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2005, 3 - Fadenscheinig (25. September bis 23. Dezember 2005)

Mehr als ein Jahrzehnt ist es her, seit mit der "VI. Biennale der deutschen Textilkunst" 1990/1991 zum letzten Mal im Krefelder Deutschen Textilmuseum ein Querschnitt des zeitgenössischen Geschehens in der Textilkunst zu geben versucht wurde.

Eine Wiederbelebung solcher Einblicke in die Moderne im 2 bis 3 Jahresrhythmus wäre wünschenswert, und das Krefelder Museum sucht Partner, um eine hierfür notwendige Ausschreibung mit Jurierung im deutschsprachigen Raum oder vielleicht sogar europaweit durchführen zu können. Dies ist in näherer Zukunft jedoch nicht realisierbar.

Deshalb geben wir mit dieser Ausstellung einen kleinen Überblick in das Textilgeschehen von heute und bieten eine subjektive Auswahl von Arbeiten bestimmter Künstlerinnen.

Die Ausstellung zeigt Werke der Künstlerinnen Marian de Graaff, Feilchenfeldt - Hepp, Ritzi Jacobi, Claudia Merx, Maria Schade und Susanna Taras.

Zur Ausstellung ist ein 24seitiger Katalog mit Texten von Frau Dr. Isa Fleischmann-Heck und Frau Professor Dr. Brigitte Tietzel zum Preis von acht Euro erschienen.

 

Plakat zur Ausstellung Fadenscheinig

 

Marian de Graaff ist Niederländerin, lebt und arbeitet in Eindhoven und unterrichtet in Amsterdam. Sie experimentiert mit dem Grundelement, mit dem Faden, den sie aus den unterschiedlichsten Werkstoffen teils konventioneller, teils neuartiger Materialien zusammenstellt. Die Verarbeitung von Garnen, die in ihrer Ästhetik deutlich voneinander abweichen, ist die eigentliche Herausforderung für die Künstlerin.

Die beiden Künstlerinnen, die sich hinter dem Label Feilchenfeldt - Hepp verbergen, schaffen Bekleidungsstücke in ungewöhnlichen Farben, mit künstlichen Garnen und als durchaus "un-modisches" Design: Unikate dieser Art fordern die Trägerin heraus, zeichnen sie aus, sind geeignet, sie zu verwandeln.

Ritzi Jacobi geht mit ihren aus Kokos, Sisal oder Hanf bestehenden und mit Baumwolle umwickelten "Kabeln" aus der Fläche in den Raum hinein. Ihre textilen Reliefs sind selbst dann von einer durchdachten Ordnung, wenn sie das scheinbar Zufällige der Komposition zu betonen scheinen.

Claudia Merx hat sich vom Kunsthandwerk hin zur freien Gestaltung mit dem Material Filz entwickelt. Dabei führte sie ihr Weg von den robusten Objekten einer uralten Filztradition zu zarten, leichten Gebilden, die den ursprünglichen Zielen dieses Handwerks zu widersprechen scheinen.

Maria Schade aus Berlin hat sich die komplizierte, höchst arbeitsintensive Technik der Batik ausgewählt, um die äußerst feinen Farbabstufungen ihrer Muster auf ihre Stoffbahnen zu bringen.

Farbenfroh kommen die getufteten Blumen der Susanna Taras daher, die den Betrachter mit ihrer konkreten Form in einer Pseudosicherheit wiegen, bis er in der Gegenüberstellung mit den überdimensionalen, künstlichen Objekten seine Sehgewohnheiten in Frage gestellt sieht.