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Wirtschaft in Krefeld geht zuversichtlich ins Jahr 2017 (10.01.2017)

Die Wirtschaft in Krefeld geht zuversichtlich ins Jahr 2017. Die Geschäftslage ist gut und die positiven Erwartungen weisen darauf hin, dass die konjunkturelle Lage solide bleibt. Die Arbeitslosigkeit sinkt zudem leicht. Dies zeigt eine Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein nach Auswertungen eigener Daten und amtlicher Statistiken von IT.NRW und der Arbeitsagentur. „Wir erwarten im kommenden Jahr keine hohen Wachstumsraten, aber eine Fortsetzung der zurzeit guten Lage", erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Dennoch weist der IHK-Chef auch auf Risiken für den weiteren konjunkturellen Verlauf hin.

Die Ergebnisse der vergangenen Herbstumfrage der IHK Mittlerer Niederrhein waren erfreulich. 37 Prozent der Betriebe in Krefeld bezeichneten ihre Geschäftslage als „gut", 49 Prozent als „befriedigend" und 14 Prozent als „schlecht". Im Vergleich zum Herbst 2015 ist der Geschäftslageindex als Saldo aus „Gut"- und „Schlecht"-Antworten von 19,5 auf 23,6 Punkte gestiegen. Er liegt damit nur leicht unter dem Niveau der Gesamtregion Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein (26,0 Punkte). „Besonders erfreulich ist, dass alle Branchen in Krefeld mit der Geschäftslage zufrieden sind", erklärt IHK-Vizepräsiden Elmar te Neues.

Dies gilt auch für die Industrie, die ihre Umsätze in diesem Jahr zumindest nahezu stabil halten konnte. Daten von IT.NRW zeigen, dass die verarbeitenden Betriebe in Krefeld in den ersten zehn Monaten des Jahres nur ein leichtes Minus von 0,8 Prozent hinnehmen mussten. Das Minus in NRW lag im gleichen Zeitraum bei 1,8 Prozent. Die Industrie bestätigt ihre Vorjahreszahlen. Impulsgeber sind derzeit jedoch andere Branchen „Die Konjunktur wird in erster Linie vom privaten Konsum getrieben. Zum dritten Mal nacheinander berichten die Einzelhändler in der Region über eine gute Geschäftslage. Das gab es seit dem Wiedervereinigungsboom nicht", erklärt te Neues.

Gründe für die gute Entwicklung des privaten Konsums gibt es nach Ansicht der IHK genug. „Sparen ist aufgrund der niedrigen Zinsen weniger lukrativ. Das befeuert den Konsum", erklärt te Neues. Zudem haben die geringen Kraftstoffpreise, die Reallohnsteigerungen und der hohe Beschäftigungsstand zu einer Erhöhung der Kaufkraft beigetragen. Die aktuellsten Beschäftigtendaten für Krefeld wurden im März 2016 erhoben. Danach waren 87.028 Menschen in Krefeld beschäftigt. „Mehr Menschen waren im Monat März zuletzt im Jahr 2002 sozialversicherungspflichtig beschäftigt", sagt Steinmetz. Im Vergleich zum März 2015 sind dies 2.200 Beschäftigte mehr. Vor allem in den Bereichen „Arbeitnehmerüberlassung" sowie „Verkehr und Logistik" wurden Mitarbeiter eingestellt.

„Die Logistik wird vielfach nur als Flächenfresser angesehen", sagt Steinmetz. „Eine in diesem Jahr von uns in Auftrag gegebene Studie hat jedoch gezeigt, dass eine funktionierende Logistikbranche ein wichtiger Standortfaktor für die verladene Wirtschaft wie den Großhandel und die Industrie ist." Zudem zeigen die Zahlen nach Auffassung der IHK, dass die Bedeutung der Branche als wichtiger Arbeitgeber in der Region steigt. „Logistikansiedlungen sind ein gutes Mittel gegen eine hohe Arbeitslosigkeit. Und in Krefeld ist die Arbeitslosigkeit weiterhin ein ernstzunehmendes Problem", erklärt Steinmetz.

Im November lag die Arbeitslosenquote nach Daten der Arbeitsagentur bei 10,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangen zwölf Monaten um 1,0 Prozent zurückgegangen. Zum Vergleich: In NRW insgesamt lag der Rückgang bei 2,7 Prozent, in der Region Mittlerer Niederrhein sogar bei 6,1 Prozent. Mittlerweile hat Krefeld eine höhere Arbeitslosigkeit als Mönchengladbach. Dort liegt die Quote bei 9,5 Prozent. „Die Stadt Mönchengladbach hat eine vorausschauende Flächenpolitik betrieben und zuletzt Ansiedlungserfolge von beschäftigungsstarken Unternehmen erzielen können", berichtet Steinmetz. „Für Krefeld wünsche ich mir für das Jahr 2017 daher, dass wir bei der Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets mit der Stadt Meerbusch weiterkommen", erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Insgesamt blickt die Wirtschaft optimistisch auf das kommende Jahr. 34,4 Prozent der Krefelder Unternehmen erwarteten bei der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst eine Verbesserung der Geschäftslage, lediglich 4,4 Prozent befürchteten eine Verschlechterung ihrer Situation. Dennoch gibt es verschiedene Konjunkturrisiken. „Die Auswirkungen des Brexits sind bislang kaum abzuschätzen. Ebenso wenig wissen wir, wie die Außenhandelsstrategie der USA unter der neuen Präsidentschaft aussehen wird", berichtet Steinmetz. Die Ölpreise sind vor Weihnachten zudem wieder stärker gestiegen, nachdem sich die OPEC-Staaten auf eine Verringerung der Fördermenge geeinigt hatten. „Das könnte mittelfristig den privaten Konsum und damit die derzeitige Grundlage für das Wirtschaftswachstum belasten", sagt Steinmetz.