Inhalt

2003, 3 - Licht und Farbe - Tapisserien von Artemis und Martha Kreuzer-Temming (12. Oktober 2003 bis 11. Januar 2004)

Die Herbstausstellung im Deutschen Textilmuseum widmet sich dem Thema der zeitgenössischen Textilkunst. Gezeigt werden Arbeiten zweier Künstlerinnen mit unterschiedlichen kulturellem Hintergrund, die sich an die Gestaltung großformatiger Tapisserien wagen, eine Kunstorm, die heute fast in Vergessenheit geraten ist.

Die Französin Artemis lebt in Griechenland. In einem zwölfteiligen Teppichzyklus hat sie die Odyssee nachgestaltet, wobei das Licht der griechischen Inseln ihr Farbgefühl wesentlich intensiviert hat.

Aus dem vierteiligen Einhornzyklus zeigt das Museum außerdem: "Die Begegnung". Solche Tapisserien stehen denen der Odyssee nicht nur formal, sondern auch inhaltlich nahe. Denn auch im Einhornzyklus setzt sich Artemis mit einem sehr alten und in der europäischen Kunst vielfach behandelten Thema auseinander, wobei für die Künsterlin vielleicht weniger die christliche Symbolik und Ikonographie von Bedeutung war, als das geheimnisvolle und Mystische eines Fabeltiers, dessen Deutung zwischen Bedrohung und Erlösung durchaus schwanken kann.

Für Martha Kreutzer-Temming, die in Köln lebt, sind dagegen die einfachen Dinge einer so gar nicht heroischen Alltagswelt bestimmend: Gefässe, Tische, Menschen. Außerdem ist sie an christlichen Inhalten orientiert. Die Farbigkeit ihrer Teppiche ist sehr zurückgenommen und spielt in den Applikationen, die ebenfalls in der Ausstellung zu finden sind, keine Rolle, umso mehr das Licht, auch im Sinne einer Transparenz der Stoffe. Bei Kreutzer-Temming sind es eher die Nuancen, der überaus feine Strich, die Reduktion auf das Notwendige und Wesentliche, die den künstlerischen Ausdruck bestimmen.

Beide Künstlerinnen bedienen sich einer abstrakten Formensprache und sind darin trotz aller Unterschiede doch auch wieder miteinander vergleichbar.