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Digitale Bodenbelastungskarte Gesamtbeurteilung

Gesamtbeurteilung (Zusammenfassung)

Im Rahmen der Erstellung der digitalen Bodenbelastungskarte wurde der Oberboden im Außenbereich des Stadtgebietes auf die Parameter Arsen, Chrom, Kupfer, Quecksilber Nickel, Blei, Zink, Benz(a)pyren und PAK untersucht. Obwohl Krefeld mit der Stoffherstellung, der Färbung und Verarbeitung von Stoffen, der Stahl- und Maschinenindustrie sowie der chemischen Industrie zu den ältesten Industriestandorten Deutschlands zählt, konnten im Außenbereich keine Flächen mit gravierenden schädlichen Bodenveränderungen festgestellt werden, die zu Einschränkungen der derzeitigen Flächennutzungen führen.

Neben großflächigen Gebieten, die als ursprünglich und unbelastet eingestuft werden konnten, fanden sich jedoch auch einzelne begrenzte Areale, in denen über den natürlichen Gehalt hinaus, messbar erhöhte Schadstoffgehalte gefunden wurden.

Hierzu zählen insbesondere die Überschwemmungsgebiete des Rheins am Hafen und bei Hohenbudberg sowie Waldgebiete. Aufgrund der dort ermittelten Schadstoffgehalte ist eine empfindliche Nutzung dieser Flächen (zum Beispiel Anbau von direkt verzehrbaren Lebensmitteln) absehbar nicht möglich.

In den Überschwemmungsgebieten des Rheins sind diese schädlichen Bodenveränderungen ursächlich auf menschliche Einwirkung zurückzuführen, da der Rhein über viele Jahrzehnte Abwässer aus Industrie und Privathaushalten ungeklärt verkraften musste. Das belastete Flusswasser deponierte bei den nahezu jährlichen Überschwemmungen einen Teil seiner Fracht auf den Böden der vor dem Deich liegenden Flächen.

Die schädlichen Bodenveränderungen in Waldböden beruhen zu einem großen Teil auf der enormen Filterleistung der Wälder. So gelangten die luftgetragenen Schadstoffe über die Blätter in die Böden. Besonders zu nennen ist in diesem Zusammenhang das Schwermetall Blei aus den Kraftfahrzeugabgasen.
Erfreulicherweise ist Blei als Zusatzstoff im Kraftstoff seit einem Jahrzehnt nicht mehr erlaubt, so dass hier langfristig mit einer Besserung gerechnet werden darf.
Daneben gibt es noch Hinweise, dass auch Zink auf dem Luftweg in Waldböden gelangt ist.

Die weitere Entwicklung der Böden muss weiter beobachtet werden, da der Ausstoß von Schadstoffen in absehbarer Zeit anhalten wird. Als Beispiel sei hier nur die Schadstoffgruppe der PAK (Leitsubstanz Benz(a)pyren) genannt. Sie entstehen bei allen Verbrennungsvorgängen und gelangen über die Luft in die Böden.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Ergebnisse der digitalen Bodenbelastungskarte keine akuten Handlungsnotwendigkeiten aufzeigen. Jedoch sind zukünftige Nutzungsänderungen nicht uneingeschränkt möglich. Die Entwicklung der Schadstoffgehalte in den Oberböden muss weiterhin beobachtet werden, denn ein Ende aller Einträge ist in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten.