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Bürger und Passantenbefragung 2018

Die Besucher und Kunden geben der Krefelder Innenstadt die Note 3,3 - wie auch schon 2015. Rund 75 Prozent der Befragten fühlen sich mit Krefeld verbunden und betrachten die Stadt als Heimat. Zwei Drittel finden es wichtig, sich für die Stadt zu engagieren und dabei Initiative und Verantwortung zu übernehmen. Und: Das Einkaufen ist weiterhin der wichtigste Grund für den Besuch in der City. Das sind wesentliche Ergebnisse der aktuellen Bürger- und Passantenbefragung.

Im Auftrag des Stadtmarketings, der IHK Mittlerer Niederrhein, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Haus und Grund e.V. sowie von Unternehmen und Verbänden des Einzelhandels hat das Institut für angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Niederrhein im Herbst 2018 zum achten Mal die Passanten und zum dritten Mal die Bürgerinnen und Bürger befragt.

Stellten die Bürger- und Passantenbefragung vor: (von links) Markus Ottersbach (Einzelhandelsverband), Eckart Preen (WFG), Professor Harald Vergossen und Ingo Bieberstein (beide Hochschule Niederrhein), Uli Cloos (Stadtmarketing) und Elke Hohmann (IHK). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Stellten die Bürger- und Passantenbefragung vor: (von links) Markus Ottersbach
(Einzelhandelsverband), Eckart Preen (WFG), Professor Harald Vergossen und Ingo
Bieberstein (beide Hochschule Niederrhein), Uli Cloos (Stadtmarketing) und Elke
Hohmann (IHK). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Insgesamt 2082 Personen haben an der kombinierten Passanten- und Bürgerbefragung teilgenommen. Dabei ist die Zahl der auswärtigen Besucher der Krefelder Innenstadt mit 31 Prozent im Vergleich zur letzten Befragung auf dem gleichen Niveau geblieben. „Mit 63 Prozent Rücklaufquote gibt es gerade bei der Bürgerbefragung eine besonders hohe Resonanz", machte Professor Harald Vergossen von der Hochschule Niederrhein bei der Präsentation der Ergebnisse deutlich.

Die Bürgerbefragung hat erstmalig zusätzlich zu den innenstadtbezogenen Fragen nach der Identifikation mit Krefeld im Allgemeinen gefragt und um ein Meinungsbild zum Krefelder Perspektivwechsel gebeten. Eine interessante Erkenntnis: Rund 75 Prozent der Befragten fühlen sich mit Krefeld verbunden und betrachten die Stadt als Heimat. Zwei Drittel finden es wichtig, sich für die Stadt zu engagieren und dabei Initiative und Verantwortung zu übernehmen.

Gute und interessante Einkaufsmöglichkeiten erwartet

Obwohl die Globalzufriedenheit mit der Innenstadt mit der Durchschnittsnote von rund 3,8 bei der Bürgerbefragung und rund 3,3 bei der Passantenbefragung fast identisch mit dem Ergebnis aus 2015 ist, äußern sich die Befragten deutlich zu den Erwartungen an die Innenstadt: Der Krefelder Einzelhandel ist mit einem großen Sortiment nach wie vor das Zugpferd für den Besuch der Innenstadt. Die Kunden erwarten gute und interessante Einkaufsmöglichkeiten. Sie wünschen sich weniger Billigläden, ein vielfältigeres Angebot und weniger Leerstände. Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger vermissen bestimmte Geschäfte und Marken in der Krefelder Innenstadt.

Die Teilaspekte Ambiente und Flair, Veranstaltungen, e-commerce und Konkurrenz durch andere Städte wirken sich unmittelbar auf den Handel aus: Zwar geben 83 Prozent der Befragten an, dass sie der Einkauf zum Besuch der Innenstadt motiviert. Vom Besuch der Innenstadt lassen sie sich aber abhalten, wenn die Einkaufsmöglichkeiten nicht interessant genug sind, wenn das Flair insgesamt nicht stimmt oder wenn die Leerstände dominieren. Deshalb äußern die Befragten am häufigsten den Wunsch, dass die Sauberkeit und das Flair verbessert, die Einkaufsmöglichkeiten attraktiver und die Leerstände weniger werden. Beim Flair spielen neben den öffentlichen Flächen auch die Fassaden und der Zustand privater Immobilien eine Rolle.

Schwachpunkte sind Ambiente, Flair und Sauberkeit

Die Maßnahmen aus dem Konzept des Oberbürgermeisters „Handeln und Helfen", das Aufstocken des Kommunalen Ordnungsdienstes, das Einrichten des City Services, das Zusammenlegen der Verantwortlichkeiten für Pflege- und Unterhaltungsarbeiten werden von den Auftraggebern der Studie als richtige und wichtige Schritte bewertet. Sie sehen in der konsequenten Umsetzung große Chancen für die Entwicklung der Innenstadt, vor allem was die Schwachpunkte Ambiente, Flair und Sauberkeit angeht.

Die bekanntesten Innenstadtveranstaltungen sind der klassische „Crefelder Weihnachtsmarkt" (91 %), der Pottbäckermarkt (76 %) und nach nur einer Veranstaltungsperiode im Jahr 2017 bereits auf Platz drei der „Made in Krefeld Special Weihnachtsmarkt" (74 %), dicht gefolgt von „Einkaufen bei Kerzenschein" und dem „Folklorefest".

Ein Drittel der Befragten sagt, dass sie verstärkt online einkaufen und die Innenstadt deshalb seltener besuchen. Gleichzeitig wünschen die Kunden, sich online über das Angebot der Geschäfte informieren zu können. Neben Click und Collect-Angeboten, wünschen sie sich Informationen über vorrätige Waren und vor allem ein flächendeckendes kostenfreies W-LAN Angebot in der Innenstadt.

Perskeptivwechsel: 60 Prozent vergeben „gut" oder „sehr gut"

70 Prozent der Befragten befassen sich nicht mit dem Gedanken, in der Innenstadt zu Wohnen. Auch hier spielen Faktoren wie Sauberkeit, Gestaltung, Lärm und Ambiente eine Rolle. Die aktuellen Aktivitäten aus dem Konzept „Handeln und Helfen" zahlen daher nach Einschätzung der Akteure auf die künftige Rolle der Innenstadt als Wohnstandort positiv ein.

Das Konzept des Perspektivwechsels ist bereits bei ca. einem Viertel der Krefelderinnen und Krefelder bekannt. 60 Prozent beurteilen den „Krefelder Perspektivwechsel" mit „gut" oder „sehr gut".