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Schadstoffe in Elektroaltgeräten

Obwohl die Gesetzgebung in Deutschland und der EU den Herstellern seit langem ständig strengere Vorgaben hinsichtlich der Höhe der Grenzwerte von schädlichen Substanzen in Produkten vorgibt und Stoffverbote für Produkte durchsetzt, befinden sich in alten Elektro- und Elektronikgeräten noch immer zahlreiche schädliche Stoffe.

Außerdem werden im Ausland auch heute teilweise noch Geräte hergestellt, die unsere Grenzwerte deutlich überschreiten.

Fragen Sie schon beim Kauf eines neuen Gerätes den Verkäufer, ob und welche Schadstoffe in dem Gerät enthalten sind.
Die Hersteller sind verpflichtet Auskunft über die Inhalte zu geben.

Von den Schadstoffen geht in der Regel im normalen alltäglichen Umfang während der Nutzung keine Gefährdung für den Benutzer aus.
Erst wenn die Geräte zum Beispiel unsachgemäß geöffnet, zerkleinert, verbrannt oder sonst wie zerstört werden, können diese Stoffe an die Umwelt abgegeben und damit gefährlich werden.

 

Welche Schadstoffe können in Elektro- und Elektronikaltgeräten enthalten sein?

In Elektro- und Elektronikaltgeräten sind Schadstoffe verschiedener Art in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten, insbesondere

Schwermetalle, wie zum Beispiel
  • Blei (Pb),
  • Cadmium (Cd),
  • Nickel (Ni)
  • Quecksilber (Hg) in metallischer Form, als Legierung oder als Verbindung
  • Chrom VI (Cr VI)
organische gefährliche Stoffe, wie zum Beispiel
  • Tetra-Brom-Bisphenyl-A (TBB-A),
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE),
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB),
  • Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW)
anorganische Schadstoffe, wie zum Beispiel
  • Asbest,
  • Mineralfasern und
  • andere gefährliche Fasern
sonstige Schadstoffe, wie zum Beispiel
  • Öle oder
  • Putzmittel

Wo können diese Schadstoffe in Elektro- und Elektronikgeräten vorkommen?

Seit 2006 dürfen in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen Elektrogeräte nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie Blei, Cadmium, Quecksilber oder Chrom VI enthalten.

In vor 2006 hergestellten Elektro- und Elektronikgeräten sind diese Schwermetalle jedoch in unterschiedlichen Bauteilen zu finden, z. B.

  • Blei in Bildschirmen
  • Cadmium in stark belasteten elektrischen Kontakten (Stromstecker) und in Kunststoffen als Pigment und Stabilisator
  • Cadmiumsulfit in Leuchtstoffen von alten Fernsehröhren
  • Quecksilber in Gerätebatterien (Knopfzellen), Gasentladungslampen, wie Leuchtstofflampen und Energiesparlampen, Hintergrundbeleuchtung von LCD-Bildschirmen, Thermostaten von Boilern, in Druckschaltern von Hauswasserpumpen und als Rumpelsicherung in Waschmaschinen sowie in sonstigen Schaltern,
  • Chrom VI in Gestellen und Schrauben

Organische Schadstoffe in elektrischen und elektronischen Geräten, wie FCKW, PCB oder bromierte Flammschutzmittel, sind - abgesehen von Ausnahmen - verboten und befinden sich überwiegend in älteren Geräten.

  • bromierte Flammschutzmittel in Kunststoffen und Leiterplatten von Geräten, die vor 2006 hergestellt wurden
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden als Bestandteil von Wärmeübertragungs- bzw. Isolierölen in Heizgeräten (Radiatoren), Transformatoren, Gleichrichtern und Kondensatoren eingesetzt. PCB-haltige Kondensatoren wurden in diversen elektrischen Groß- und Kleingeräten als Anlaufhilfe für Elektromotoren, in Waschmaschinen, Dunstabzugshauben, Geschirrspülmaschinen sowie in Leuchtstofflampen verwendet. Polychlorierte Biphenyle wurden außerdem als Weichmacher in Kunststoffen und Lacken eingesetzt.
    • Heute werden anstelle der PCB-haltigen Kondensatoren überwiegend Elektrolytkondensatoren (ElKo) eingesetzt.
    • Entsprechend der PCB-Verbotsverordnung darf PCB seit 29.07.1989 in Deutschland nicht mehr hergestellt oder in Verkehr gebracht werden.
  • Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind in älteren Kühlgeräte und Klimaanlagen (Baujahr älter als 1995) als Kälte- und Treibmittel enthalten. Das Kältemittel befindet sich im Kühlmittelkreislauf und ist zusätzlich im Öl des Kompressors gelöst. Darüber hinaus wurde FCKW als Treibgas zur Schäumung von Kunststoffen zur Isolierung verwendet.

Die anorganischen Schadstoffe

  • Asbest und künstliche Mineralfasern wurden als Dämmmaterial und Wärmeschutz in Bereichen eingesetzt, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind.
  • Asbest wurde in Form von Gewebeschnüren oder textilen Matten zur Elektro- oder Wärmeisolation und auch als Dichtungsmaterial eingesetzt, z. B. in Nachtspeicheröfen, Elektroherden, Haartrocknern, Toastern, Bügeleisen, elektrischen Heizplatten und Boilern.

Wie wirken diese Schadstoffe?

Schwermetalle
  • Cadmium und Quecksilber sind als sehr giftig, umweltgefährlich und stark wassergefährdend eingestuft.
  • Cadmiumsulfit ist als krebserzeugend und erbgutverändernd eingestuft.
  • Blei ist als giftig und umweltgefährlich eingestuft. Chrom-VI-Verbindungen sind ebenfalls als giftig, krebserzeugend, umweltgefährlich und stark wassergefährdend eingestuft.
  • Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das bereits bei Zimmertemperatur Dämpfe abgibt.
  • Nickel ist der häufigste Auslöser von Kontaktallergien.

organische Schadstoffe

  • Einige bromierte Flammschutzmittel sind möglicherweise krebserzeugend und können ähnlich wie Hormone im Körper wirken.
  • Das schwerentflammbare PCB ist als gesundheitsschädlich und umweltgefährlich eingestuft.
  • Fluorchlorkohlenwasserstoffe gelten als mitverantwortlich für die Schädigung der Ozonschicht.

anorganischen Schadstoffe

  • Asbest und bestimmte Mineralfasern können krebserzeugend wirken.