastungen stehen im sogenannten Altlastverdachtsflächenkataster der Stadt Krefeld. Durch Altlasten-Sanierungen, wie die Bodensanierung des ehemaligen Gaswerkes in Hüls, wird die Zahl der Punktbelastungen geringer.

Was sind schädliche Bodenveränderungen?

Boden mit Bauschutteinlagerung

Schädliche Bodenveränderungen sind gesetzlich definiert als „Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen (siehe oben "Was ist eigentlich Boden?"), die geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile für den Einzelnen oder die Allgemeinheit herbeizuführen".

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