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2007, 3 - Land des Lächeln - Chinesische Textilien aus eigener Sammlung (16. September - 30. Dezember 2007)

Zum ersten Mal wird die umfangreiche Sammlung chinesischer Textilien des Deutschen Textilmuseums in einer eigenen Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben prachtvollen Drachenroben in der "kesi" genannten, sehr feinen chinesischen Technik der Schlitzwickerei finden sich auch gestickte Gewänder, Mäntel, Röcke und Behänge. Die Drachenroben weisen ein der chinesischen Mythologie entlehntes symbolisches Abbild des Kosmos auf dem Ur-Ozean, Weltenbergen und dem durch Wolkenmotive angedeuteten Himmel, in dem sich der Drache, Symbol des Kaisers, aufhält. Theatergewänder nehmen solche Darstellungen in abgewandelter Form auf. Dort finden sich dann zehn statt der üblichen acht beziehungsweise neun Drachen.

Das Museum verfügt über eine stattliche Sammlung von sogenannten "Mandarinquadraten", auf Mänteln angebrachten Rangabzeichen. Die im Übrigen dunklen, einfarbigen Mäntel wurden von den Hofbeamten über ihren Drabenroben getragen. Die vorne und hinten angebrachten Quadrate geben Kenntnis von Rang und Status der Beamten. Hierbei wird zwischen neun militärischen und neun zivilen Rängen unterschieden.

Besondere, immer wieder auftauchende Motive wie Drache, Phoenix, Reiher, dazu bestimmte Blumen sowie buddhistische oder taoistische Glückssymbole zeugen auf allen ausgestellten Textilien von der Einbindung der chinesischene Menschen in eine durch strenge geistige und politische Regeln bestimmte Welt.

Das Museum ist außerdem stolz auf den Besitz einiger äußerst früher Gewebe aus der Han-Zeit (206 vor Christus bis 220 nach Christus) sowie aus dem 14. Jahrhundert, einer für die Entwicklung auch der europäischen Weberei besonders interessanten Epoche. Seit dem späten 16. Jahrhundert stellten die Chinesen auch Samte her; einige besonders schöne Beispiele können in der Ausstellung gezeigt werden.

Eine große Gruppe bilden die Stickereien, die sich sowohl auf Gewändern und auf Tellern von Gewändern wie Ärmelstreifen und Kragen finden, als auch auf jeder Art von Behängen, Decken und anderen Verzierungen. Außer den bereits genannten Motiven werden in den Stickereien häufig Landschaften mit Figurszenen aufgegriffen, die sicher zum Teil alte Erzählungen, Romane oder Legenden illustrieren, die dem westlichen Betrachter nicht leicht zugänglich sind. Manchmal kommen auch, wie auf chinesischen Lacken oder Keramiken, Szenen aus dem täglichen chinesischen Leben vor.

Rangquadrat, 19. Jahrhundert, Schlitzwirkerei

Eine große Gruppe bilden die Stickereien, die sich sowohl auf Gewändern und auf Teilen von Gewändern wie Ärmelstreifen und Kragen finden, als auch auf jeder Art von Behängen, Decken und anderen Verzierungen.

Besondere, immer wieder auftauchende Motive wie Drache, Phoenix, Kranich, dazu bestimmte Blumen, sowie buddhistische oder taoistische Glückssymbole zeugen auf allen ausgestellten Textilien von der Einbindung der chinesischen Menschen in eine durch strenge geistige und politische Regeln bestimmte Welt.

Drachenrobe, 19. Jahrhundert, Schlitzwirkerei

 

Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre (10 Seiten) mit Texten von Isa Fleischmann-Heck und Brigitte Tietzel zum Preis von 2,50 Euro erschienen..