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2006, 3 - Javanische Batiken (24. September bis 30. Dezember 2006)

Javanische Batiken der Sammlung Rudolf G. Smend, Köln

Sarong, Nordküste Java, Lasem, 1900 bis 1910

Im Jahre 1906 wurden erstmals in Deutschland indonesische Textilien und andere Kunstgegenstände aus dem damaligen Niederländisch-Indien im Krefelder Kaiser Wilhelm Museum ausgestellt. Diesen runden Geburtstag nimmt das Deutsche Textilmuseum zum Anlass und präsentiert nun 50 javanische Batiken aus der Sammlung Smend, die damit zum ersten Mal überhaupt der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Der Kölner Galerist Rudolf G. Smend sammelt und befasst sich seit über 30 Jahren mit indonesischen Batiken. Seinem besonderen Engagement ist es zu verdanken, dass diese höchst verfeinerten Textilien und ihre Technik in Deutschland und europaweit ein größeres Interesse gefunden und bis heute behalten haben.

Die ausgestellten Batiken stammen aus den beiden Hauptzentren javanischer Batikherstellung, aus Zentraljava sowie von der javanischen Nordküste. Die verschiedenen regionalen Traditionen und Einflüsse, die die Insel Java durch ihren intensiven kulturellen Austausch mit Indien, China, Europa und der arabischen Welt erfahren hat, spiegeln sich in den vielfältigen Mustern der Batikstoffe wider. In Rudolf Smends Sammlung befinden sich ausschließlich Beispiele für handgezeichnete Batik, sogenannte tulis-Batik. Die farblich und motivisch sehr unterschiedlichen Textilien stammen aus dem Zeitraum zwischen circa 1870 und 1930, einer Phase, als die javanische Handbatik in technischer und künstlerischer Hinsicht ihren Höhepunkt erreichte.

In Erinnerung an die Niederländisch-Indische Kunstausstellung können die Besucher außerdem Wayang-Figuren aus dem Besitz des Kaiser Wilhelm Museums sehen. Die beidseitig bemalten und kunstvoll verzierten Figuren wurden dem Museum anlässlich der Ausstellung von 1906 vom Fürstenhof in Solo geschenkt.