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2012, 1 - CraftStoff - Zeitgenössische Arbeiten der Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn (vom 12. Mai bis 19. August 2012

In der neuen Ausstellung des Deutschen Textilmuseums Krefeld zeigen die beiden Düsseldorfer Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn sowohl textile Arbeiten als auch Raumobjekte und Installationen, die im Laufe ihrer engen Zusammenarbeit entstanden sind. Daneben werden Dokumentationen vergangener gemeinsamer Installationen präsentiert.

Barbara Esser, ausgebildete Textildesignerin, arbeitet an einem 24-schäftigen Webstuhl, an dem sie großformatige Doppelgewebe in verschiedenen Bindungsarten wie Leinwandbindung oder Kettrips herstellt. Die Vorbereitung des Webstuhls erfordert - wie stets an einem Handwebstuhl - eine lange, mühsame Arbeit. Neben der Konzeption des Bildentwurfs müssen 6000 Kettfäden eingezogen werden. Als Material verwendet die Künstlerin mercerisierte Baumwolle, die eine größere Farbpalette als vergleichbare andere Garne erlaubt und insgesamt belastbarer ist.

Barbara Essers Arbeiten, die bis zu 70 Schussfarben aufweisen, kennzeichnet eine durch die Vielfalt der Farben, sowie durch Lichteffekte des Materials hervorgerufene Lebendigkeit. Feinheit und Glanz des textilen Materials heben die strukturierte Oberfläche der in Kettrips-Technik gewebten Teppiche hervor und verleihen ihnen so eine außergewöhnlich haptische Qualität.
Inspiriert von der Pixelung von Computerbildern hat Barbara Esser mehrere Entwürfe mit dem Titel „Pixel" entwickelt. Für ihr Werk „Pixel I" erhielt sie im Jahr 2007 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Neuere Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2010 besitzen eine Rahmung und sind somit als Bilder charakterisiert. Die Entwürfe zeigen zu horizontalen Streifen verdichtete, rechteckige Farbflecke, die das Auge in der Bildmitte nicht ruhen lassen.

Während Barbara Esser ausschließlich mit Baumwolle und Leinen am Webstuhl arbeitet, sind die Objekte von Wolfgang Horn aus unterschiedlichen Materialien entstanden. So gibt es beispielsweise Arbeiten, die mit tagpins-farbigen Etikettenhaltern aus Kunststoff - entweder stark verdichtete Farbflächen bilden, die wiederum nuancierte Schattenwürfe auf dem Leinengrund erzeugen, oder Objekte, wie z.B. einen Herrenanzug, so vollständig überziehen, dass man vor lauter Etikettierung kaum mehr das Kleidungsstück wahrnimmt.

Beide Künstler arbeiten stark experimentell, und das zeigt sich sowohl in ihren Werken als auch in der Form der Präsentation. Neben ihren textilen Objekten und Rauminstallationen verwenden Barbara Esser und Wolfgang Horn für ihre konzeptionell ausgerichteten Arbeiten außerdem Computeranimationen. Der deutliche Bezug zum Textilen bleibt indessen ungeachtet der enormen, allgemeinen Einflüsse durch die computergestützten Medien die entscheidende Basis ihrer gemeinsamen künstlerischen Arbeit.

www.esserhorn.de