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Informationen zum Thema asbesthaltige Baustoffe

Asbestzementprodukte sind vorgefertigte, zementgebundene Erzeugnisse, die bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandsetzungsarbeiten in älteren Gebäuden angetroffen werden können.

Ausgebaute Asbestzementprodukte wie beispielsweise

  • Dacheindeckungen
  • Fassadenelemente
  • Balkonbrüstungen
  • Rohre und Formstücke

dürfen nicht wiederverwendet werden. Daher sind sie immer ein gefährlicher „Abfall zur Beseitigung".

Sie sind den folgenden Abfallschlüsselnummern zuzuordnen:

  • Dämmmaterial das Asbest enthält, AVV 17 06 01*
  • anderes Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht und solche Stoffe enthält, AVV 17 06 03*
  • asbesthaltige Baustoffe, AVV 17 06 05*

* bedeutet: gefährlicher Abfall

Spezielle Regelungen für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten in Zusammenhang mit Asbestzementprodukten finden sich in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe, der TRGS 519 - Asbest, in der neuesten Fassung. Für den sonstigen Umgang mit Asbest und asbesthaltigen Gefahrstoffen gilt die Mitteilung M 23 der LAGA.
Die LAGA Mitteilung M 23 "Entsorgung asbesthaltiger Abfälle"finden Sie unter www.laga-online.de. Die TRGS 519 können Sie auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einsehen.www.baua.de, dort Themen von A-Z, Gefahrstoffe.

Der Ansprechpartner für die Belange des Arbeitsschutzes in diesem Zusammenhang und der notwendigen „Anzeige des beabsichtigten Umgangs mit asbesthaltigen Gefahrstoffen" ist die

Bezirksregierung Düsseldorf
Cecilienallee 2
40474 Düsseldorf

Tel. 02 11 / 4 75 94 79 und 02 11 / 4 75 94 88
Fax 02 11 / 4 75 97 77

Diese Anzeige hat spätestens 7 Tage vor Beginn der Arbeiten zu erfolgen. Vor den Arbeiten muss auch eine Dokumentation mit den Analyseergebnissen, über den Grad der Asbestbelastung, die Menge (z.B. Dachfläche in und Gewicht), Beginn und Dauer der Arbeiten, Beschreibung der Vorgehensweise und der Lage der Baustelle feststehen und angezeigt werden.

Grundsätzlich sind asbesthaltige Abfälle so zu demontieren, zu sammeln, zu lagern und zu entsorgen, dass keine Gefahr für Mensch und Umwelt entstehen kann. Unter anderem ist hierzu notwendig, dass Asbestzementprodukte nicht zerkleinert, nicht umgefüllt, nicht geworfen oder geschüttet werden. Sie sind immer zu verpacken und feucht zu halten bzw. mit dafür vorgesehenen Bindemitteln gebunden ggf. abgesaugt und verfestigt werden.

Asbesthaltige Geräte (z.B. Nachtspeichergeräte) und Bauteile sind grundsätzlich von Firmen, die die Befähigung gemäß TRGS 519 besitzen, als Ganzes auszubauen bzw. zu demontieren und der entsprechenden Entsorgungsanlage zuzuführen.

Bei den Arbeiten selbst sind die Schutzmaßnahmen entsprechend der Gefahrstoffverordnung, insbesondere Anhang I Nummer 2; 2.4 zu beachten.

Soweit asbesthaltige Abfälle gelagert werden müssen, sind sie gebunden zu halten oder mit geeigneten Materialien gegenüber der Umwelt zu isolieren oder in geschlossenen Behältern aufzubewahren und gegen den Zugriff Unbefugter zu sichern.

Auch beim Transport sind die Materialien so zu sichern, dass - auch bei der Entladung - keine Asbestfasern freigesetzt werden.

Lehrgänge zum Erwerb der Sachkunde im Umgang mit Asbest gemäß TRGS 519 bieten zum Beispiel folgende Einrichtungen an:
EinrichtungAdresseRufnummer
HWK, Zentrum für Umweltschutz und EnergietechnikMülheimer Str. 6, 46049 Oberhausen0208 / 820 55 55
TÜV Akademie RheinlandAm grauen Stein, 51105 Köln0221 / 80 63 000
Haus der Technik e. V.Hollestr. 1, 45127 Essen0201 / 18 03 - 1
Bildungszentrum des Bauhandwerks e. V.Bökendonk 15 - 17, 47809 Krefeld02151 / 51 55 - 0