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2009, 1 - Prachtdrucke - Druckstoffe aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums (1. Februar bis 26. April 2009)

 

Die erste Ausstellung im neuen Jahr 2009 zeigt erstmals eine große Anzahl europäischer Druckstoffe aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums. Obwohl die Technik des Stoffdrucks bis in die Antike zurückreicht, spielte er in Europa vor dem späten 17. Jahrhundert keine wesentliche Rolle. Seine Blütezeit lag erst im 18. und 19. Jahrhundert, als mit technischen und chemischen Weiterentwicklungen neue Farbnuancen und Methoden des Drucks entstanden.

 

Vorher druckte man von Holzmodeln, die für den Papier- bzw. Tapetendruck angefertigt wurden, auch auf Leinen- und Baumwollstoffe. Die Muster solcher Dekorationsstoffe oder Tafeltücher orientierten sich stark an den geläufigen Blumenmustern der Zeit. Die Vorlagen für ihre Entwürfe erhielten die Modelschneider von den europaweit verbreiteten Vorlagenstichen, die Blumen- und Blütenmuster in breiter Auswahl boten.

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung zeigt Druckstoffe aus dem 18. Jahrhundert mit effektvollen Blumenmustern in großer Vielfalt, daneben sogenannte Blaudrucke, die in Reservetechnik entstanden sind.

Ein weiterer Abschnitt der Ausstellung widmet sich den Textilien der Arts and Crafts-Bewegung im späten 19. Jahrhundert, darunter Stoffe von William Morris und Lindsay Butterfield.

 

 

Den Höhepunkt bilden französische Druckstoffe des 18. und 19. Jahrhunderts mit szenischen Darstellungen aus Literatur, Oper oder Geschichte. Darunter befinden sich die in ihrer Zeit hoch geschätzten „Toiles de Jouy" und „Toiles de Nantes", die Anregungen aus der zeitgenössischen Malerei und Graphik aufgriffen und äußerst feine und detailreiche Entwürfe zeigen.

 

Um 1900 haben bedeutende Künstler wie Henry van de Velde und Peter Behrens auch Druckstoffe entworfen, von denen einige Beispiele hier präsentiert werden können.
Kleider aus bedruckter Baumwolle und Seide illustrieren in der Ausstellung die Verwendung von Druckstoffen als Kleiderstoffe im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Daneben bilden Leihgaben aus dem Kaiser Wilhelm Museum - Druckstoffe sowie
Porzellane und Gläser - eine schöne Ergänzung zu den gezeigten Stücken aus dem Besitz des Textilmuseums.