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Museumspädagogik

Oppumer Realschüler zeigen Präsentation

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld und die Realschule Oppum beenden ihr einjähriges Kooperationsprojekt „Museum in der Schule - Schule im Museum" mit einer kleinen Ausstellung in Linn. Seit Herbst 2014 haben sich über 350 Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse mit dem Thema Textilien in verschiedenen Fächern beschäftigt. Im Wahlkurs „Textilgestaltung" fertigten sie unter anderem Kissenbezüge, Seidenmalerei, Quilts, Äpfel aus Filz und vieles mehr. Die Kinder und Jugendlichen lernten im Fach Biologie ferner, wie sich ein Seidenspinner entwickelt. Der historische Sklavenhandel und der Anbau von Baumwolle am Aralsee wurden ebenso thematisiert wie Texte aus dem Buch „Onkel Toms Hütte" im Deutsch-Unterricht. „Die Ergebnisse sind nun in einer Ausstellung bei uns im Foyer bis Ende November zu sehen", sagt Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums.

Schüler und Lehrerinnen der Realschule Oppum stellen die Ergebnisse des Kooperationsprojektes mit dem Deutschen Textilmuseum im Foyer zusammen mit Museumsleiterin Dr. Annette Schieck (li.) vor. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Schüler und Lehrerinnen der Realschule Oppum stellen die Ergebnisse des Kooperationsprojektes mit dem Deutschen Textilmuseum im Foyer zusammen mit Museumsleiterin Dr. Annette Schieck (li.) vor. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Dort können Besucher in den kommenden vier Wochen kostenfrei einen Querschnitt der Schülerarbeiten sehen: Auf vier großen Tafel wird die Verarbeitung von Naturfasern dargestellt und erklärt. In Bilderrahmen präsentieren sie einige „Verrückte Rosen", welche die Schüler aus Resten von Krefelder Krawattenstoffen nach einer fantasievollen Zeichnung zu einem Quadrat zusammengefügt haben. An einem Ast hängen „wunderbare Filzäpfel" zwischen denen sich Schlangen winden. Anhand einer Jeans beschreiben die Schüler, wer prozentual an der Produktion einer Hose aus einem Billiglohnland verdient. Für Jugendliche sei der Kauf von günstigen Jeans zwar verführerisch, ihre bereits vorhandene Skepsis habe das Projekt aber nur noch verstärkt und ihr Kaufverhalten geändert, so Lehrerin Angelika Billmann, die maßgeblich mit ihrer Kollegin Hiltrud Kroth das Projekt betreut hat. Über den Unterricht hinaus unternahmen die Lehrerinnen mit ihren Schülern diverse Exkursionen. In der Textilscheune in Nettetal-Hinsbeck erfuhren die Schüler einiges über Flachs, im Haus der Seidenkultur sahen sie alte Webstühle, drei Klassen besuchten das Textilmuseum, wo sie eine Quilt-Ausstellung besichtigten und „Molas" aus der Sammlung präsentiert bekamen, die Museumsleiterin hielt im Geschichtsunterricht einen Vortrag über Mumien. „Zu Beginn hatten wir drei kleine Projekte vorgesehen. Letztlich ist es ein großes Projekt der gesamten Schule geworden", freut sich Schieck.

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld, Andreasmarkt 8, zeigt zurzeit in der Sonderausstellung „Kirschblüten und Haifischhaut - Textilien der Samurai und Bürger in der Edo-Zeit" erstmals seine in Europa einmalige Sammlung japanischer Edo-komon-Gewänder aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Insgesamt werden über 120 Exponate unter anderem historische No-Gewänder, japanische Textilien aus der Sammlung sowie eine Samurai-Rüstung und Farbholzschnitte, Fotografien, Keramik und No-Masken präsentiert. Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf.

Veranstaltungen

Workshops für Kinder und Erwachsene im Deutschen Textilmuseum mit Larissa Konze

Sa 11. März 2017, 11.00 - 14.00 Uhr
Fantastische Fasern
Teilnahmegebühr 10,00 Euro (inklusive Material)
Anmeldung bis Mo 5. März 2017 erforderlich.