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2002, 4 - Kelim - Textile Kunst aus Anatolien (13. Oktober 2002 bis 05. Januar 2003)

Das deutsche Textilmuseum zeigt etwa 40 zum Teil großformatige anatolische Kelims aus verschiedenen Privatsammlungen. Die Stücke stammen aus dem 19., einige sogar aus dem 18. Jahrhundert. Kelims wurden von den Weberinnen der nomadisch oder halbnomadisch lebenden Turkvölkern in Anatolien hergestellt und zeugen von einer hochstehenden textilen, bildnerischen und färbetechnischen Tradition dieser Völker, die sehr weit zurückliegende Ursprünge hat.

Unter den ausgestellten Stücken finden sich neben sehr prachtvoll gestalteten auch einige einfachere, meist ungemusterte Streifenkelims, die für den täglichen Gebrauch bestimmt waren und deswegen nur sehr selten erhalten sind. Die aufwändiger gemusterten Stücke, manchmal als Kultkelims bezeichnet, wurden dagegen für einen besonderen Anlass gefertigt und anschließend einer Moschee gestiftet, wo sie sich oftmals unter einer Reihe weiterer Teppiche erhalten haben.

Kelims sind Flachgewebe, deren Technik mit den westlichen Schlitzwirkereien ("Gobelins") zu vergleichen ist. Hierbei werden Farbschüsse so in eine Kette eingetragen, dass sie dem Muster und damit einer jeweiligen Farbe entsprechend hin und her laufen und nicht wie bei einer Weberei von Webkante zu Webkante geführt werden. Es entstehen die charakteristischen Schlitze zwischen verschiedenen Farben.

Mit der gestalterischen Vielfalt iher Ornamente und den wundervollen, leuchtenden Farben sind Kelims Zeugnisse einer Kultur, in der sich Stammes-, Gruppen- und Familienzugehörigkeit auch über solche Textilien ausdrückt.