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Ehemalige von Lauer-Böhlendorff besuchen Ausstellung (16.05.2018)

Anlässlich der Ausstellung „Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50-er bis 70er-Jahre" haben sich 24 ehemalige Mitarbeiterinnen der Firma Lauer-Böhlendorff im Deutschen Textilmuseum Krefeld getroffen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Arbeiten des in Krefeld tätigen Couturiers Werner Lauer (1910 bis 1973), die erstmals in diesem Umfang in einem Museum präsentiert werden. Die Musemsleiterinnen, Dr. Annette Schieck und Dr. Isa Fleischmann-Heck, begrüßten die Frauen, die sich zum Teil nach 40 oder gar 50 Jahren wiedersahen. Bei Kaffee und Kuchen gab es in der Museumsscheue einen ersten Austausch.

„Der überwiegender Teil der Damen waren ehemalige Auszubildende, daneben Gesellinnen, Directricen und eine Textildesignerin", berichtet Fleischmann-Heck. Der Couturier Werner Lauer kam 1947 aus Berlin nach Krefeld. Sein erstes Nähatelier eröffnete er an der Gladbacher Straße mit 15 Angestellten. In den Gesprächen erinnerten sich die ehemaligen Mitarbeiterinnen, dass die ersten Stoffe nach dem Krieg eher „Fusselszeug" waren. Doch das änderte sich bald. „Die Entwürfe in den ersten Jahren orientierten sich stark an dem französischem 'New Look", so Fleischmann-Heck.

Ehemalige der Firma Lauer-Böhlendorff besuchten die Ausstellung "Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50-er bis 70-er Jahre" im Deutschen Textilmuseum. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Ehemalige der Firma Lauer-Böhlendorff besuchten die Ausstellung "Deutsche Couture -
Kleiderwunder der 50-er bis 70-er Jahre" im Deutschen Textilmuseum.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

In der geselligen Runde kamen manche Erinnerungen an die damalige Zeit hoch. So erzählte ein Frau von ihrer Lehrzeit bei Lauer: Zwischen 1963 und 65 durfte sie mehrmals zur „Berliner Durchreise", zur Messe, jeweils im Frühjahr und Herbst mitreisen. Auch von der alltäglichen Arbeit berichteten die einstigen Angestellten: Seit 1950er-Jahren betrieb der Couturier mehrere Ateliers in Krefeld. Die Arbeit dort sei geprägt gewesen von korrekter, geradezu „pingeliger" Schneiderei und Fertigung von Accessoires, wie sich Mitarbeiterinnen erinnerten. Beispielsweise wurden Knöpfe jeweils selbst in den Ateliers eingefärbt.

Lauer bezog mit seiner Firma dann Räume an der Kaiserstraße/Hüttenallee. Dort standen ihm ein Büro, Entwurfsatelier und Vorführräume zur Verfügung. Als erfahrener Couturier legte er großen Wert auf beste Schnitte und Materialien. „Kundinnen der 1950er-Jahre waren unter anderem die Ehefrau von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, der mit seiner Frau im Wagen und Chauffeur zur Anprobe nach Krefeld kam und die Schauspielerin Hildegard Knef", sagt Fleischmann-Heck. Gemeinsam besuchten die Mitarbeiterinnen am Nachmittag noch die Ausstellung im Deutschen Textilmuseum. Die bei diesem Treffen neu gewonnenen Erkenntnisse sollen in eine umfangreiche Publikation über Lauer-Böhlendorff einfließen, die im Laufe des Jahres 2019 erscheinen wird.

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld zeigt noch bis Freitag, 18. Mai, die Ausstellung „Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50er- bis 70er-Jahre". Zur Ausstellung ist eine Ausstellungsillustrierte erschienen, die an der Museumskasse für sechs Euro zu erwerben ist.