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Abfallvermeidung in der Gesellschaft

Fast alles, was wir tun, schafft tatsächlich existierenden Abfall!

  • Güter zu produzieren und Dienstleistungen anzubieten, ist mit Abfallproduktion verbunden
  • Güter und Dienstleistungen zu konsumieren ist mit Abfallproduktion verbunden
  • Das Buch, das wir lesen, der Film, den wir schauen, das Theaterstück, das wir besuchen - all das verursacht Abfall
  • ... wenn wir uns unterhalten, geschieht das abfallfrei, wenn die Begleitumstände, unter denen diese Unterhaltung stattfindet, ausgeblendet werden

Abfall stört unsere Ordnung!
Eigentlich wollen wir uns nicht mit ihm beschäftigen!
Aber: Abfall ist allgegenwärtig und wir müssen uns mit ihm befassen!

In den 70ger Jahren bildete sich eine Umweltbewegung, die auf die Gefahren des menschlichen Raubbaues an den endlichen und unendlichen Ressourcen der Erde hinwies. Anfangs noch eine belächelte Minderheit, entwickelte sich mit der Zeit, aus dieser kleinen Bewegung, ein weltweites Interesse an einer nachhaltigen und somit umweltfreundlichen Lebensweise.

Das einsetzende Umdenken der Konsumenten und der daraus resultierende Druck der Gesellschaft, zwang auch Politik und Wirtschaft zum Handeln. Verstärkt wurde dieser Druck noch durch die erste Ölkrise 1973, denn dadurch wurde der Welt deutlich vor Augen geführt, dass die Ressourcenschonung (hier Erdöl) zwingend erforderlich ist und somit für die Zukunft kein Weg an Energiesparmaßnahmen vorbei führt. Im Laufe der Zeit wurde die Notwendigkeit der Ressourcenschonung immer deutlicher, weitere Rohstoffe gelangten in den Focus des Umweltschutzes und man führte erste getrennte Abfallsammlungen ein, die nach und nach immer weiter ausgebaut wurden. Die Bürger nahmen die Mülltrennung sehr gut an, sie wurde nicht nur salonfähig, nein, sie war sogar "hip"! Doch mit dem steigenden Wohlstand und der immer schneller wachsenden Weltbevölkerung, stiegen dann auch wieder die Ansprüche der Menschen und die Herausforderungen, den Konsumwünschen dieser zu entsprechen. Immer mehr Singlehaushalte entstanden und das geänderte Lebensgefühl ließ den Bereich des Fast-Food Marktes explodieren. Die Verkaufseinheiten wurden kleiner, Convenience-Produkte beherrschten den Markt, Fast-Food war „in" und die Müllberge wuchsen wieder an.

Zu Beginn des 21. Jahrhundert setzte ein erneutes Umdenken ein und die Menschen besannen sich wieder mehr und mehr darauf, eine nachhaltigere Lebensweise anzustreben. Bioprodukte gewinnen seit Jahren Marktanteile hinzu und der Kauf lokaler Lebensmittel trifft beim Konsumenten immer stärker auf Gegenliebe. Der Ausstieg aus der Abgabe von Plastiktüten in Supermärkten und Warenhäusern ist ein erster Schritt in eine abfallarme Zukunft.

Abfallproduktion und der Umgang mit Abfällen sind und waren auch immer Auswuchs und Spiegel unserer Gesellschaft. Es ist für die Zukunft zwingend notwendig, den weltweit ständig wachsenden Wohlstand mit einem geringeren Verbrauch von Ressourcen und einem deutlich niedrigeren Abfallaufkommen zu organisieren.

 

Zeitgeist, manchmal kein Beitrag zur Abfallvermeidung

  • Coffee to go im Einwegbecher
  • Fast Food zum Mitnehmen
  • immer auf dem neuesten Stand der Technik sein wollen/müssen; technischer Fortschritt mit zum Teil schnellster Produktfolge (Smartphones)
  • Schnelligkeit und Bequemlichkeit auch in vielen privaten Bereichen nicht hinterfragen; Lieferservice für immer mehr Lebensbereiche
  • sofortige Verfügbarkeit aller Produkte durch Bestellung im Internet, d.h. sofortige Bedürfnisbefriedigung fordern
  • Exclusivität soll Bestandteil des eigenen Lebens sein; jeder ist ein Genießer, der sich die Vielfalt des Kaffees dank der Angebote an Kaffekapseln ganz einfach nach Hause holen kann
  • Verwendung von kleinsten Einzelverpackungen

Kaffeegedeck

  • ...da fällt Ihnen bestimmt noch mehr ein ...

Zeitgeist, manchmal ein Beitrag zur Abfallvermeidung

  • kaufen im Bauernladen in der Nähe
  • Repair-Cafe
  • Coffee to go im (eigenen) Mehrwegbecher
  • ... auch hier gibt es bestimmt noch mehr