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2015, 2 - Kirschblüten und Haifischhaut - Textilien der Samurai und Bürger in der Edo-Zeit (14. Juni bis 13. Dezember 2015)

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld besitzt eine in Europa einmalige Sammlung japanischer Gewänder, die in der Technik des sogenannten Edo komon gemustert sind. Die Kleidungsstücke für Damen und Herren stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden in den letzten zehn Jahren von der Stadt Krefeld angekauft sowie von verschiedenen Spendern gestiftet. In der Ausstellung wird erstmals ein Teil dieser besonderen Gewänder der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Gewänder zeichnen sich durch kleine, sehr feine Muster aus, die durch Schablonen-Färbung entstanden sind. Hiberei wurden vor dem Färben Stoffpartien mit Hilfe von Schablonen (katagami) und Reispaste reserviert, d.h. ausgespart. Die katagami-Schablonen bestehen aus Schichten von Maulbeerbaumpapier. Sehr kleine, komplexe Muster tragen die Bezeichnung komon, und die sogenannten Edo komon-Muster stellten den künstlerischen Höhepunkt dieser Färbetechnik in Japan dar. Die kleinteiligen, die gesamte Fläche der Schablone bedeckenden Motive wurden in erster Linie für die Musterung von Seidenstoffen verwendet. Winzige Punkte und andere Formen - wie Oval und Quadrat -, die das menschliche Auge erst bei genauerer Betrachtung wahrnimmt, bildeten vielfältige Musterungsvarianten, von denen das Deutsche Textilmuseum eine schöne Auswahl zeigt. Ebenfalls sind einige Färbeschablonen zu sehen, die im Zusammenspiel mit den Gewändern und einem Film, der die Herstellung der Schablonen thematisiert, einen Eindruck von der in Japan hochgeschätzten, sublimen und zugleich langwierigen Textilfärbekunst vermittelt.

komon-Muster waren ehemals nur als Verzierungselemente den Samurai vorbehalten. Samurai-Familien besaßen ihre eigenen Muster, die nicht von anderen benutzt werden durften. Im Laufe der Zeit fanden komon-Muster auch im japanischen Theater, Im No oder Kabuki, in der Verzierung der kostbaren Kleidungsstücke eine bis heute andauernde Verwendung.

Die Ausstellung präsentiert außerdem historische No-Gewänder und andere janpanische Texilien aus eigener Sammlung sowie eine Samurai-Rüstung und Farbholzschnitte als Leihgabe der Krefelder Kunstmuseen. Weitere Leihgaben - Fotografien aus dem Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim und Keramik, No Masken und ein Stellschirm aus Privtbesitz - runden diese Schau über Textilien der Edo-Zeit in schöner Weise ab.