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2016, 1 - Seide - Textile Pracht aus 2000 Jahren (6. März bis 11. September 2016)

In der großen Ausstellung des Jahres 2016 präsentiert das Deutsche Textilmuseum Krefeld einen Querschnitt durch die eigene Sammlung. Dabei richtet sich der Blick auf das luxuriöseste aller textilen Materialien: die Seide. Die ausgewählten Objekte stammen aus Regionen entlang der Seidenstraße, die von China in den Mittelmeerraum zunächst bis nach Rom ver-lief und in der Neuzeit bis nach Krefeld erweitert wurde.

Neben der enormen Mobilität von Handelsgütern und Handwerkern über große Distanzen thematisiert die Ausstellung auch die Entwicklung der Seidenweberei, die sich verfeinernden Webtechniken, die sich verändernden Dekore und Moden sowie die Konsumgeschichte.

Diese Themen werden anhand einer Auswahl von 242 Objekten aus der eigenen Sammlung illustriert. Darunter sind 11 Objekte, die dem Museum erst innerhalb der vergangenen 10 Jahre gestiftet wurden.

Unter den Exponaten sind archäologische Funde aus China (200 v. Chr. - 200 n. Chr.), dem spätantiken Ägypten (5. -7. Jahrhundert), islamzeitliche Textilien des Vorderen Orients (11.-12. Jahrhundert), mittelalterliche italienische Seiden, Seidenstickereien und Paramente - zum Teil aus Krefelder Produktion -, französische Seiden sowie 18 Kostüme und Kleider des 17.-20. Jahrhunderts. Acht Gewänder sind erstmals zu sehen, die zuvor in aufwändiger Weise konservatorisch bearbeitet wurden. Es handelt sich um Kleider des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts, deren Schnitte und Verzierungen beispielhaft für ihre jeweilige Epoche sind, und deren Kostbarkeit deutlich durch das seidene Material ausgedrückt wird.

Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentiert die Schau Abend-, Cocktail- und Brautkleider aus Seide und kunstseidenem Material. Besonders hervorzuheben sind eine Liberty-Abendjacke sowie Haute Couture-Kleider von Madeleine Vionnet, Christian Dior und Pierre Balmain.

Für die Dauer der Laufzeit dieser Ausstellung konnte eine Spezialistin für Goldstickerei gewonnen werden, die an sechs Sonntagen in einem hierfür eingerichteten Bereich eine Seiden- und Goldstickerei aus der Zeit um 1500 vor Publikum nachsticken wird.

Die Ausstellung wurde großzügig von der Sparkassen-Kulturstiftung Krefeld unterstützt, die sowohl die Restaurierung zweier Kostüme aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, als auch die Anschaffung der beiden Vitrinen, in denen die Kostüme präsentiert werden, finanziert hat. Weiterhin ist auch dem Verein „Freunde der Museen Burg Linn e.V." herzlich zu danken, der das Museum mit der Anschaffung zweier weiterer Vitrinen gefördert hat.