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2007, 1 - Schwarze Kunst - Afrikanische Textilien aus eigener Sammlung (28. Januar - 15. April 2007)

In Erinnerung an Dr. Brigitte Menzel, der bedeutenden Afrika-Forscherin und ehemaligen Direktorin des Textilmuseums, werden erstmals eine große Zahl westafrikanischer Textilien aus eigenem Bestand gezeigt. Zu den präsentierten Stoffen gehören prachtvolle Kente-Tücher sowie andere Gewebe, Gewänder und Druckstoffe. Die Textilien stammen aus Nigeria und aus Ghana, dem Land, das 2007 seine 50-jährige Unabhängigkeit feiert.

 

Frauengewand, Ghana

 

Brigitte Menzel war von 1974 bis 1978 Leiterin des Deutschen Textilmuseums. Ihre ganze Liebe galt Afrika, genauer Westafrika und hier vor allem Ghana. Schon seit den 1960er Jahren und bis in die 1980er Jahre bereiste sie dort die Länder der Ashanti und Ewe in Ghana und Togo, freundete sich mit damals noch tätigen Webern an und kaufte von ihnen Textilien, die die Krefelder (neben der Berliner) zur bedeutendsten Afrika-Sammlung Deutschlands machen.

Auf Schmalbandwebstühlen stellen die männlichen Weber sowohl bei den Ashanti als auch bei den Ewe bis zu vier Meter lange, vielfältig gemusterte Streifen her, von denen bis zu 28 Stück an einander genäht werden und sich zu großen Umschlagtüchern zusammenfügen. Neben solchen gewebten finden sich auch "Adinkra" genannte, bedruckte Tücher aus Ghana in der Ausstellung, die als traditionelle Trauergewänder getragen wurden.

Außerdem werden Textilien aus Nigeria gezeigt: so genannte Adire-Tücher, die durch Abbindeverfahren mit Indigo gefärbt sind. Schön früh (1943) gelangten zwei großartige Toben (Männergewänder) der Hansa in Nigeria an das Textilmuseum. Auch hier wurden schmale Webstreifen zu mächtigen Gewändern an einander gefügt, die aber einfarbig sind (hier: blau) und durch großartige, konstratfarbene Stickereien beeindrucken.

Raphia-Samte aus dem zentralen Kongo-Gebiet, die in Wirklichkeit ebenfalls Stickereien sind, deuten die Vielfalt der afrikanischen Textiltechniken an, die in der Ausstellung nicht annähernd erschöpfend vermittelt werden können.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender, farbiger Katalog. Dieser ist für 18,00 Euro zu erwerben.