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Die Entwicklung von der Abfallbeseitigung zur Abfallvermeidung

Erste gesetzliche Grundlagen für die Abfallentsorgung in Deutschland wurden Anfang des 19. Jahrhunderts in einigen Landesteilen entwickelt, nachdem die Zusammenhänge zwischen fehlender Stadthygiene und weitverbreiteten Krankheiten wie Cholera immer deutlicher wurden. Auf kommunaler und regionaler Ebene wurden Vorkehrungen getroffen, damit eine geordnete Entwässerung und Abfallentsorgung zum Schutz der Menschen und ihrer Umwelt eingeführt und sichergestellt werden konnte.

Die erste bundeseinheitliche rechtliche Regelung wurde 1972 mit dem Erlass des Abfallbeseitigungsgesetzes geschaffen. Dieses wurde durch Überarbeitungen und Anpassungen 1994 erst zum Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und dann in 2012 zum heute geltenden Kreislaufwirtschaftsgesetz weiterentwickelt.

Diese Weiterentwicklung der Gesetzte zielte darauf ab, dass in Zukunft keine Abfälle mehr deponiert, sondern alle anfallenden Abfälle verwertet werden sollen. Bezogen auf die Zukunft bedeutet dies, natürliche Ressourcen zu schonen und Abfälle umweltverträglich zu recyceln und dadurch dem Wirtschaftskreislauf wieder zur Verfügung zu stellen.

Das Herz des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist die fünfstufige Abfallhierarchie und ihre Umsetzung. Die Hierarchie legt folgende Rangfolge fest:

  1. Abfallvermeidung,
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung,
  3. Recycling,
  4. sonstige, unter anderem energetische Verwertung und Verfüllung,
  5. Beseitigung.

Vorrang hat die jeweils beste Option aus Sicht des Umweltschutzes. Dabei sind neben den ökologischen Auswirkungen auch technische, wirtschaftliche und soziale Folgen zu berücksichtigen. Die Beseitigung der verbleibenden Restabfälle hat umweltverträglich und gemeinwohlverträglich zu erfolgen.

Das Ziel der Gesetzgebung und der daraus resultierenden Umsetzung richtet sich durch die Abfallhierarchie konsequent auf die Abfallvermeidung und das Recycling aus.