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2000, 3 - Der gut beTuchte Klerus - Paramente und liturgisches Gerät aus Krefelder Kirchen (10. Dezember 2000 - 11. März 2001)

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Krefeld, Dieter Pützhofen, und des Bischofs von Aachen, Dr. Heinrich Mussinghoff.

Anlässlich des Heiligen Jahres 2000 zeigt das Bistum Aachen einen Ausschnitt seiner Geschichte, der fest mit der Region und der Stadt Krefeld verbunden ist. Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden in der Stadt kostbare Stoffe produziert, die mit zum Weltruhm Krefelds als Samt- und Seidenstadt beitrugen.

Der als Kaplan in Krefeld tätige Franz Bock hatte den Anstoß zu einer Ausstellung gegeben, die 1852 unter dem Titel "Ausstellung mittelalterliche Kunstgegenstände" gezeigt wurde. In einer eigenen Abteilung waren, neben Paramenten und Goldschmiedearbeiten aus dem 9. - 15. Jahrhundert, die "neuen Stoffe im mittelalterlichen Stil" von Krefelder Firmen ausgestellt.

Dieser Ausstellung war ein überregionaler Erfolg beschieden, umfangreiche Artikel erschienen und viele, besonders auswärtige Besucher besuchten sie. Zahlreiche Paramentenfirmen entstanden danach, die einen erheblichen Anteil an der Gesamtproduktion Krefelder Seiden hatten. Die Stoffe wurden nicht nur in Europa abgesetzt, sondern auch nach Amerika exportiert, und bereits 1864 kamen die ersten französischen Imitationen Krefelder Seide auf den Markt.

Vor dem Ersten Weltkrieg wurden 14 Firmen in Krefeld gezählt, die sich nicht allein mit der Paramentenstoffproduktion, sondern teilweise auch mit der Herstellung und dem Vertrieb der Gewänder beschäftigte. Weltkriege und grundlegende Erneuerungen vor und nach dem 2. Vatikanischen Konzil verursachten den Niedergang des einst blühenden Gewerbezweiges. 1993 wurde eines der letzten Unternehmen, die Paramentenweberei Hubert Gotzes geschlossen. Inzwischen hat die Stadt sich auf dieses Erbe besonnen und mit Hilfe der Nordrhein-Westfalen Stiftung die Weberei gekauft.

In den 40 Krefelder Kirchen haben sich trotz der grundlegenden Änderungen nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1963 - 1965) noch erstaunlich viele Gewänder und Accessoires erhalten.

Sie sind zum Teil aufwendig restauriert, werden meist sorgfältig gepflegt, aufbewahrt und sind vereinzelt auch noch in Gebrauch. Für die Ausstellung wurden ca. 150 textile Exponate und einiges an liturgischem Gerät ausgewählt. Der zeitliche Bogen spannt sich von den frühen Arbeiten des 17. Jahrhunderts (rote Kapelle aus Krefeld-Uerdingen 1617 - 1625) bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten (eine rote Kasel des Krefelder Künstlers Hubert Spierling, die im Mai dieses Jahres fertig gestellt wurde). Historische Stoffmuster aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums, die als Vorbild für Paramentenstoffe dienten, werden die Präsentation ergänzen.

Die Paramentenweberei Gotzes (Museum zur Geschichte der Seidenweberei in Krefeld) wird in die Ausstellung mit einbezogen sein. An sieben Handwebstühlen werden alte Webtechniken erklärt und auf Anfrage vorgeführt.