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Gewässerunterhaltung

Gewässerunterhaltung und Gewässerausbau

Das Stadtgebiet von Krefeld ist von etwa 106 Kilometer langen Grabensystemen (Dyks) und Altstromrinnen-Relikten des Rheins und mit etwa 10 Kilometer langen Gewässerabschnitten mit Teichanlagen, die durchflossen werden (Kulls und Stillgewässerbiotopen)durchzogen.

Es handelt sich hierbei um „Gewässer sonstiger Ordnung" gem. § 2 (1) Ziffer 3 des Landeswassergesetzes (LWG). Die Gewässer sind größtenteils periodisch wasserführend (meist sommertrocken). Zu den bekanntesten der vom Kommunalbetrieb Krefeld AöR unterhaltenden 39 Gewässer gehören der Niepkuhlenzug, der Moerskanal, der Linner Mühlenbach, der Oelvebach (Die Burs Bach) und ein Teilabschnitt des Flöthbachs (Landwehr).

Die Gewässerunterhaltung der oberirdischen Gewässer als öffentlich-rechtliche Verpflichtung gemäß §39 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) umfasst deren Pflege und Entwicklung.
Das beinhaltet neben der Sicherung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses durch Vorfluthindernisberäumung wie z.B. die Entfernung von Totholzstämmen und Unrat, die routinemäßigen Unterhaltungsarbeiten wie Grünschnitt/Mahd, Entkrautung, Laub- und Sohlberäumung (Beseitigung von Verlandungen) sowie die Sicherung der Uferböschungen und Ufervegetation.
Außerdem ist der Kommunalbetrieb Krefeld AöR zuständig für Neuanpflanzungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers, insbesondere als Lebensraum von wild lebenden heimischen Tieren und Pflanzen.

Im Hinblick auf den Gewässerausbau ist die Stadt Krefeld Mitglied bei drei verschiedenen, überregionalen Gebietskooperationen:

  • dem Niersverband im Niers-Schwalm Einzugsgebiet (Flöthbach)
  • im Bereich des Rheingraben-Nord bei der Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft - LINEG (Niepkuhlen, Moerskanal, und andere)
  • und dem Rhein-Kreis Neuss (Gewässersystem Latumer Bruch).

Gemäß der Bewirtschaftungsplanung (Maßnahmenlisten nach §74 LWG) nach EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird ein guter ökologischer und chemischer Zustand der Gewässer angestrebt.

Aktuell wird ein Konzept zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern (KNEF) für den Sankertgraben 22 inklusive Bauwerkserhebung wie zum Beispiel Brücken, Wehre, Durchlässe, etc., Vermessung und Drohnenbefliegung für das etwa 21 Kilometer umfassende Gewässersystem im Kliedbruch und Hülser Bruch, als Vorflutsystem der Niepkuhlen, erstellt. Durch die anstehende Genehmigungsplanung und Öffentlichkeitsbeteiligung soll ab 2019 das Gewässersystem ökologisch, hydraulisch (betrifft die Durchwanderbarkeit des Gewässers für Lebewesen) und hochwasserschutztechnisch optimiert werden. Hierbei sind die Schutzziele der betroffenen Natur- und Landschaftsschutzgebiete, gemäß dem Leitbild der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) für den Fließgewässertyp 14, eines sandgeprägten Tieflandbaches, zu berücksichtigen.