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2004, 2 - Aus dem Land der aufgehenden Sonne - japanische Textilien aus eigener Sammlung (23. Mai bis 15. August 2004)

Immer wieder präsentiert das Deutsche Textilmuseum seinem Publikum Schätze, die üblicherweise und aus reiner Notwendigkeit im dunklen, kühlen Schutz seines Archivs verborgen sind. In diesem Sommer führen solche "Ausgrabungen" in das "Land der aufgehenden Sonne".

Ein großer Teil der heute etwa 180 japanischen Textilien der Krefelder Sammlung wurde bereits früh an das Museum gegeben. Der Charakter einer textilen Vorbildersammlung, den die ehemalige Gewebesammlung des 19. Jahrhunderts in erster Linie hatte, ist gerade für die japanischen Stücke bewahrt geblieben. In der Ausstellung finden sich zahlreiche Beispiele für die unterschiedlichsten japanischen Textiltechniken: Aus dem 18. Jahrhundert gibt es wundervolle Gewebebahnen, sowie Fragmente von Bahnen aus bestickter Seide, beides für die Herstellung von Kimono bestimmt, beziehungsweise von bereits getragenen Gewändern als Musterstücke ausgeschnitten.

Seidengewebe, Japan, 18. JahrhundertNo-Gewand, Japan, Anfang 17. Jahrhundert

 

Daneben finden sich mit Goldauflagen bedruckte Stoffe und zahlreiche Beispiele von Stücken, deren Muster durch unterschiedliche Färbe- und Reservierungstechniken erreicht wurden. Ergänzt wird dies durch eine hoch interessante Sammlung von Färbeschablonen für die Textilmusterung.

Außerdem können die Besucher einige spektakuläre Nô-Gewänder bewundern, das heißt, farbenprächtige und aufwendig gestaltete Kostüme, die von den Schauspielern des traditionellen japanischen Nô-Theaters getragen wurden. Sie stammen aus der frühen und mittleren Edo-Zeit (17. 18. Jahrhundert).

Eine Reihe von Kimono, auch aus dem 19. und 20. Jahrhundert und ein Männergewand, das von den Ainu, den Ureinwohnern der großen nördlichen Insel Hokkaido inspiriert wurde, runden das sehr bunte Bild der reichen Textilkultur Japans ab.

Das Kaiser Wilhelm Museum wird eine Samurai-Rüstung und zahlreiche Farbholzschnitte mit wunderbaren Abbildungen von Gewändern ausleihen.