Inhaltsbereich

Forschungsprojekte

Fabric of my Life - Aufruf zur Mitmachaktion "Erinnerungen in Textil"

Das internationale Projekt „The Fabric of My Life" verfolgt das Ziel, auf schöpferischem Weg neue Kommunikationsformen in Bezug auf die Migrationsgeschichte auszuprobieren, Flüchtlingsfrauen zu stärken sowie Kulturschaffende und Studierende in das Vorhaben einzubinden. Das Deutsche Textilmuseum Krefeld arbeitet mit dem Zentrum für Textilforschung in Kopenhagen und dem Griechischen Zentrum für die Erforschung und Konservierung archäologischer Textilien in Athen zusammen. „Zahlreiche Unterprojekte in den verschiedenen Ländern führen dazu, dass Menschen ihre Geschichten erzählen und beginnen, selbst im Bereich Textilien kreativ zu sein", sagt Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums. Nun richtet sich das Museum zusammen mit dem Krefelder Kommunalen Integrationszentrum gezielt an Mitbürger mit Migrationshintergrund und fordert sie zum Mitmach-Projekt „Erinnerungen in Textil" auf. Der Aufruf ist unter anderem in den English, Französisch, Albanisch, Arabisch, und Farsi فارسی verfügbar sowie Russisch und Türkisch.

Ansprechpartnerinnen für das Mitmach-Projekt „Erinnerungen in Textil“ sind am Deutschen Textilmuseum Krefeld Dr. Annette Schieck (rechts) und Christina Schulte (links), sowie Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld (Mitte). Hier bei einem Fotoshooting für ein Unterprojekt von "Fabric of my Life". Foto: DTM/AMD Düsseldorf

Ansprechpartnerinnen für das Mitmach-Projekt „Erinnerungen in Textil" sind am Deutschen Textilmuseum Krefeld Dr. Annette Schieck (rechts) und Christina Schulte (links), sowie Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld (Mitte).

Hier bei einem Fotoshooting für ein Unterprojekt von "Fabric of my Life". Foto: DTM/AMD Düsseldorf

„Es geht darum, sich daheim mit dem Thema Erinnerungen zu befassen und diese in textile Objekte umzusetzen, die persönliche Erinnerungen widerspiegeln", so Schieck. Der Ansatz kann vielfältig sein, zum Beispiel ein Ereignis in der Familie, ein besonderes Fest, eine große Liebe, ein geliebtes Gedicht oder traditionelle Handarbeitstechniken. „In der Wahl von Material und Technik sind alle Teilnehmer vollkommen frei, ob sticken, stricken, häkeln, nähen, knüpfen oder kleben. Sollten sie Material benötigen, können sie sich an das Textilmuseum wenden und erhalten dort Stoffreste, Stickgarn und Wolle", sagt Projektmitarbeiterin Christina Schulte. Wegen der Corona-Krise soll man alleine oder mit Familienmitgliedern, jedoch nicht in Gruppen an dem Projekt arbeiten. Fotos von den fertigen Textilobjekten und die dazugehörenden Geschichten schicken die Teilnehmenden dann an das Museum. Dort werden die Arbeiten zunächst gesammelt und später zusammen mit den Ergebnissen anderer Projekte zum Beispiel einer Fotoserie von Personen in ihrer traditionellen Kleidung oder Modedesign präsentiert, kombiniert mit Objekten aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums.

Das internationale Projekt „The Fabric of My Life" untersucht die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft über ihre Kleidung, die wie eine Sprache funktioniert. „Jeder von uns vermittelt seinem Gegenüber durch die Auswahl seiner Kleidung Informationen über sich selbst", so Schieck. Die Wahl der Farben zeige die eigene Stimmung an, der Schnitt und die Kombination von Kleidungsstücken vermittele, wie fortschrittlich, modern, kreativ oder eigenwillig jemand sei. „Unser Projekt dient dazu, diese Kleidercodes lesen und verstehen zu können", erklärt die Museumsleiterin.

Ansprechpartnerinnen für das Mitmach-Projekt „Erinnerungen in Textil" sind am Deutschen Textilmuseum Krefeld Dr. Annette Schieck und Christina Schulte, erreichbar unter Telefon 0 21 51 / 94 69 45 0 oder oder per E-Mail an textilmuseum@krefeld.de sowie Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld, erreichbar unter Telefon 0 21 51 / 86-2502.

 

"Silberfadenprojekt", Oktober 2014 - Oktober 2017

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld erforscht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der TH Köln, dem Institut für Oberflächentechnik der Technische Universität Braunschweig und dem Fraunhofer Institut IST für Schicht-und Oberflächentechnik die Möglichkeiten der Reinigung silberhaltiger Textilien mittels Atmosphärendruck-Plasma. Ausgangspunkt des von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojektes ist eine Stola mit Silberstickereien aus dem Deutschen Textilmuseum Krefeld, die als Modell zur Entwicklung der neuen Reinigungsmethode dient.

Materialkombinationen von Metall und Textil sind in der Textilrestaurierung häufig anzutreffen. Im Laufe der Alterung korrodiert das Silber, was nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein konservatorisches Problem darstellt. Konventionelle Metallreinigungsverfahren sind an materialkombinierten Objekten nur schwierig durchführbar und erweisen sich meist als nachteilig für die textilen Bestandteile.

Als Alternative evaluieren die Projektpartner die Möglichkeiten der Reinigung von silberhaltigen historischen Textilien mittels Atmosphärendruckplasma -Verfahren. Zunächst werden Probekörper mit den neu entwickelten Reaktoren behandelt und naturwissenschaftlich analysiert. Damit sollen der Einfluss der Plasmabehandlung auf die Entfernung der Korrosionsprodukte untersucht und mögliche chemisch-physikalische Veränderungen der Fasermaterialien erkannt werden.

Ziel des Forschungsprojektes ist die Aufstellung einer modellhaften Strategie zur schonenden und effizienten Reinigung von historischen textilen Objekten mit Silberbestandteilen. Dabei soll auch diskutiert werden, wie die ausgewählten Objekte des Deutschen Textilmuseums Krefeld zukünftig restauriert und konserviert werden können.