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Waldschäden Erläuterung

Waldschadensbericht, Erläuterung

Waldschadensbericht Tabelle

Waldschadensbericht Grafik

Waldschadensbericht Diagramm

 

Die oben stehenden Tabellen und das Diagramm lassen folgende Interpretation der Ergebnisse zu (hierbei sind die Vorjahreszahlen in Klammern hinter die aktuellen Zahlen gesetzt):

Aus den Zahlen lässt sich sowohl im Krefelder Kommunalwald wie auch in Nordrhein-Westfalen eine leichte Verbesserung der Situation ablesen. Vor allem die Zahl der Bäume ohne Schadensmerkmale ist gestiegen (siehe Tabelle 1). Im Landeswald geschieht dies auf einem höheren Niveau als in Krefeld. Die in Krefeld dominante Buche hat sich nach der letztjährigen Vollmast und der damit einhergehenden Schwächung der Bestände deutlich erholt. Dennoch ist das Gesamtergebnis für den Krefelder Kommunalwald nur geringfügig besser geworden.

Dies ist der Eiche geschuldet, deren Zustand weiter Anlass zur Sorge gibt: Die schlechten Ergebnisse des Vorjahres sind auch in diesem Jahr wieder zu verzeichnen. Es gibt keine Baumindividuen mehr, die man der Stufe 0 - ohne Schadensmerkmale - beimessen kann. Die schwachen Schäden liegen bei 25 %, die deutlichen Schäden betragen 75 %. Mehrere tote Eichen, die jedoch nicht zum Quorum zählten, wurden im Wald festgestellt. Die Zahlen in NRW liegen bei 37% leichten Schäden und 54% deutlichen Schäden. Das heißt, den Krefelder Eichen geht es deutlich schlechter als im Landesdurchschnitt (siehe Tabellen im Anhang).

Der Grund hierfür ist in der Ausbreitung eines an der Eiche auftretenden Schädlings zu suchen, dem Zweipunktigen Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus Fabr.). Dieser Sekundärschädling befällt Eichen, die unter anderem durch primär schädigende Insekten wie Eichenwickler, Schwammspinner, Frostspanner etc. geschwächt sind. Auch sinkende Grundwasserstände oder der Befall durch Pilze wie den Hallimasch können die Bäume in Stress versetzen und so die Anfälligkeit für den Prachtkäferbefall erhöhen. Die Larven dieser Insekten fressen zickzackförmige Gänge quer zum Faserverlauf im Bereich des Kambiums. Dadurch zerstören sie die für die Ernährung und das Wachstum wichtigen Leitungsbahnen. Der Baum wird in seiner Vitalität stark beeinträchtigt und stirbt langsam ab.

Um die Population des Prachtkäfers und damit die Schäden am Wald so gering wie möglich zu halten ist es für einige Jahre notwendig, alle kränkelnden und toten Eichen zu beseitigen. Ansonsten wäre das Absterben großer Individuenzahlen bei dieser Baumart zu befürchten. Somit muss von der bisherigen Strategie des Erhaltens einer möglichst großen Zahl an toten Exemplaren solange abgewichen werden, bis die Prachtkäferpopulation auf einem niedrigen Niveau angekommen ist.

Um Totholz besiedelnden Organismen trotzdem einen Lebensraum zu bieten, werden kleinere und weitgehend isolierte Eichenwälder ausgewählt, wo man auf diese saubere Wirtschaft zugunsten der Entomofauna verzichtet.

Die Ergebnisse bei den anderen untersuchten Baumarten lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die zunehmend negative Entwicklung bei der Roteiche scheint vorerst gestoppt, da keine deutlichen Schäden mehr festzustellen waren. Dennoch ist sie durch den über die Wurzel eindringenden Pilz Sparriger Rübling in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt, sodass sie sukzessive entnommen werden muss.
Der Bergahorn weist mit 85 % statt bisher 62 % mehr schwache Schäden auf als bisher. Gründe hierfür sind noch nicht zu benennen. Die Baumart wird in der Folgezeit genauer beobachtet.

(Siehe auch beiliegende Tabellen und Grafiken)

Ein starker Fokus wird in der nächsten Zeit auf der Esche liegen. Eine Krankheit namens Eschentriebsterben setzt dieser Baumart seit einiger Zeit zu und wird in den nächsten Jahren auch in Krefeld bemerkbar sein. Die Krankheit wird durch den Befall mit dem Pilz "Falsches Weißes Stengelbecherchen" (Hymenoscyphus albidus) ausgelöst, einer Pilzart aus der Unterabteilung der Echten Schlauchpilze. Er lebt auf den Stängeln abgeworfener Eschenblätter. Erst die Nebenfruchtform Chalara fraxinea führt zum Absterben der jungen Triebe.
Auch hier wird die saubere Waldwirtschaft mit dem Entfernen erkrankter Individuen das Mittel der Wahl sein.