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2018, 1 - Reflexionen Kunsthandwerk trifft Textilmuseum (24. Juni - 9. September 2018)

Ausstellung des Deutschen Textilmuseums mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandwerk am Niederrhein e.V.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Annette Paetz gen. Schieck

Koordinatorinnen der ADK: Nilufar Badiian, Angelika Jansen

Anzahl der Objekte des Textilmuseums: 45
Anzahl Arbeiten des ADK (z.T. aus mehreren Teilen bestehend): 88

Konzept

Eine lang gehegte Idee kommt nun zur Präsentation: 22 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandwerk am Niederrhein e.V. haben sich seit etwa 1,5 Jahren mit der Sammlung des Deutschen Textilmuseums Krefeld (DTM) auseinander gesetzt und sich von historischen Objekten zu neuen Arbeiten inspirieren lassen, die als Reflexe auf die Sammlungsobjekte zu verstehen sind.

Damit knüpft das DTM an die ursprüngliche Aufgabe der Sammlung an, die darin bestand, im Unterricht der Höheren Webeschule, der Vorläuferin der Hochschule Niederrhein, als Studienobjekte und Inspirationsquelle für angehende Textilgestalter, Weber, Drucker und Färber zu dienen. Zu diesem Zweck legten die Stadtväter 1880 den Grundstock für die Sammlung, die seither auf etwa 30.000 Objekte angewachsen ist. Mit Gründung der Sammlung legte man das noch heute verfolgte universelle Sammlungskonzept fest, so dass das DTM textile Beispiele aus nahezu allen Kulturen, Zeitstellungen und Regionen der Welt beherbergt und die Fülle der Themen sehr groß ist.

Es war Teil des Projektes, dass den Mitwirkenden weder Thema noch Epoche, Materialgattung oder Technik vorgegeben wurde, sondern dass jeder sich frei auf die Schätze in den Archiven einlassen und das Objekt auswählen konnte, das zu eigenen Arbeiten inspirierte. Zu diesem Zweck wurden kleine Gruppen von Künstlern und Kunsthandwerkern in die Archive geführt, Schränke und Schubladen geöffnet und Materialgruppen vorgestellt. Die Wahl fiel sehr vielfältig aus, so dass in der Ausstellung ein breiter Querschnitt durch die Sammlung vertreten ist.

Bei den Teilnehmern ließen sich vor allem drei Herangehensweisen an das Material beobachten: Manche nahmen ein bestimmtes historisches Objekt oder eine Technik als Inspiration und schufen Kunstobjekte, die sehr konkrete Reflexe auf das Original sind. Andere befassten sich eher allgemein mit Stoffen, ihrem Fall und ihren Eigenschaften, ohne ein Sammlungsobjekt hinzuzuziehen. Eine dritte Gruppe fand zwar die Inspiration in der Sammlung und suchte sich aber entsprechende Objekte außerhalb der Sammlung, da sie Textilien ganz unmittelbar in Keramik oder Kunstharz verarbeiteten - was natürlich nicht mit Sammlungsobjekten möglich war.

Allen gemeinsam war, dass sie durchweg auf solche Textilien „angesprungen" sind, die deutliche Gebrauchs- und Nutzungsspuren aufweisen und so von Menschen aus vergangenen Zeiten erzählen.

Ausgestellt sind nun die Objekte der Sammlung des Deutschen Textilmuseums im Dialog mit den modernen Arbeiten, wodurch ein spannungsreiches und sehr vielschichtiges Zusammenspiel entsteht.

Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen.